(openPR) Die Sicherung von Fachkräften bleibt für zahlreiche Unternehmen ein zentrales Thema. Das zeigt die Aus- und Weiterbildungsumfrage der IHK Mittlerer Niederrhein, an der sich Firmen zwei Wochen lang online beteiligen konnten.
Zum 31. März wurden 1.327 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 14,7 Prozent. Laut Umfrage ist jedoch der Anteil derjenigen Unternehmen, die in diesem Jahr weniger ausbilden wollen, um 2,6 Prozentpunkte auf 23,2 Prozent gestiegen. 22 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, mehr ausbilden zu wollen, während es im letzten Jahr noch 23,7 Prozent waren.
Allerdings ist es für viele Unternehmen schwer, geeignete Kandidaten zu finden: So konnte laut Umfrage fast ein Fünftel der Unternehmen im vergangenen Jahr nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. „Die Betriebe bemängeln besonders die unzureichende Ausbildungsreife vieler Schulabgänger. Dies gaben immerhin 80 Prozent der Unternehmen an“, sagt Dr. Frank Lorenz, IHK-Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung. Vielen Schulabgängern fehle es an elementaren Rechenfertigkeiten, Disziplin, Sprachkompetenz, Belastbarkeit und Motivation. Immerhin 68 Prozent der Unternehmen – 9 Prozent mehr als im Vorjahr – belassen es nicht bei den Defiziten: Sie bieten ihren Auszubildenden Nachhilfe im eigenen Unternehmen an.
Zentrales Motiv für das Engagement im Bereich Ausbildung ist für Unternehmen die Sicherung ihres Fachkräftenachwuchses. Knapp 62 Prozent gaben an, dass dies entscheidenden Einfluss auf die Ausbildungsbereitschaft habe, während die Geschäftserwartungen mit fast 49 Prozent eine merkliche, aber nicht entscheidende Rolle spielen.
Zur Frage, wie sich die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung voraussichtlich auf die Weiterbildung im Unternehmen auswirken werde, versicherten 50 Prozent, sich mehr im Bereich Weiterbildung zu engagieren. Dies sind fast ein Viertel mehr Betriebe als im Vorjahr. Beschäftigungssichernde Weiterbildung sollte in der aktuellen wirtschaftlichen Lage vornehmlich auf berufsspezifische Fertigkeiten setzen – dies nannten 57 Prozent der Unternehmen.
Unentschlossen sind Unternehmer hingegen, wenn es um die Frage geht, wie auf die rund 55.000 zusätzlichen Abiturienten, die in 2013 wegen des Doppelabiturjahrgangs in NRW die Schule verlassen werden, zu reagieren ist. Die Hälfte der befragten Firmen haben keine konkreten Planungen. Hier bietet die IHK ihre Unterstützung an. „Im Rahmen der Initiative 500 Plus – Fit für 2013 soll Schülern mit Hauptschulabschluss oder Fachoberschulreife eine bessere Chance auf einen Ausbildungsplatz geboten werden und so zusätzliche 500 Ausbildungsplätze akquiriert werden“, erklärt Dr. Lorenz.
Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter:
www.schule-wirtschaft.ihk.de




