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Zweites Vatikanisches Konzil: Nur pastoral oder dogmatisch verpflichtend?

(openPR) Wolfgang Beinert, ein "Theologe" / "Dogmatiker" der Gruppe des sog. "Zweites Vatikanisches Konzils" (V2), veröffentlichte 2010 einen Aufsatz: "Nur pastoral oder dogmatisch verpflichtend? Zur Verbindlichkeit des Zweiten Vatikanischen Konzils" ("Stimmen der Zeit" 1,2010). Darin erklärt er endgültig, dass V2 keinerlei Verbindlichkeit besitzt, ja dass überhaupt jegliche Verbindlichkeit von Glaubenssätzen absolut ausgeschlossen ist und sein muss.


Beinert erwähnt eingangs, dass es V2-Kritiker gibt: "Am radikalsten ist die Position der sogenannten Sedisvakantisten: Weil sich der Papst als oberster Inhaber der Leitungs- und Lehrgewalt der römisch-katholischen Kirche die Konzilsdoktrin zu eigen gemacht habe, sei er zum Irrlehrer geworden und habe als solcher entsprechend der bereits im Mittelalter entwickelten Lehre von der automatischen Absetzung des häretischen Papstes ("papa a fide devius") sein Amt verloren". Hingegen in Wahrheit gibt es natürlich nicht "die Sedisvakantisten" als homogene Gruppe; namentlich die Katholiken sind nur eine winzige Teilmenge im Sedisvakantismus. Und v.a.: Die Katholiken stützen sich nicht auf Theorien zu einem "papa haereticus", sondern auf die unfehlbare Lehre von den wesentlichen Merkmalen der Kirche: "einig, heilig, katholisch und apostolisch." Die V2-Gruppe kann also gem. Dogma unmöglich die katholische Kirche sein.
Beinerts radikale Ablehnung jeglicher Verbindlichkeit von Glaubenssätzen, ob nun katholische Lehre oder V2-Irrlehre, beruht auf dem Agnostizismus (angebliche Erkenntnisunmöglichkeit von Wahrheit). Beinert propagiert dagegen eine völlig unverbindliche "dogmatische Verpflichtung". Der begriffliche Hintergrund: 1. "Dogma" ist eine unfehlbare Lehraussage, die sowohl a) in der göttlichen Offenbarung enthalten als auch b) vom kirchlichen Lehramt endgültig als unfehlbare Lehre zu glauben vorgelegt worden ist. Dogmen sind selbstverständlich notwendig unwandelbar - sonst wären sie ja keine eigentlich wahren Aussagen. So und auch nur so sind sie der absolut untrügliche, der absolut sichere Halt, damit der Mensch sich nicht auf den Irrwegen unwahrer Behauptungen verliert, sondern sein wahres Ziel findet. Die Zensur für jede vom Lehrsatz abweichende Meinung ist "Häresie"; Häretiker sind keine Mitglieder der Kirche. 2. Die "Dogmatik" hingegen beschäftigt sich als theologische Wissenschaft mit verschiedenen theologischen Aussagen, insbesondere auch mit ihren jeweiligen Gewissheitsgraden. Kirchliche Strafen können auch bereits verhängt werden, wenn noch kein Dogma bestritten wurde. Der Ausdruck "dogmatische Aussage" kann daher aufgefasst werden i.S.v. 1. Dogma oder 2. bloße theologische Aussage. Sämtliche V2-Texte sind nun definitiv nicht "dogmatisch" i.S.v. "ein neues Dogma festlegend". Gem. V2-Gruppe ist jegliche Glaubensfestlegung sogar verwerflich. O-Ton Beinert zum katholischen Glauben: "War diese Glaubensfestlegung einmal getroffen, erstarrte die Tradition wie erkaltete Lava. Sie ist nicht mehr Weg, sondern selbstzweckliches Ziel."
Die unbedingte Unverbindlichkeit der V2-Texte betont Beinert nachdrücklich, u.a. mit einem »"Vorwort eines Entwurfs für eine Konzilsvorlage "De revelatione Dei", also der späteren Konstitution "Dei Verbum"«. Dieses "Vorwort eines Entwurfs für eine Konzilsvorlage", d.h. selbst von bilderbuchartiger Unverbindlichkeit, stammt von Karl Rahner und Joseph Ratzinger: "Von pastoraler Sorge bewegt, will also die Kirche ihre Söhne wie auch alle anderen Menschen, die dem Wort Gottes geöffnet sind, ansprechen, und zwar nicht, indem sie ein theologisches System anbietet oder neue Dogmen festsetzt, sondern indem sie in der Drangsal dieser Zeit das Licht des Evangeliums ... auf den Leuchter stellt." Immerhin zitiert Beinert aber zusätzlich das wirklich definitive Machtwort von Giovanni Battista Montini (sog. "Papst Paul VI.", 7.12.1965): "Nun ist es hilfreich zu beachten, daß die Kirche durch ihr Lehramt, obwohl es kein Lehrkapitel mit außerordentlichen dogmatischen Sätzen definieren wollte, nichtsdestoweniger in sehr vielen Fragen mit Autorität ihre Lehre vorgelegt hat, an deren Norm heute ihr Gewissen auszurichten die Menschen gehalten sind." Kurzum: Man ist "gehalten" (?), an den V2-Texten "sein Gewissen auszurichten" (?). Es ist somit keinerlei Missverständnis möglich: Selbst wer ausnahmslos jede V2-eigentümliche Aussage ganz und gar und restlos ablehnt, kann gem. dem sichtbaren Oberhaupt der V2-Gruppe selbst *nicht* als Häretiker betrachtet, geschweige denn verurteilt werden.
Wie zumindest heillos verworren die V2-Texte selbst sind, deutet Beinert immerhin an: "So stehen etwa das kommunionale und das hierarchologische Kirchenbild unvermittelt nebeneinander; ist das Oberhoheitsverhältnis des Papstes allein und der Bischöfe mit dem Papst ungeklärt; ist die theologische Relation zwischen der römisch-katholischen Kirche und den anderen Konfessionen nicht sauber dargelegt." Also an unvermittelten, ungeklärten, unsauberen, unverbindlichen Texten soll man sein Gewissen bilden.
Die tatsächlichen Dogmen hingegen finden in der V2-Gruppe natürlich keine Gnade. O-Ton Beinert: "Beispiele solcher Änderungen dogmatischer Aussagen: Erbsündenlehre, Geltung des Satzes von der "alleinseligmachenden Kirche" ("Extra Ecclesiam nulla salus")". Richtig ist, dass die Heilsnotwendigkeit der Kirche ein Dogma ist, und dass V2 dieses Dogma ganz ausdrücklich leugnet: Nichtkatholische Gemeinschaft werden explizit als "Mittel des Heiles" bezeichnet (Unitatis Redintegratio 3). Aber natürlich ist damit nicht das Dogma geändert, sondern stattdessen ist damit jeder V2-Angehörige ein Häretiker und somit kein Mitglied der Kirche.
Abschließend: Eine griffige Definition, was die V2-Gruppe von unfehlbarer und somit unwandelbarer Lehre hält, sowie gleichzeitig ein Paradebeispiel zum dortigen Stellenwert der Logik gab kürzlich "Kardinal" Reinhard Marx anlässlich der "Familiensynode im Vatikan" (faz.de, 13.10.2014): "Natürlich wird die Lehre nicht verändert. Aber sie entwickelt sich."

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