openPR Recherche & Suche
Presseinformation

NRW-Umweltministerium verkündet Eckdaten für neues Gefahrtiergesetz

24.10.201418:06 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: NRW-Umweltministerium verkündet Eckdaten für neues Gefahrtiergesetz
(c) Marco Bergmann
(c) Marco Bergmann

(openPR) Die Haltung gefährlicher Tiere wie z.B. giftigen Spinnentieren, Schlangen oder Panzerechsen soll in Nordrhein-Westfalen mit einem neuen Landesgesetz verboten werden. Für weniger gefährliche Arten wie Vogelspinnen oder Riesenschlangen wird eine Meldepflicht mit Sachkundeprüfung und Prüfung der Zuverlässigkeit der Halter eingeführt. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) sah sich aufgrund verschiedener Vorfälle mit exotischen Tieren gezwungen, ein solches Gesetz schnellstmöglich in den Landtag zu bringen.



Am Dienstag verkündete das Ministerium die Eckdaten für das neue Gefahrtiergesetz. Darin Verbote von aus Sicht des Ministeriums gefährlicher Tierarten. Darunter beispielsweise harmlose Arten Hakennasennattern. Eine Bewilligung der Haltung dieser Arten soll es nicht geben. Ebenso wird die Nachzucht der zum Teil bedrohten Arten den Haltern verwehrt. Die bestehenden Bestände sollen auslaufen. Aus Sicht des Ministeriums weniger gefährliche Arten wie z.B. Vogelspinnen oder Riesenschlangen dürfen unter der Voraussetzungen einer Meldepflicht auch in Zukunft in NRW gehalten werden. Seit Jahren sollen laut Minister Remmel giftige Haustiere ein großes Problem für die öffentliche Sicherheit sein. Die Situation ist jedoch nicht so dramatisch, wie das Ministerium annimmt.

Laut Auskunft von Michael Harzbecker, Leiter der Reptilienfachkundigengruppe der Feuerwehr Düsseldorf, kommen Vorfälle mit entflohenen oder ausgesetzten Gifttieren zwar vor, seien jedoch selten. Zu 57 Einsätzen im Jahr 2014 mussten die Experten der Feuerwehr Düsseldorf bereits ausrücken. Bei diesen "handelt es sich um Einsätze mit Tieren wie exotischen Spinnen, heimischen Spinnen, Echsen, exotischen sowie heimischen Schlangen", so Harzbecker. Gefährlich für den Menschen seien davon die wenigsten Arten. Involviert war die Fachkundigengruppe für Reptilien dieses Jahr bei der Serumbeschaffung zweier Giftschlangenbisse. Diese Vorfälle betrafen bis heute immer nur den direkten Halter und keine unbeteiligten Bürger, erläutert Harzbecker. Die neue Gesetzgebung sieht der Gruppenleiter ebenfalls kritisch: "Ich befürchte ein Aussetzen gefährlicher Tiere und somit eine Gefahrenzunahme. Selbstverständlich haben wir dies dem Minister auch so zu Bedenken mit gegeben."

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2012 ca. 405.000 Reptilien in die Bundesrepublik importiert. Dabei handelte es sich größtenteils um harmlose Arten und Farbvarianten von Züchtern aus den USA und nicht um gefährliche Exemplare.

Laut einer vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) im April 2012 in Auftrag gegebenen Studie eines Marktforschungsinstitutes, deren Ergebnisse auf einem Terraristik-Symposium im November 2013 dargestellt wurden, befinden sich ca. 800.000 Terrarien in deutschen Haushalten mit wiederum einigen Millionen Reptilien, Amphibien und Wirbellosen. Primär handelt es sich dabei um harmlose Arten. Der Anteil an Gefahrtierhalter ist eher gering. Sehr beliebt sind kleinbleibende Geckoarten, Bartagamen, Stabschrecken und harmlose Vogelspinnen.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Tierschutzbundes zeigt, dass in einem Zeitraum von 5 Jahren von 214 befragten Tierschutzvereinen des Tierschutzbundes insgesamt ca. 9.000 Reptilien aufgenommen werden mussten. Darunter befanden sich laut der Studie lediglich 11 als gefährlich einzustufende Tiere (1 Brillenkaiman, 2 Giftschlangen und 8 potenziell gefährliche Riesenschlangen). Dies entspricht einem prozentualen Anteil von statistisch kaum noch relevanten 0,1 Prozent. Es ist jedoch anzunehmen, dass dieser zukünftig steigen wird, wenn Liebhabern die Haltung dieser Tiere verboten wird und Beschlagnahmungen oder gar das Aussetzen der Tiere die Folge sind.

Die Verbotsregelung, sollte sie in der vorliegenden Form von der Landesregierung endgültig beschlossen werden, ist objektiv betrachtet unverhältnismäßig und wird die Situation in den Tierheimen sowie in Bezug auf die öffentliche Sicherheit nicht verbessern.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 822781
 190

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „NRW-Umweltministerium verkündet Eckdaten für neues Gefahrtiergesetz“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von LesTAT - stoppt Propaganda gegen Exoten

Bild: Gefahrtierstudie: Domestizierte Haustiere sind gefährlicher als ExotenBild: Gefahrtierstudie: Domestizierte Haustiere sind gefährlicher als Exoten
Gefahrtierstudie: Domestizierte Haustiere sind gefährlicher als Exoten
Während die Haltung von potenziell gefährlichen Exoten zunehmend in der Kritik der Öffentlichkeit steht und Forderungen nach Haltungsverboten immer lauter werden, wird die Haltung von Hunden, Katzen, Pferden und Nutztieren in der Regel unkritisch gesehen. Die euphorische Berichterstattung über Vorfälle mit exotischen Tieren aufgrund der Sensationslust vieler bundesweiter Boulevardmedien verzerrt die öffentliche Wahrnehmung, wohingegen Vorfälle mit domestizierten Heim- und Nutztieren (wenn überhaupt) nur von lokalen Presseredaktionen aufgegrif…
Bild: Schlangenhalter bewahrt drei Pythons vor ungewissem SchicksalBild: Schlangenhalter bewahrt drei Pythons vor ungewissem Schicksal
Schlangenhalter bewahrt drei Pythons vor ungewissem Schicksal
Es war kurz vor Weihnachten, da klingelte das Telefon von Marco Bergmann (26), einem Schlangenhalter und Reptilienfreund aus Hameln. Am Apparat das örtliche Tierheim mit einem Notfall: Eine Dame hatte sich kurz zuvor an das Tierheim gewendet, um ihre drei Königpythons abzugeben. Das Tierheim jedoch ist für Exoten nicht ausgerüstet. Bergmann hatte sich dem Tierheim jedoch glücklicherweise in der Vergangenheit als Helfer angeboten, um im Falle eines exotischen Abgabetieres einzuspringen. "Die Dame war ziemlich aufgelöst und wollte die drei Ri…

Das könnte Sie auch interessieren:

2. Südwestfälischer Energietag am 29. April 2004 in Meschede
2. Südwestfälischer Energietag am 29. April 2004 in Meschede
… im Kleinen Saal der Stadthalle Meschede statt. Unter der Moderation von Prof. Dr. Christoph Kail von der FH Südwestfalen werden Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom NRW-Umweltministerium, der Rektor der FH, Prof. Dr. Michael Teusner, die Regierungspräsidentin aus Arnsberg, Frau Renate Drewke und Georg S. Freiherr von Weichs vom Waldbauernverband NRW …
Bild: CDU nun doch für die DichtheitsprüfungBild: CDU nun doch für die Dichtheitsprüfung
CDU nun doch für die Dichtheitsprüfung
CDU neuer Mehrheitsbeschaffer für die rot-grüne Minderheitsregierung CDU nun doch für die Dichtheitsprüfung Mitte Oktober war die CDU noch für die Aussetzung der Dichtheitsprüfung in NRW. Seit Mitte letzter Woche will die CDU schon nichts mehr davon wissen und stimmte im federführenden Umweltausschuss für den Antrag der SPD auf Vertagung. Das Umweltministerium arbeitet nun an einem dritten Erlass für den Kanal-TÜV. Noch vor kurzem kritisierte die CDU die Liberalen für die Ankündigung, dass die FDP dem Haushalt der rot-grünen Minderheitsre…
Bild: Bundesregierung stellte durch Last-Minute-Transport den Weiterbetrieb des AKW Doel sicherBild: Bundesregierung stellte durch Last-Minute-Transport den Weiterbetrieb des AKW Doel sicher
Bundesregierung stellte durch Last-Minute-Transport den Weiterbetrieb des AKW Doel sicher
Svenja Schulze hat jede Glaubwürdigkeit verloren Bundesregierung stellte durch Last-Minute-Transport den Weiterbetrieb des AKW Doel sicher ÖDP fordert juristische Schritte zur Stilllegung der rechtswidrig betriebenen belgischen Atomkraftwerke. (Düsseldorf/Münster) – Durch sechs Transporte von Atombrennelementen aus Lingen nach Doel im Juli 2019 hat die Bundesregierung den Weiterbetrieb des AKW Doel in Belgien für weitere zwei Jahre sichergestellt. Der letzte Transport ging am Sonntag, dem 28. Juli 2019 von Lingen nach Belgien. Am darauffol…
Wasserentnahmeentgelt: IHK fordert weiterhin Abschaffung
Wasserentnahmeentgelt: IHK fordert weiterhin Abschaffung
Die Nachricht, die NRW-Staatssekretär Dr. Alexander Schink den Teilnehmern des IHK-Wasser-Forums in Neuss überbrachte, löste keine Begeisterung aus: Das Wasserentnahmeentgelt, dessen Abschaffung Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und Umweltminister Eckhard Uhlenberg bis Ende dieses Jahres versprochen hatten, soll nun doch noch über einen Zeitraum von zehn Jahren beibehalten werden, bei einer jährlichen Reduzierung um jeweils zehn Prozent. Der Staatssekretär aus dem Umweltministerium nannte dies einen „Kompromiss“, der sich mit der angespan…
Bild: Keine Stellungnahme zur Fuchsjagd - Landtag NRW ignoriert TierschutzparteiBild: Keine Stellungnahme zur Fuchsjagd - Landtag NRW ignoriert Tierschutzpartei
Keine Stellungnahme zur Fuchsjagd - Landtag NRW ignoriert Tierschutzpartei
Am 24.November bat die Bundes- und NRW-Landesvorsitzende der Tierschutzpartei den Landtag um eine Stellungnahme zur landesweiten Ausweitung der Baujagd auf Füchse. Ein Pressesprecher des Umweltministeriums hatte im Oktober bekannt gegeben, man habe Erkenntnisse, dass das Verbot der Baujagd mit Einführung des ökologischen Jagdgesetzes durch die rot-grüne Vorgängerregierung zu keinerlei Verbesserung für die Situation des Niederwildes geführt habe. Anfragen durch die Vorsitzende der Partei Mensch Umwelt Tierschutz, Sandra Lück, ergaben, dass d…
Bild: Auszeichnung der EFA als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" 2009Bild: Auszeichnung der EFA als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" 2009
Auszeichnung der EFA als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" 2009
… in Duisburg als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" 2009 ausgezeichnet. Die Ehrung galt aber ebenfalls dem Initiator der Agentur, dem NRW-Umweltministerium, das durch Ernst-Christoph Stolper, Leiter der Abteilung "Fachübergreifende Umweltangelegenheiten und Nachhaltige Entwicklung" vertreten war. Sven Olderdissen, Deutsche Bank AG, Private Wealth Management, …
Bild: Europäische Schutzgebiete in NRW erlebenBild: Europäische Schutzgebiete in NRW erleben
Europäische Schutzgebiete in NRW erleben
Neues Portal „Natur erleben NRW“ von NABU und FH Münster ist online | Individuelles Radrouting zu nordrhein-westfälischen Naturschätzen Düsseldorf/Münster – „Natur erleben NRW“, das neue Naturerlebnis- und Radroutingportal für Nordrhein-Westfalen ist jetzt online. An der Schnittstelle zwischen Naturschutz und Tourismus versetzt dieses Portal den Naturfreund zukünftig in die Lage, ein- oder mehrtägige Touren zwischen 200 ausgewählten Natura-2000-Gebieten in Nordrhein-Westfalen zu erstellen. Gefördert von der EU und dem nordrhein-westfälische…
Bild: Tierschutzpartei NRW fordert Stellungnahme zur Fuchsjagd vom Präsidenten des LandtagsBild: Tierschutzpartei NRW fordert Stellungnahme zur Fuchsjagd vom Präsidenten des Landtags
Tierschutzpartei NRW fordert Stellungnahme zur Fuchsjagd vom Präsidenten des Landtags
Die Tierschutzpartei fordert den Präsidenten des Landtags NRW zu einer Stellungnahme zu einer ungewöhnlichen Vorgehensweise des Umweltministeriums auf. Am 17.10. gab ein Pressesprecher des Ministeriums bekannt, dass entgegen des derzeit gültigen Jagdgesetzes der rot-grünen Vorgängerregierung die Baujagd auf Füchse landesweit wieder erlaubt sei, da man festgestellt habe, dass die intensivere Prädatorenbejagung zum Schutz des Niederwildes notwendig sei. Ein Antrag der Landesvorsitzenden der Partei Mensch Umwelt Tierschutz / Tierschutzpartei N…
Bild: Gute Aussichten mit Öko-Innovationen: 5. EFA-Kongress am 14. Dezember in der Rohrmeisterei in SchwerteBild: Gute Aussichten mit Öko-Innovationen: 5. EFA-Kongress am 14. Dezember in der Rohrmeisterei in Schwerte
Gute Aussichten mit Öko-Innovationen: 5. EFA-Kongress am 14. Dezember in der Rohrmeisterei in Schwerte
… Motto "Gute Aussichten mit Öko-Innovationen – Strategien und Ansätze für ressourceneffizienteres Wirtschaften" richtete die Effizienz-Agentur NRW (EFA), Duisburg, in Zusammenarbeit mit dem NRW-Umweltministerium am 14. Dezember den 5. EFA-Kongress aus. Rund 200 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft waren der Einladung in die Rohrmeisterei …
Bild: ÖDP NRW entsetzt: NRW-Landesregierung reduziert Bekämpfung der UmweltkriminalitätBild: ÖDP NRW entsetzt: NRW-Landesregierung reduziert Bekämpfung der Umweltkriminalität
ÖDP NRW entsetzt: NRW-Landesregierung reduziert Bekämpfung der Umweltkriminalität
(Münster/Düsseldorf) – Die Auflösung der Stabsstelle „Umweltkriminalität“ im NRW-Umweltministerium stellt nach Meinung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen einen erneuten Schlag der NRW-Landesregierung gegen den Umweltschutz des Landes dar. Es ist ein falsches Signal für Umweltsünder und Umweltkriminelle. Dies macht deutlich, …
Sie lesen gerade: NRW-Umweltministerium verkündet Eckdaten für neues Gefahrtiergesetz