(openPR) Berufsgruppe Sprachdienstleister der Wirtschaftskammer Wien: Übersetzen für den inländischen Markt – Chancen und Risiken von Ethnomarketing
Nur sinngemäße Übersetzungen werden richtig verstanden. Übersetzer müssen die kulturelle Sprache der jeweiligen Community im Land kennen sowie auf die vorherrschenden kulturellen Unterschiede zwischen den Ländern eingehen, um das Potential von Ethnomarketing nutzen zu können. Zu diesem Ergebnis kam eine Expertenrunde, die auf Einladung der Berufsgruppe Sprachdienstleister der Wirtschaftskammer Wien zum Thema Ethnomarketing diskutierte.
Bislang waren Übersetzungen für Fachgebiete oder Exportmärkte bestimmt, bei denen Sprachdienstleister mit dem Problem der starken Konkurrenz in Billiglohnländern konfrontiert waren. „Durch Ethnomarketing ergibt sich für die Sprachdienstleister ein neues Geschäftsfeld mit großem Potential. Die Texte werden für das Inland übersetzt und richten sich an die Community im eigenen Land. Die richtige Ansprache dieser Zielgruppe und das sinngemäße Übersetzen, bei der die kulturellen Unterschiede berücksichtigt werden müssen, sind dabei besonders wichtig“, betont Mag. Sabine Kern, Vorsitzende des Berufsgruppenausschusses Sprachdienstleister in der Wirtschaftskammer Wien.
Dr. Georg Kraft-Kinz, Generaldirektor-Stellvertreter der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG, ist vom wirtschaftlichen Erfolg durch Ethnomarketing überzeugt. „Aus ökonomischer Sicht erhöht die Sprachenvielfalt das relevante Set der Kunden. Die Wertschöpfung, die mit dieser Zielgruppe generiert werden kann, wird in Österreich jedoch unterschätzt“, betont Kraft-Kinz.
Zukunft und Potential sieht Manuel Bräuhofer, Geschäftsführer von „Brainworker – Community Marketing“, im Bereich der öffentlichen und sozialen Dienstleistungen, wie im Bereich der Heimhilfe, der Betreuung oder der Besuchsdienste. Aus seiner Sicht ist Ethnomarketing unabhängig von der Branche von zentraler Bedeutung.
Kulturkenntnisse sind entscheidend
Sprachdienstleister müssen sich mit der Kultur des jeweiligen Landes auseinandersetzen und sich auch mit den kulturellen Unterschieden in der Sprache vertraut machen. Deshalb rät Mag. Davor Sertic, MBA, Managing Director von Unit Cargo, Übersetzern, Zeit in dem Land zu verbringen, in dem die Fremdsprache gesprochen wird und sich mit der Gestik, dem Benehmen, dem Tagesablauf und den Themen, die die Menschen berühren, zu beschäftigen.
Auch das Wissen über die Zusammensetzung der Community wird von den Experten als Voraussetzung für korrekte Übersetzungen angesehen. Sprachdienstleister müssen die kulturelle Sprache im Land kennen und wissen, für wen sie welche Texte übersetzen. Denn auch zwischen den Generationen gibt es Unterschiede wie in Bezug auf die Bildung, an denen die Sprache angepasst werden muss.
Erfolg durch richtige Ansprache
Aus der Sicht von Christina Matzka, Studienleiterin EthnOpinion beim Institut meinungsraum.at, kommt es bei der Ansprache der „Neuen Österreicher“ im Rahmen von Umfragen neben richtigen Definitionen vor allem auf die perfekte Beherrschung der Sprache an. Bei mangelnden Sprachkenntnissen können Übersetzer in viele Fallen tappen und auch an einem falsch gesetzten I-Punkt scheitern. Auf einzelne Dialekte wird hingegen nur bei Kern- und Begrüßungsworten eingegangen. So wird Bosnisch, Kroatisch und Serbisch oft als eine Sprache (BKS) eingesetzt.
Sprachdienstleister müssen sich jedoch nicht nur den kulturellen Sprachstil der jeweiligen Community aneignen, sondern auch mit dem ständigen Wandel der Sprache bei Übersetzungen konform gehen. Berücksichtigen Sprachdienstleiser diese Anforderungen, stellt Ethnomarketing eine enorme Chance für die Branche dar.












