(openPR) Sigmaringendorf – Heiter und unterhaltsam wird der Theatersommer 2012. Die Sigmaringendorfer Waldbühne gab das Sommerprogramm für die bevorstehende Spielzeit bekannt: Während die Erwachsenenspielgruppe mit „Das Haus in Montevideo“ auf eine schon zweimal erfolgreich aufgeführte Komödie zurückgreift, spielen die Kinder- und Jugenddarsteller erstmals das Grimm-Märchen „Schneewittchen“.
Nachdem in den letzten Jahren auch mit dramatischeren Stoffen wie in „Les Misérables“, dem „Besuch der alten Dame“ oder „Jedermann“ große Erfolge auf der Waldbühne erzielt wurden, entschied sich die Spielerschar um Regisseur Joachim Link für die neue Spielzeit wieder einmal für eine Komödie. Aus der Feder des 1960 verstorbenen Deutsch-schweizerischen Schriftstellers Curt Goetz stammt „Das Haus in Montevideo“. Im Mittelpunkt des Werkes steht der äußerst tugendhafte Gymnasialprofessor Traugott Hermann Nägler, der von allen Bürgern hochgeachtet in einer deutschen Kleinstadt gemeinsam mit seiner Frau Marianne und 12 Kindern ein beschauliches und gottgefälliges Leben führt. Eines Tages erreicht ihn die Nachricht vom Tode seiner Schwester, die nach einer unehelichen auf Traugotts Betreiben hin aus der Familie verstoßen worden und daraufhin nach Südamerika ausgewandert war. In ihrem Testament habe die Verstorbene nun aber Näglers älteste Tochter Atlanta bedacht.
Gemeinsam mit Atlanta und dem örtlichen Pastor reist Nägler daraufhin nach Montevideo, um das Erbe anzutreten. Doch ist die Erbschaft, wie er dort erfahren muss, an eine Bedingung geknüpft: Atlanta erbt nur, wenn sich „eine Tragödie wie die meine am trauten Herde meines tugendhaften Bruders wiederholt“, sprich: Nur wenn innerhalb eines Jahres im Hause Näglers ein uneheliches Kind geboren wird, kommt das Erbe zur Auszahlung.
Im Untertitel hat Curt Goetz das Stück als „Traugotts Versuchung“ tituliert – Nägler ist hin- und hergerissen zwischen der Aussicht auf ein Vermögen und seiner Tugendhaftigkeit, die es natürlich verbietet, an unehelichen Nachwuchs auch nur zu denken. Doch trifft es sich gut, dass Atlantas Verlobter der Reisegruppe heimlich nach Montevideo gefolgt ist und es stellt ein absolutes Highlight des Stückes dar, wenn Nägler dem jungen Mann anhand der Reihenfolge von Suppe, Hauptgericht und Nachtisch zu verdeutlichen versucht, dass manchmal von üblichen Reihenfolgen abgewichen werden kann.
Am Ende jedoch kommt alles anders als gedacht und die Auflösung der Geschichte ist wahrlich überraschend. Mit großem Erfolg wurde diese Komödie bereits 1979 und 1999 auf der Waldbühne aufgeführt.
Bestens bekannt ist auch das Jugendstück „Schneewittchen“. Das Märchen von der wunderschönen Königstochter, die auf der Flucht vor der bösen Stiefmutter hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen landet, entstammt der Sammlung von Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm. Ihren Namen hat Schneewittchen (ursprünglich: Schneeweißchen) von ihrer weißen Haut und der damit verbundenen Schönheit.
Es gibt wohl kaum ein Kind, das noch nie gehört hat, wie die böse Stiefmutter ihren Spiegel befragt „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“, um dann in Wut auszubrechen, wenn der Spiegel ihr antwortet, dass sie, die Königin, zwar die Schönste sei, jedoch Schneewittchen sei noch tausendmal schöner.
Durch die klamaukartige Verfilmung des Komikers Otto Waalkes aus dem Jahre 2004, in der Cosma Shiva Hagen das bezaubernde Schneewittchen spielte, ist das Märchen, wenn auch stark verfremdet, in den letzten Jahren wieder populärer geworden.
In der Fassung der Waldbühne verspricht Regisseur Matthias Henne jedoch, sich nicht an der Klamaukfassung, sondern am ursprünglichen Märchen zu orientieren, aber nicht ohne dabei ein paar Modernisierungen vorzunehmen.
Man darf also gespannt sein, wie es der Waldbühne 2012 wieder gelingen wird, ihre kleinen und großen Zuschauer zu unterhalten. Schneewittchen hat am 16. Juni Premiere, das Haus in Montevideo folgt dann drei Wochen später am 7. Juli. Der Vorverkauf im Internet wird etwa Mitte März starten, der telefonische Vorverkauf wie immer im Mai.













