(openPR) Auf der Insel hoch hinaus: Rugen aus der Möwenperspektive
Architektur und Prora – bislang war das ein eher schweres Thema. Bekannt ist der Ortsteil des Seebads Binz auf Rugen vor allem fur seine wuchtigen Betonbauten aus den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die grune Seite von Prora wird daruber leicht vergessen. Dabei konnte sich rund um die verlassenen Gebäude die Natur wunderbar entfalten. Ende Mai eröffnete Bundeskanzlerin Merkel dort das fur 13,5 Millionen in den vergangenen funf Jahren neu erbaute Naturerbe-Zentrum Rugen. Zentraler Bestandteil ist ein Baumwipfelpfad, der zur Sicherung der Wegstrecke mit transparenter Netzarchitektur der Carl Stahl GmbH in Sußen ausgestattet wurde.
Die Bundesregierung hatte der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) 2008 in Prora ein etwa 2.000 Hektar großes Gelände zwischen Jasmunder Bodden und Prorer Wiek ubergeben. Seither ist dort ein Lehr- und Erlebnisgarten der Natur mit naturnahen Wäldern, Feuchtbiotopen und Lebensräumen fur seltene Arten entstanden, der nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Und das, so Bundeskanzlerin Merkel, sei wichtig, um das Verständnis fur Flora und Fauna uberhaupt wieder einmal zu wecken.
Zentraler Erlebnisbereich: der Baumwipfelpfad
Realisiert wurde das vom Schönberger Architekten Josef Stöger entworfene Naturerbe-Zentrum Rugen von der DBU in Zusammenarbeit mit der Erlebnis Akademie AG aus Bad Kötzting. Neben der Sanierung eines denkmal-geschutzten Forstschlosses, das nun als Verwaltungsgebäude dient, wurde ein komplett barrierefreies Informationszentrum mit Gastronomie und Seminarräumen errichtet sowie ein Baumwipfelpfad angelegt.
In einer Höhe von vier bis siebzehn Metern fuhrt der Erlebnisweg durch einen jahrhundertealten Buchenwald. Zentraler Punkt des 1.250 Meter langen Baumwipfelpfades ist ein 40 Meter hoher Turm, der eine mächtige Buche umschließt, an deren Krone vorbei die Besucher auf die Aussichtsplattform gelangen. Von dort bietet sich beste Aussicht auf das Naturerbegebiet sowie weite Teile der Insel Rugen und die Ostsee. Dieser sogenannte „Nestturm“ ist einem Adlerhorst nachempfunden. Mit einer Steigung von maximal sechs Prozent ist der Baumwipfelpfad auch fur Kinderwagen und Rollstuhle problemlos zu befahren. Teil des Pfades sind funf didaktische Stationen, an denen das Thema inhaltlich vertieft wird.
Edelstahlseile und -netze haben bauaufsichtliche Zulassungen
Charakteristisch fur den 1,2 Kilometer langen Baumwipfelpfad ist seine leichte Netzarchitektur, die die Natur direkt erlebbar macht und gleichzeitig Sicherheit gewährleistet. In Sichtnähe zu den wuchtigen Betonburgen wurde mit X-TEND Edelstahlseilnetz der Carl Stahl GmbH Sußen ein filigraner Gegensatz geschaffen. Fur die Geländerfullungen an den Rampen und Turmen wurden X-TEND Edelstahlseilnetze mit einer Maschenweite von 60 Millimetern sowie einem Seildurchmesser von zwei Millimetern angebracht. Hinzu kommen horizontale X-TEND Auffangnetze an den funf didaktischen Spielstationen mit einem stärkeren Seildurchmesser von drei Millimetern, sowie raumhohe Netze als Absturzsicherung am Aussichtsturm.
Die I-SYS Seilkonfektionen aus V4A-Edelstahl fur die Randanbindung wurden mit Seildurchmessern von sechs und zehn Millimetern eingebaut. Der statische Nachweis sowohl fur die Seilzugglieder als auch die absturzsichernden Seilnetze basiert auf Kennzahlen der bauaufsichtlichen Zulassungen der Seil- und Netzsysteme I-SYS und X-TEND. In enger Abstimmung mit dem Architekten zur bestimmungsgemäßen Definition des Anforderungsprofils war Carl Stahl mit der statischen Bemessung und der Werkplanung, Herstellung und Montage der aus V4A Edelstahl bestehenden Seilnetzfullungen beauftragt. „Der Weg vom abstrakten Naturschutz zum konkreten, greifbaren Naturschutz ist bei diesem Projekt gelungen“, freut sich Kanzlerin Merkel.











