(openPR) Prof. Attila Altiner, Chef des Rostocker Instituts für Allgemeinmedizin, möchte mit „starken“ Hausärzten Milliarden sparen. Im Gesundheitssystem gebe es viele Phänomene der Fehlversorgung, teilte er der Nachrichtenagentur dpa zum Jahreswechsel mit. Immer mehr Patienten gingen „zu früh“ zum Facharzt. Es sei Zukunftsaufgabe der Hausärzte, gemeinsam mit dem „mündigen“ Patienten zu entscheiden, wie intensiv therapiert oder ob gar operiert werde.
Diese Feststellungen von Prof. Altiner sind realitätsfern, kritisiert Dr. med. Siegfried Götte, Präsident der GFB. Bislang ist es keinem der Gesundheitssysteme gelungen, die Überlegenheit einer hausarztzentrierten Versorgung unter Beweis zu stellen - weder unter ökonomischem noch qualitativem Aspekt. Selbst die vom Gesetzgeber verpflichtend eingeführten hausarztzentrierten Versorgungsverträge sind den Beweis ihrer Überlegenheit gegenüber der bisherigen Versorgung schuldig geblieben. Bewährt hat sich stattdessen eine möglichst frühzeitige Diagnosefindung durch den Facharzt mit der dementsprechenden Therapie. Abwartendes Beobachten und symptomatische Behandlungsversuche haben in vielen Fällen eher zu Verschleppung und Chronifizierung von Krankheiten geführt.
Hausärzte sollen sehr wohl an der kontinuierlichen Betreuung der Patienten beteiligt sein und in Kooperation mit dem Facharzt zur zeitnahen Diagnostik und entsprechenden Therapie beitragen. Dies wäre ein ethisch adäquater und finanztechnischer Zugewinn im Interesse der Patienten, der Finanzierbarkeit und Leistungsbreite unseres Gesundheitssystems, stellt die GFB klar. Hausarztzentrierte Versorgungssysteme hingegen haben sich im internationalen Vergleich der Bruttoinlandsprodukte, wie OECD-Studien nachgewiesen haben, als nicht als zielführender und kostengünstiger herausgestellt.
Statt erneut eine Diskussion zu entfachen, die auf Spaltung angelegt ist, sollte Prof. Altiner aus Sicht der GFB Kooperationen zwischen Haus- und Fachärzten im Interesse der Patienten fördern, statt ihnen entgegenzuwirken.








