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Rogate-Kloster: Ulrich Lilie, Präsident des Diakonie Bundesverbandes, im Interview

15.07.201412:34 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Rogate-Kloster: Ulrich Lilie, Präsident des Diakonie Bundesverbandes, im Interview
Fünf Rogate-Fragen an Ulrich Lilie, Präsident Diakonie Bundesverband
Fünf Rogate-Fragen an Ulrich Lilie, Präsident Diakonie Bundesverband

(openPR) Fünf Fragen an Pfarrer Ulrich Lilie über diakonische Spiritualität, tätige Nächstenliebe und wann ein Diakonie-Präsident Zeit zum Beten hat.

Rogate-Frage: Herr Pfarrer Lilie, zum 1. Juli haben Sie Sie das Amt des Präsidenten der Diakonie Deutschland angetreten. Mit welchen Erwartungen kommen Sie nach Berlin?

Ulrich Lilie: Ich möchte dazu beitragen, dass Diakonie als vernehmbare und parteiliche Stimme noch deutlicher wahrnehmbar wird, in Deutschland, in Europa und gemeinsam mit unserem Partnerwerk Brot für die Welt weltweit. Durch inhaltliche und auch geistliche Impulse möchte ich der Diakonie ein Gesicht und eine Stimme verleihen. In guter Abstimmung mit den diakonischen Einrichtungen und Diensten, den Fachverbänden und den landeskirchlichen Werken und der EKD möchte ich dabei vernetzt denken und arbeiten.

Rogate-Frage: Wie definieren Sie den Unterschied zu den anderen Wohlfahrtsverbänden? Was macht die Diakonie aus?

Ulrich Lilie: Die Diakonie als der soziale Dienst der evangelischen Kirchen setzt sich ein für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die auf Hilfe angewiesen oder benachteiligt sind. Sie benennt öffentlich Ursachen von sozialer Not gegenüber Politik und Gesellschaft. Grundlegend für die Arbeit der Diakonie, für uns als Christinnen und Christen ist, dass unser Glaube in der praktischen Hilfe für den Nächsten sichtbar wird: Diakonie ist tätige Nächstenliebe.

Mit der Gründung des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung haben wir unser Profil im Konzert der freien Wohlfahrt in besonderer Weise geprägt. Indem wir die sozialpolitische Arbeit in Deutschland enger mit der internationalen entwicklungspolitischen Arbeit verzahnt haben, stellen wir uns den Herausforderungen einer globalisierten Welt. Damit erfüllen wir unseren christlichen Auftrag und leisten effektiv Hilfe – präventiv und in akuten Notsituationen, hier und weltweit.

Rogate-Frage: Welche Schwerpunkte wollen Sie in Kirche und Politik setzen? Gibt es schon eine Agenda?

Ulrich Lilie: Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im Vorstand und mit der Mitarbeiterschaft möchte ich Visionen und Strategien zu den aktuellen sozialpolitisch brisanten Themen entwickeln: Armut und soziale Sicherung, Gesundheit und Ernährung, Bildung und Arbeit, Inklusion und Teilhabe, Migration und Flucht sowie Bewahrung der Schöpfung gehören mit Sicherheit dazu.

Rogate-Frage: Sie wissen, dass wir uns ganz bewusst Rogate-Kloster nennen, weil uns das Reden mit Gott im Gebet so wichtig ist. Sie selbst sind seit langem als Kirchenmanager in verschiedenen Positionen tätig. Wie wird sich Ihr geistlich-spirituelles Leben künftig gestalten? Hat ein Diakoniepräsident Zeit zum Beten?

Ulrich Lilie: “Bete und arbeite” (nach Benedict von Nursia)…selbstverständlich habe ich auch als Diakonie-Präsident Zeit zum Beten! Aber mein geistlich-spirituelles Leben spielt sich nicht nur im stillen Kämmerlein ab. Glaube ist auf die Begegnung und den Dialog angewiesen. Christlicher Glaube entfaltet seinen Glanz und seine gestaltende Kraft gerade dadurch, dass er auf die soziale Wirklichkeit, auf die wirklichen Menschen trifft.

Rogate-Frage: Die Diakonie Hessen lehnt eine “Stigmatisierung oder Pathologisierung von Schwulen und Lesben” grundsätzlich ab. Dennoch finden sich unter den evangelikalen Mitgliedern manches Landesverbandes der Diakonie Organisationen, die Kritiker als “Homoheiler” bezeichnen. Schließt die Akzeptanz von Vielfalt der Schöpfung auch die Offenheit für ausgrenzende Positionen und die Diskriminierung mit ein? Welche Position vertreten Sie?

Ulrich Lilie: Meine Position deckt sich mit der der Diakonie. Es ist ein zentrales Ziel diakonischer Arbeit, jegliche Diskriminierung wegen Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Herkunft grundsätzlich zu verhindern. Somit lehnt die Diakonie auch jede Form der Diskriminierung homosexueller Menschen ab. Sie unterstützt und begleitet Menschen, die gesellschaftliche Diskriminierung erfahren haben und hilft ihnen, damit umzugehen. Und das ist auch gut so – und hat gute theologische und sozialethische Gründe!

Rogate: Herr Pfarrer Lilie, vielen Dank für das Gespräch!

Mehr Infos über den Diakonie Bundesverband finden Sie hier: www.Diakonie.de

Weitere Freitagsfragen – und Antworten – finden Sie hier: www.Rogatekloster.de

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