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Studie zur Lebenssituation von Menschen mit Demenz: Selbstbestimmt im Alltag, integriert im Gemeinwesen?

25.04.201209:51 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Herausragendes Kriterium für die Selbstbestimmung und Integration für Menschen mit Demenz ist die gelungene Einbindung im Wohnquartier und damit ihre Teilnahme und Teilhabe am Leben im Quartier, so lautet das Fazit einer Studie der Evangelischen Hochschule Darmstadt, die durch die Unterstützung der Hans und Ilse Breuer-Stiftung realisiert werden konnte. Die Autorin und wissenschaftliche Leiterin des Projektes, Prof. Dr. Gabriele Kleiner liefert ein engagiertes Plädoyer für eine Sozialplanung, die als kommunale Gesamtentwicklung alle Bevölkerungsgruppen im Blick hat.



Die vorliegende Studie, der 31 auswertungsrelevante Interviews mit Mietern und Mieterinnen mit Demenz sowie mehrere Gruppendiskussionen mit Angehörigen, gesetzlichen Betreuern und Mitarbeitern zugrunde liegen, widmet sich der subjektiven Perspektive von Menschen mit Demenz in zwei ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Darmstadt, die im Jahr 2007 begonnen und jetzt abgeschlossen wurde. Mit der Studie wurde das Ziel verbunden, Erkenntnisse über die subjektive Einschätzung der aktuellen Lebenssituation der Menschen mit Demenz zu erhalten. Es sollten einerseits Menschen mit Demenz zu Wort kommen und andererseits sollte der Blick geschärft werden für ein zivilgesellschaftliches Engagement – nicht im alten Gewand des verstaubten Ehrenamtsbegriffes, sondern mit einer kritischen Perspektive des bisherigen Umgangs mit dem Thema Demenz. Darüber hinaus sollten Erkenntnisse über die Bedingungen des Engagements von Angehörigen und gesetzlichen Betreuern, der Einbeziehung ehrenamtlich engagierter Menschen sowie die Voraussetzungen einer Integration in das Wohnquartier gewonnen werden. Dabei wird das ausdrückliche Ziel verfolgt, die gewonnenen Ergebnisse für die konzeptionelle und planerische Weiterentwicklung der Strukturen im Hinblick auf eine demenzfreundliche Kommune zur Verfügung zu stellen und im Praxisfeld zu diskutieren.

Es ist dringend notwendig, einen erweiterten – auch forschenden – Blick auf Menschen mit Demenz einzunehmen, der über die naturwissenschaftlich-medizinische Perspektive hinausgeht und die sozialen und psychischen Aspekte in den Vordergrund stellt. Demenz ist darüber hinaus als Prozess des subjektiven Erlebens zu verstehen, während dem sich nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern auch das Verhalten auf sozialer und emotionaler Ebene verändern. Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, werden in der Regel in Entscheidungsprozesse, die ihre Person angehen, nicht einbezogen. Dieser längst überfällige Perspektivenwechsel von der Objekt- zur Subjektperspektive hat in der durchgeführten Studie Berücksichtigung gefunden.

Es geht also darum, ein Leben mit Demenz als eine Form des Altwerdens zu respektieren und von einer Pathologisierung und insbesondere einer Stigmatisierung der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen wegzukommen. Ambulant betreute Wohngemeinschaften sind ein Infrastrukturelement, wenn es um quartiersnahe Systeme für Menschen mit Demenz geht. Diese Projekte haben sich längst aus der Wahrnehmung befreit, als exotische Modellprojekte eingeordnet zu werden. Sie haben vielmehr bundesweit zum Paradigmenwechsel beigetragen, dessen Ziel es nach wie vor ist, von dem trägergesteuerten Versorgungssystem im gesamten Bereich der Altenhilfe weg zu kommen und ein nutzerorientiertes System zu entwickeln.

Im Kontext der Förderung von demenzfreundlichen Kommunen tragen die Erfahrungen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften dazu bei, diese in den weiteren Gestaltungsprozess einzubeziehen. Die Studie soll mit dazu beizutragen, dass sich Demenz nicht zur größten sozialen Herausforderung der Gesellschaft entwickelt, sondern dass das Thema „Demenz“ zur Initialzündung für die Entstehung und Entwicklung neuer sozialer Milieus auf der Basis eines zu entwickelnden zivilgesellschaftlichen Engagements werden kann. Eben einer neuen „Kultur des Sozialen“, verbunden mit dem Wunsch, dass die Äußerung einer Mieterin nicht die Ausnahme, sondern die Regel wird, wenn diese sagt: „Es ist immer irgendjemand da, so. Es sitzt immer Irgendeiner in der Ecke rum, gell? Irgendwie kommt man in's Gespräch. … Ja, ich bin hier nicht alleine. Es ist immer einer da, dem man was erzählen kann.“

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