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Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken 3. Quartal 2011

12.10.201117:37 UhrVereine & Verbände
Bild: Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken 3. Quartal 2011
IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig und Stv. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Helmut Kessler stellten Konjunkturergebnisse vor
IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig und Stv. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Helmut Kessler stellten Konjunkturergebnisse vor

(openPR) LAGE DEUTLICH BESSER ALS DIE STIMMUNG


Trotz der vielfältigen Unsicherheiten ist die Konjunkturlage der regionalen Wirtschaft insgesamt weiter robust und sehr gut. Vor allem die heimische Industrie zeigt sich in glänzender Verfassung. Auf hohem Niveau etwas abgeschwächt hat sich die konjunkturelle Situation im Baugewerbe. Im Handel fallen die Lageurteile bei gestiegener Kaufzurückhaltung etwas weniger optimistisch als in den vergangenen Monaten aus. Das Dienstleistungsgewerbe zeigt sich ähnlich stabil wie die Industrie. Bei einem erneut geplanten Personalaufbau fallen die Geschäftserwartungen der heimischen Betriebe hingegen spürbar weniger optimistisch als im Vorquartal aus. „Die Lage der regionalen Wirtschaft ist deutlich besser als die Stimmung. Angesichts der derzeitigen Meldungen zur Schuldenkrise im Euroraum und insgesamt wenig erfreulichen Konjunkturnachrichten aus den USA können wir nach dem konjunkturellen Höhenflug der letzten Monate sehr zufrieden sein“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken. Mehr als 370 Unternehmen mit 62.600 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk haben sich an der Umfrage beteiligt.




Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die regionalen Unternehmen nach wie vor als sehr gut. Die Urteile fallen nur geringfügig weniger positiv als im Vorquartal aus. 52 Prozent (Vorquartal 54 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 4 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) der Unternehmen mit der Geschäftslage unzufrieden sind.

Risiken steigen
„Durch das schwächere Wachstum der Weltwirtschaft und Zweifeln an der Tragfähigkeit der Finanzen einiger Staaten wurden Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst. Die Konjunkturrisiken sind dadurch erheblich gestiegen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig. „Dies schlägt sich insgesamt in den deutlich gefallenen Geschäftserwartungen unserer Unternehmen für die kommenden zwölf Monate nieder. Allerdings bewegen sie sich immer noch deutlich im positiven Bereich.“

Exporte und Investitionen stützen Konjunktur
Trotz einer nachlassenden Dynamik stützen Exporte und Investitionen weiterhin die Konjunktur. Die Industrieunternehmen melden eine Kapazitätsauslastung von durchschnittlich 88 Prozent, in der Automobilindustrie liegt sie sogar bei 90 Prozent. Eine Entwicklung, die sich auch im Umsatz der vergangenen Monate widerspiegelt. Von Januar bis August 2011 erzielten die heimischen Industriebetriebe nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt einen Umsatz von 20,2 Mrd. Euro. Das ist eine beachtliche Umsatzsteigerung um 3,1 Mrd. Euro oder 18,2 Prozent (Baden-Württemberg 14,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Während die Dienstleistungsbranche sich ähnlich stabil wie die Industrie zeigt und auch die Lage der Baubranche und des Großhandels nur leicht abgeschwächt ist, ist die Situation im Einzelhandel spürbar weniger günstig. „Die Verbraucher sind durch die Verschärfung der Schuldenkrise sowie einer hohen Preissteigerung verunsichert und zeigen sich im Kaufverhalten wieder deutlich zurückhaltender“, erklärt Elke Schweig.

Weiterer Personalaufbau
Mit guten Nachrichten wartet die neue Konjunkturumfrage hingegen für den regionalen Arbeitsmarkt auf. Auch wenn weniger Unternehmen als im Vorquartal einen weiteren Personalausbau planen, bleiben sie insgesamt auf Expansion ausgerichtet. Mehr als jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) plant eine Personalaufstockung; während 7 Prozent eine Reduzierung ihrer Beschäftigtenzahl in Betracht ziehen. Bei einer Arbeitslosenquote in der Region Heilbronn-Franken von 3,6 Prozent im September, der Hohenlohekreis lag gar bei 2,6 Prozent, bleibt es für die Unternehmen jedoch oftmals schwierig, entsprechende Fachkräfte zu gewinnen. „Erfreulich ist deshalb, dass unsere Unternehmen verstärkt auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen setzen und ihre Ausbildung stärken“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig. Sie untermauert dies durch die aktuellen Ausbildungszahlen: „Bis Ende September sind bei uns 4.780 neue Ausbildungsverträge eingegangen. Höher lag die Zahl zum letzten Mal vor 25 Jahren.“

Skepsis steigt
Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in den nächsten zwölf Monaten überwiegt bei den Betrieben zwar weiter der Optimismus, die Geschäftserwartungen fallen jedoch deutlich weniger zuversichtlich als im Vorquartal aus. 24 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Unternehmen erwarten eine günstigere Geschäftsentwicklung, während 11 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) der Betriebe mit Skepsis in die Zukunft blicken.

„Die Lage unserer regionalen Wirtschaft ist deutlich besser als die Stimmung. Angesichts der derzeitigen Meldungen zur Schuldenkrise im Euroraum und insgesamt wenig erfreulichen Konjunkturnachrichten aus den USA können wir nach dem konjunkturellen Höhenflug der letzten Monate noch sehr zufrieden sein“, so Elke Schweigs Fazit. „Wenn es gelingt, die EU-Schuldenkrise zu entschärfen, spricht viel dafür, dass sich die positive konjunkturelle Entwicklung nach einer Phase außergewöhnlichen Wachstums in den nächsten Monaten mit einem sich normalisierenden Tempo fortsetzen wird. Jetzt ist die Politik gefordert Lösungen aufzuzeigen, die tragen und so das Vertrauen der Märkte und Verbraucher in den Euro zurückbringen.“


Weitere Informationen zur aktuellen konjunkturellen Lage in der Region Heilbronn-Franken können im Internet unter dem Stichwort „Konjunktur“ unter http://www.heilbronn.ihk.de/konjunkturbericht abgerufen werden.

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