(openPR) Intensivmedizin: Eine adäquate perioperative Schmerztherapie senkt gastrointestinale, kardiale und andere Risiken signifikant; letztlich werden auch Analgetika und therapeutisch-pflegerischer Aufwand eingespart. Schmerzfreiheit in der Intensivstation dient allen Beteiligten, belegen Güven Braune und Dr. Anja Heymann (Charite Berlin) in "Der Akutschmerzdienst - Ratgeber für Pflegende und Ärzte in der perioperativen Therapie". Das Arbeitsbuch für Intensivpflege und Intensivmedizin liegt jetzt in aktualisierter Neuauflage vor.
Die Autoren lassen keinen Zweifel: Bei schweren Eingriffen "ist ein Schmerzkatheter die erste Wahl. Nur wenn dieser nicht gelegt werden kann oder der Patient ihn ablehnt, sollte ein PCA-i.v.-Verfahren zum Einsatz kommen. Die orale Schmerzmedikation ist bei diesen Eingriffen nur als Begleitmedikation oder zur Beendigung des Schmerzkatheter-Verfahrens indiziert. Schmerzpflaster sind für die postoperative Schmerztherapie nicht geeignet, da dieses System zu träge reagiert.
Dank Schmerzkatheter gelangen die Analgetika zum optimalen Wirkort. Die unerwünschten systemischen Nebenwirkungen, die bei der oralen oder i.v. Schmerztherapie auftreten können, fallen hier weg.
Die häufig angeführten sensiblen und motorischen Blockaden lassen sich durch eine Anpassung der Pumpeneinstellung und eine eventuelle Änderung der Lokalanästhetika-Konzentration beheben; jedenfalls soweit, dass der Patient genügend Gefühl, Kontrolle und Kraft in den Beinen hat, um mobilisiert werden zu können, und dass es nicht zu einer Blasen- oder Stuhlinkontinenz kommt.
Mit Schmerzkatheter-Verfahren kann eine ausreichende Mobilisation bei gleichzeitiger guter Analgesie erreicht werden.
Alle Schmerzkatheter sind vom Prinzip her gleich aufgebaut. Die Katheterlänge und die Steifigkeit können zwar variieren, aber diese Unterschiede sind für die Akutschmerzdienst-Betreuung nicht relevant. Die Anlage, sei es PDK oder periphere Schmerzkatheter, erfolgt meist kurz vor Narkoseeinleitung. Anschließend wird eine Schmerzpumpe angeschlossen. So kann das Schmerztherapie-Verfahren bereits intraoperativ genutzt werden. Dadurch ist eine nahtlose postoperative Versorgung mit einer Schmerzpumpe sichergestellt ..."
Braune und Heymann bieten eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Verfahren, Dosierungen, Risiken und Vorzüge. Das Arbeitsbuch beschreibt knapp, präzis und übersichtlich Bewährtes und Neues - das gesamte Handwerkszeug einer perioperativen Schmerztherapie.
>> Güven Braune, Anja Heymann: Der Akutschmerzdienst. Ratgeber für Pflegende und Ärzte in der perioperativen Therapie. II. überarbeitete Auflage. Pabst, 180 Seiten, ISBN 978-3-89967-819-2











