(openPR) Verzweifelter Künstler mit Schwerbehinderung erhält Nachricht vom Bayern-Präsidenten
Ein verzweifelter Schwerbehinderter bat den Präsidenten des FC Bayern München kürzlich um Hilfe. Uli Hoeneß antwortete mit einem einfühlsamen Schreiben und bekundete dem Künstler seine volle Solidarität mit schwerbehinderten Menschen.
Aber der Reihe nach: Am Anfang steht ein kleiner Junge, der von einer erwachsenen Vertrauensperson sexuell missbraucht wurde. Seit der Tat leidet das Opfer an Posttraumatischen Belastungsstörungen und Panikattacken, und ist schwerbehindert. Heute ist der Junge von einst erwachsen und kämpft als Künstler um sein Überleben. Seit 2002 gibt es in der Bundesrepublik Deutschland das Behindertengleichstellungsgesetz und das verfassungsmäßige Grundrecht auf Inklusion, d.h. Eingliederung in die Gesellschaft. Dennoch wurde der schwerbehinderte Künstler von der Deutschen Nationalgalerie brüsk abgewiesen. Der Inklusionsanspruch für Behinderte gelte nicht im Kulturleben, wie ein hochrangiges Vorstandsmitglied zur Antwort gab. Man sei schließlich die Nationalgalerie der Bundesrepublik Deutschland und keine „Behindertenwerkstatt“.
"Nicht nur die Nationalgalerie ignoriere derzeit bei der Auswahl Schwerbehinderte gleicher Eignung, sondern die meisten Kunstvereine, Museen und öffentlichen Galerien. Diese Praxis aber verstoße eindeutig gegen bundesdeutsche Grundrechte und das Behindertengleichstellungsgesetz (BBG)", so der Künstler. So wendete er sich an verschiedene offizielle Vertreter, Politiker und Prominente mit der Bitte um Unterstützung seiner Idee, auch für Kulturinstitute eine Schwerbehindertenquote bei der Ausschreibung von Ausstellungsmöglichkeiten einzuführen - zumindest wenn diese Institutionen mit öffentlichen Mitteln gefördert werden.
Die meisten angeschriebenen Volksvertreter und Prominenten antworteten nicht. Der Vorsitzende des FC Bayern München jedoch zeigte sich zutiefst betroffen über die Zeilen des jungen Künstlers, und er antwortete mit einem persönlichen Schreiben:
"Sehr geehrter Herr (...),
Ihre Zeilen haben mich zutiefst betroffen gemacht, und ich kann Ihnen nur mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen die Kraft und den Segen Gottes bei Ihrem weiteren Lebensweg. (…)
Vielen Dank für Ihre Ausführungen hinsichtlich der Not schwerbehinderter Künstler bei der Findung von Ausstellungsmöglichkeiten. Sie wünschen sich, dass Kunstvereine und öffentliche Kulturträger bei ihrer Auswahl künftig darauf achten, schwerbehinderte Bewerber bei gleicher Eignung bevorzugt auszuwählen. Anderenfalls sehen Sie die verfassungsmäßig garantierten Rechte auf Gleichstellung Behinderter und deren Anspruch auf Inklusion gefährdet. Gern werde ich mich mit dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Herrn Hubert Hüppe, in Verbindung setzen und ihn auf das Problem hinweisen.
Ich möchte Ihnen versichern, dass ich und das gesamte Team vom FC Bayern München schwerbehinderte Menschen besonders achten und wir uns gern für deren Rechte stark machen.
Noch einmal möchte ich Ihnen meine Anteilnahme bei Ihrem schweren Schicksal zum Ausdruck bringen. Mit den besten Wünschen für Sie und Ihren künftigen Lebensweg verbleibe ich mit meinen herzlichsten Grüßen
Ihr Uli Hoeneß"
Der schwerbehinderte Künstler wünscht sich, dass sich zumindest in dieser Frage noch einige Persönlichkeiten aus Öffentlichkeit und Politik an Uli Hoeneß ein Beispiel nehmen und für eine Stärkung der Rechte behinderter Menschen im Kulturleben einsetzen.
Für das Verfassen einer gemeinsamen Petition zur Einführung einer Schwerbehindertenquote bei von aus öffentlichen Mitteln geförderten Kulturinstitutionen veranstalteten Auswahlverfahren zu Ausstellungen oder sonstigen Veranstaltungen benötigt der schwerbehinderte Künstler noch weitere Unterstützer und Unterzeichner.













