(openPR) Familie Wurzer hat die Sauenhaltung aufgegeben und stattdessen Erdbeeren und Kürbisse forciert. Eine Erfolgsgeschichte von und mit Mieze Schindler, Warzenkürbissen, Einfallsreichtum und der Leidenschaft für den guten Geschmack.
Da steht sie, mit ihrer Goldmedaille. Süß, mit frischer rubinroter Farbe und verführerischem Duft. Man kann gar nicht aufhören an ihr zu riechen, muss sie einfach kosten. Sie, die den Namen Mieze Schindler trägt und 2011 als beste Beerenmarmelade Österreichs ausgezeichnet wurde.
Liebhaber kennen Mieze Schindler. Sie ist die aromatischste aller Erdbeersorten. Otto Schindler gelang 1925 der Züchtererfolg und er benannte die Beere nach seiner Frau Maria, Kosename Mieze. Die Sorte setzte sich im gewerbsmäßigen Anbau jedoch nicht durch. Denn neben dem geringeren Ertrag braucht Mieze Schindler auch eine Bestäubersorte, damit die ausschließlich weiblichen Blüten auch Fruchtkörper ausbilden. Eine andere Maria nahm sich dieser Sorte vor wenigen Jahren wieder an und kreierte daraus eine wunderbare Marmelade: Maria Wurzer aus Wieselburg.
Bevor die Niederösterreicher jedoch Mieze Schindler entdeckt haben, begannen sie mit Erdbeerfeldern zum Selberpflücken. 1986 waren Maria und Leo Wurzer eine der ersten damit im Mostviertel. Das junge Ehepaar hatte 1983 die Landwirtschaft übernommen und setzte von Anfang an auf Direktvermarktung. „Damals war das schon ein gewisses Wagnis, schließlich hatten wir überhaupt keine Erfahrungswerte“, führt Leo Wurzer aus. Ihr Erfolgsrezept? „Das Erdbeerpflücken muss Spaß machen. Kunden schätzen unsere gepflegten Felder und leckeren Früchte“, weiß Leo Wurzer. „Dazu natürlich der persönliche Kundenkontakt. Für ein nettes Tratscherl muss man sich einfach die Zeit nehmen“, ergänzt Maria Wurzer.
Anfang des neuen Jahrtausends folgte die nächste große Entscheidung: die Schweinemast wurde aufgegeben, der komplette Hof saniert. Als zweites Standbein neben den Erdbeeren erkor man den Kürbis. „Ich habe damals in Magazinen und Büchern gelesen, dass der Kürbis in der Küche immer beliebter wird“, erinnert sich Maria Wurzer. „Auch von den saisonalen Arbeitsabläufen passt er gut in unseren Betrieb“. Im ersten Jahr wurden 30 Sorten an Speise- und Zierkürbissen angepflanzt. Der Verkauf erfolgte über Stände an der Straße. „Wir wollten einfach einmal schauen wie die Leute in unserer Region den Kürbis annehmen, bevor wir mehr investieren“, so Leo Wurzer.
Die Akzeptanz war gut und man beschloss, das Kapitel Kürbis weiterzuverfolgen. Ein Jahr später waren die Umbauarbeiten am Hof abgeschlossen und ein großzügiger Verkaufs- und Präsentationsraum geschaffen. Heute sind es mehr über 100 verschiedene Sorten, die in der alljährlichen Kürbisschau präsentiert und verkauft werden. Mehrere Wochen wird dekoriert, um ein wahres Kürbis-Schlaraffenland einzurichten. „Kürbis kann jeder anbauen. Die Kunst ist es ihn auch zu vermarkten“, ist sich Maria Wurzer der Herausforderung bewusst. Wegen einem Kürbis allein kommt auch keiner auf den Hof. Der Mehrwert sieht die Familie in der Vielfalt und der Beratung. Auch der Sinn fürs Schöne spielt da eine Rolle. Da liegen die faszinierend hässlichen Warzenkürbisse neben den wunderschön geschnitzten Halloweenkürbissen und jenen zum Kochen. Flaschenkürbisse werden getrocknet, bemalt und an Wand gehängt. Andere Sorten werden schon im Sommer eingeritzt, sodass sich die Narben bis zum Herbst hervorheben.
Im Jahr 2005 begannen die Wurzers mit der Veredelung ihrer Erdbeeren und Kürbisse. Das Sortiment ist mittlerweile auf über 30 Produkte angewachsen. „Höchste Qualität ist unser Credo. Wir sind noch eine echte Manufaktur!“ ist Maria Wurzer stolz. Im Hofladen der Wurzers findet man so neben der handgerührten Mieze Schindler-Marmelade auch Kreationen mit rosa Pfeffer, weißer Schokolade, Vanille und Rhabarber. Ein Regal weiter stehen Kürbiskernöl, eingelegte Minikürbisse, Kürbisbrand und der Erdbeer-Frizzante. Und wieder ein Regal weiter trifft die Erdbeere sogar auf den Kürbis – liebevoll umhüllt von Schokolade. Eine Kombination, die sich durchaus herzeigen lässt. Ein Goldmedaillenträger drängt besonders in den Vordergrund: der Kürbiskern-Cremelikör wurde 2012 mit dem begehrten Goldenen Stamperl ausgezeichnet.
Seit 2008 ist der Kürbishof auch ein beliebtes Ausflugsziel für Busgruppen von nah bis fern. Maria Wurzer: „Als begeisterte Köchin habe ich mir für die Exkursionen etwas Besonders ausgedacht. Ich veranstalte mit jeder Gruppe ein Schaukochen und gebe dabei wertvolle Tipps zum Einkauf und zur Verarbeitung.“ Das zubereitete Gericht kann danach gleich verkostet werden. Im neu eingerichteten Hofcafé warten selbstgebackene Kuchen. Leo Wurzer weiß warum das Programm gut ankommt: „Bei uns wird keine Massenabfertigung betrieben. Als Familienbetrieb nehmen wir uns Zeit für jeden einzelnen Besucher und das schätzen die Leute.“ Diese Gastfreundschaft hat schon öfters dazu geführt, dass der Abschied schwer gefallen ist von Familie Wurzer. „Ja ein paar Personen haben wirklich schon gefragt, ob sie einfach bei uns bleiben könnten, weil es ihnen so gut gefällt“, schmunzelt Maria Wurzer. Dann wendet sie sich wieder ihrem Marmeladetopf zu, aus dem ihre herrlichen Kompositionen entstehen.











