openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Prof. Dr. Thomas Misgeld und Prof. Dr. Boris Schmidt erhalten den Alzheimer-Forschungspreis

22.11.201215:27 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Frankfurt, 22. November 2012 – Professor Dr. Thomas Misgeld (Technische Universität München) und Professor Dr. Boris Schmidt (Technische Universität Darmstadt) haben den diesjährigen renommierten, Alzheimer-Forschungspreis der Frankfurter Hans und Ilse Breuer-Stiftung erhalten, der mit insgesamt 100.000 EUR dotiert ist und zwischen den beiden Wissenschaftlern geteilt wird. Der Preis wurde am 21. November anlässlich der Eibsee-Konferenz "Zelluläre Mechanismen der Neurodegeneration" zum achten Mal in Folge verliehen und ist die höchst dotierte Auszeichnung für Alzheimer-Forschung in Deutschland. Alzheimer und ähnliche Demenzen gehören zu den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung hat sich daher zur Aufgabe gemacht, herausragende Forschung auf diesem Gebiet zu fördern.



Professor Dr. Thomas Misgeld erhält die begehrte Auszeichnung für seine Forschung zum Aufbau und Zerstörung der Nervenverbindungen im Gehirn. Nervenzellen kommunizieren untereinander über teilweise sehr lange Fortsätze, die Axone. Für ein funktionierendes Gehirn müssen unendlich viele Nervenzellen über solche Axone korrekt miteinander verbunden und fehlerhafte Verknüpfungen wieder gelöst werden. Der 1971 geborene Wissenschaftler untersucht diesen äußerst komplizierten Vorgang im lebendigen Gehirn von Tiermodellen, vor allem bei Mäusen, aber auch bei Zebrafischen. Er hat dafür mikroskopische Techniken entwickelt, die es ihm erlauben, mit Hilfe von Lasern beispielsweise die Energiekraftwerke der Zellen, die Mitochondrien, sichtbar zu machen. Diese Techniken ermöglichen ihm auch, den Transport dieser Kraftwerke durch die langen Axone zu beobachten und dessen Geschwindigkeit exakt zu messen.

Früh schon hat der vielfach ausgezeichnete Wissenschaftler festgestellt, dass seine Forschungsergebnisse nicht nur für das normal funktionierende gesunde Gehirn von größter Relevanz sind, sondern dass seine Ergebnisse auch auf viele Demenzerkrankungen wie Alzheimer und Amyotrophe Lateral Sklerose übertragbar sind. Dabei wird der Transport der Energiekraftwerke durch die Axone verlangsamt und es kommt zu einem Transportstau, der dann zum Absterben der Axone führt. Professor Misgeld fand heraus, dass Radikale, extrem reaktive und hoch toxische Verbindungen, das Absterben der Axone einleiten. Er entdeckte aber auch, dass dieser Vorgang mit "Radikalfängern" gestoppt werden kann und reversibel ist.

Thomas Misgeld studierte Medizin an der TU München. 1999 promovierte er am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, ist seit 2009 Professor für Biomolekulare Sensoren an der TU München und gehört dem Zentrum für integrierte Proteinforschung München (CIPSM) an. Er hat bereits mehrere wichtige Forschungspreise erhalten, unter anderem den Wyeth MS Young Investigator award (2004), den Robert-Feulgen-Preis (2005), den Sofja-Kovalevskaja-Preis (2006) und den Schilling-Preis (2007).

Professor Dr. Boris Schmidt erhält den Forschungspreis der Breuer-Stiftung in Anerkennung seiner hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Wirkstoffforschung gegen pathologische Proteinablagerungen der Alzheimer-Krankheit und anderer neurodegenerativer Erkrankungen. Der 1962 geborene Boris Schmidt, der seit 2001 Professor für Organische Chemie an der TU Darmstadt ist, hat in Hannover Chemie studiert und sich anschließend auf Fragen der organischen Chemie und Wirkstoffentwicklung spezialisiert. Nach Aufenthalten in verschiedenen Forschungsinstituten in USA und Europa begann seine Beschäftigung mit neurodegenerativen Erkrankungen in der pharmazeutischen Industrie als Gruppenleiter bei Novartis in Basel. Seit dieser Zeit zielt seine Forschung auf zentrale Fragen der Alzheimer-Krankheit ab. Dort verklumpen ("aggregieren") bestimmte Proteine wie A-beta oder Tau und zerstören damit Nervenzellen. Die Proteine werden außerdem anomal modifiziert, beispielsweise durch Abspaltung oder chemische Veränderung durch Phosphatgruppen. Deshalb spielen die verantwortlichen Enzyme (Proteasen, Kinasen) eine zentrale Rolle in der Ursachenforschung: Kann man diese Prozesse durch maßgeschneiderte Wirkstoffe unterbinden? Kann man die pathologischen Reaktionen im Gehirn durch neuartige Kontrastmittel sichtbar machen?

Im Fall von A-beta gelang es Boris Schmidt und seinem Team in beeindruckender Weise, neue Hemmstoffe gegen die Aggregation zu entwickeln sowie Inhibitoren der "Sekretase"-Enzyme, durch die das A-beta aus dem Vorläuferprotein APP herausgeschnitten wird. Der chemische Trick ist dabei, nicht nur Moleküle zu finden, die die erwünschte Wirkung haben, sondern sie auch so zu modifizieren, dass sie die Blut-Hirn-Schranke passieren, weil sie erst dann an ihre Wirkstätte gelangen. Außerdem dürfen die Substanzen nicht selbst toxisch sein und Nebenwirkungen erzeugen. Im Fall von Tau-Protein geht es ebenfalls um die Verhinderung der Aggregation sowie um die Hemmung von Proteinkinasen, die die anomale Phosphorylierung hervorrufen. Hier gelang es dem Wissenschaftler, hochspezifische Hemmstoffe zu finden, die nur das Ziel-Enzym herunterregeln, aber nicht die zahlreichen verwandten Proteinkinasen.

Parallel zu diesen Ansätzen, die auf die Therapie der Krankheiten ausgerichtet sind, beschäftigt sich Professor Schmidt intensiv mit der Entwicklung von neuen Marker-Verbindungen, die spezifisch an die pathologischen Aggregate im Gehirn andocken und sie mit Hilfe von modernen klinischen Abbildungsmethoden (beispielsweise PET, MRT) sichtbar machen. Dies dient der Diagnose, die gerade für die langsam fortschreitenden Veränderungen im Gehirn möglichst früh gestellt werden muss, um therapeutische Maßnahmen einzuleiten. Dabei liegt die Herausforderung darin, nur die Zielsubstanzen kontrastreich darzustellen, andere Gehirnstrukturen aber nicht. Diese Beispiele belegen die außerordentlich wichtige Funktion der zielgerichteten chemischen Wirkstoffforschung an der Schnittstelle zwischen der klinischen Diagnose und Therapie einerseits sowie der biomedizinischen Grundlagenforschung andererseits, ohne die neue Durchbrüche bei der Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit und anderer neurodegenerativer Erkrankungen nicht denkbar sind.

„Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung will mit der diesjährigen Auszeichnung von Thomas Misgeld und Boris Schmidt deren bahnbrechenden Entdeckungen ins Zentrum rücken, die von größter Wichtigkeit für therapeutische Ansätze zur Bekämpfung von Alzheimer und Amyotrophe Lateral Sklerose sind“, so Professor Dr. Christoph Hock von der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich, Kuratoriumsmitglied der Stiftung.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 681186
 199

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Prof. Dr. Thomas Misgeld und Prof. Dr. Boris Schmidt erhalten den Alzheimer-Forschungspreis“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Den zellulären Mechanismen der Alzheimer-Krankheit auf der Spur
Den zellulären Mechanismen der Alzheimer-Krankheit auf der Spur
An neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson sind ganz unterschiedliche Prozesse beteiligt. Dazu gehören beispielsweise Entzündungs-mechanismen, der Proteinstoffwechsel, die Regulation von Nervenzellen oder als neues Gebiet die Neuromikrobiotik (Darm-Hirn-Achse). Diese und weitere Themen finden sich deshalb im Programm des Eibsee-Meetings „Cellular Mechanisms of Neurodegeneration“, das vom 24. bis 26. Oktober 2018 am Eibsee südlich von München stattfindet. Rund hundert Wissenschaftler aus aller Welt präsentieren ihre neue…
Bild: Steffi G. Riedel-Heller erhält Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-StiftungBild: Steffi G. Riedel-Heller erhält Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung
Steffi G. Riedel-Heller erhält Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung
Mit dem diesjährigen Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung wird die renommierte Wissenschaftlerin Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller (Universitätsklinikum Leipzig) ausgezeichnet. Damit geht der zum elften Mal vergebene Preis, der mit 100.000 Euro dotiert ist, an eine Forscherin, die ihre wissenschaftliche Laufbahn ganz dem Verständnis der Epidemiologie, der Versorgung und der Prävention neurodegenerativer Erkrankungen gewidmet hat. Der Preis wurde am 5. Oktober anlässlich des Deutschen Kongresses für Versorgungsforsch…

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung lobt erneut den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis aus
Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung lobt erneut den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis aus
Seit 2006 verleiht die Frankfurter Hans und Ilse Breuer-Stiftung jährlich den mit 100.000 Euro deutschlandweit höchstdotierten Alzheimer-Forschungspreis an Wissenschaftler, die zu entscheidenden Fortschritten in der Alzheimer-Forschung oder ähnlichen Demenzerkrankungen beitragen. Das Preisgeld steht dem Preisträger im Rahmen seiner wissenschaftlichen …
Bild: Von der E-Mobilitäts-Spezialistin zum 3D-Experten: Preise für Wissenschaftler/-innen an hess. HAWsBild: Von der E-Mobilitäts-Spezialistin zum 3D-Experten: Preise für Wissenschaftler/-innen an hess. HAWs
Von der E-Mobilitäts-Spezialistin zum 3D-Experten: Preise für Wissenschaftler/-innen an hess. HAWs
… Angewandte Wissenschaften in Hessen herausragende Leistungen in der praxisorientierten Forschung in den Blickpunkt gerückt. Der Preis der Kampagne „Forschung für die Praxis“ ging an Prof. Dr. Stefan Kolling (Technische Hochschule Mittelhessen, 1. Preis, 12.500 Euro), Prof. Dr. Heino Stöver, Frankfurt University of Applied Sciences (2. Preis, 6.000 Euro), …
Amerikanischer Forschungspreis für Wittener Dozenten
Amerikanischer Forschungspreis für Wittener Dozenten
… für seine Arbeit über die Immuntherapie mit dreifunktionalen Antikörpern. „Ich bin stolz, dass Herr Dr. Ströhlein diese renommierte Auszeichnung erhalten hat“, freut sich Prof. Dr. Markus M. Heiss, Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie und Inhaber des Lehrstuhls für Chirurgie der Universität Witten/Herdecke, über die …
Preise für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an hessischen HAWs
Preise für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an hessischen HAWs
… Angewandte Wissenschaften in Hessen herausragende Leistungen in der praxisorientierten Forschung in den Blickpunkt gerückt. Der Preis der Kampagne „Forschung für die Praxis“ ging an Prof. Dr. Stefan Kolling (Technische Hochschule Mittelhessen, 1. Preis, 12.500 Euro), Prof. Dr. Heino Stöver, Frankfurt University of Applied Sciences (2. Preis, 6.000 Euro), …
Demenz und ALS Proteine auf Abwegen
Demenz und ALS Proteine auf Abwegen
… Main, 13. Oktober 2011 Prof. Dr. Manuela Neumann von der Universität Zürich hat gestern den renommierten, mit 100.000 EUR dotierten Alzheimer-Forschungspreis der Frankfurter Hans und Ilse Breuer-Stiftung erhalten. Der Preis wurde anlässlich der Eibsee-Konferenz "Zelluläre Mechanismen der Neurodegeneration" nahe Garmisch-Partenkirchen zum siebten Mal …
Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung lobt den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis 2014 aus
Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung lobt den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis 2014 aus
… fördert seit 2006 wissenschaftliche Leistungen, die zu entscheidenden Fortschritten in der Alzheimer-Forschung oder ähnlichen Demenzerkrankungen beitragen. Zu diesem Zweck wird jährlich der Alzheimer-Forschungspreis verliehen, der mit 100.000 Euro dotiert ist. Der Preis wird an Wissenschaftler im Inland und – sofern die Rückkehr nach Deutschland geplant …
Bild: IHK-Forschungspreis für Wissenschaftler der Hochschule HarzBild: IHK-Forschungspreis für Wissenschaftler der Hochschule Harz
IHK-Forschungspreis für Wissenschaftler der Hochschule Harz
… IHK Magdeburg, Wolfgang März, überreicht. Weitere Preise gingen an Dr. Malte Kaspereit von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Thomas Beller von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Hochschule Harz Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH) Rektoratsvilla, Haus 6 Friedrichstraße 57-59 38855 Wernigerode 3 Fachbereiche: - Automatisierung und …
Bild: Steffi G. Riedel-Heller erhält Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-StiftungBild: Steffi G. Riedel-Heller erhält Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung
Steffi G. Riedel-Heller erhält Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung
Mit dem diesjährigen Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung wird die renommierte Wissenschaftlerin Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller (Universitätsklinikum Leipzig) ausgezeichnet. Damit geht der zum elften Mal vergebene Preis, der mit 100.000 Euro dotiert ist, an eine Forscherin, die ihre wissenschaftliche Laufbahn ganz dem Verständnis …
Bild: Wissenschaftler der HarzOptics GmbH mit IHK-Forschungspreis ausgezeichnetBild: Wissenschaftler der HarzOptics GmbH mit IHK-Forschungspreis ausgezeichnet
Wissenschaftler der HarzOptics GmbH mit IHK-Forschungspreis ausgezeichnet
… Wolfgang März, und vom Präsidenten der IHK Magdeburg, Dr. Klaus Hieckmann, überreicht. Weitere Preise gingen an Dr. Malte Kaspereit von der Universität Magdeburg und Thomas Beller von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Christian Reinboth, Dipl.-Wirtsch.-Inf. (FH) Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit HarzOptics GmbH (i.G.) Dornbergsweg 2 38855 Wernigerode
Sie lesen gerade: Prof. Dr. Thomas Misgeld und Prof. Dr. Boris Schmidt erhalten den Alzheimer-Forschungspreis