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Geflügelpest-Verordnung: Benachteiligung der Freilandhaltungen beenden

06.04.201109:10 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Geflügelpest-Verordnung: Benachteiligung der Freilandhaltungen beenden
Freilandhaltungen stärken durch Tageslicht und Klimaeinflüsse das Immunsystem und die Gesundheit der Vögel. © Ingrid Wendt / AGfaN
Freilandhaltungen stärken durch Tageslicht und Klimaeinflüsse das Immunsystem und die Gesundheit der Vögel. © Ingrid Wendt / AGfaN

(openPR) Tierschützer und Geflügelhalter, die ihren Tieren Auslauf gewähren wollen, hoffen jetzt auf Erleichterungen für den Betrieb ihrer Freilandhaltungen. Sie unterstützen die Absicht von Ministerin Ilse Aigner, die allgemeine Aufstallpflicht aufzuheben. Darüber hinaus verlangen sie, die derzeit nur für diese Tierbestände vorgeschriebenen virologischen Pflichtuntersuchungen auch für die Intensivtierhaltungen vorzuschreiben. Nur durch eine Gleichbehandlung aller Geflügelhaltungen könnten die bestehenden Wettbewerbsvorteile für die von der Mehrheit der Bürger abgelehnten Massentierhaltungen beendet werden.



Das erste großflächige Vorkommen der Geflügelpest 2005 auf Rügen schreckte Politik und Verwaltung auf. „Die von Hühnerbaronen dominierte Geflügelwirtschaft forderte damals strengste Maßnahmen zum Schutz ihrer Massentierhaltungen“, moniert der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN), Eckard Wendt. Geflügelhalter, die ihre Tiere nicht einsperren wollen, sondern mit Auslaufmöglichkeit halten möchten, werden durch die derzeit noch geltende Geflügelpestverordnung und ihre generelle Aufstallpflicht massiv benachteiligt. Sie müssen, sofern sie keine Ausnahmegenehmigung erhalten, nicht nur teure bauliche Sicherheitsmaßnahmen durchführen, damit keine Wildvögel zu ihren Tieren gelangen können, sondern auch durch Überdachung der Ausläufe sicherstellen, dass kein Kot in die Ausläufe fallen kann. Außerdem müssen sie auf eigene Kosten alle drei Monate Kloaken- oder Rachenabstriche ihrer Vögel auf Erreger der Geflügelpest untersuchen lassen. Massentierhalter mit Stallhaltungen sind hiervon befreit. Die AGfaN fordert deshalb vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) unter Hinweis auf die Seuchenausbrüche, von denen überwiegend Intensivhaltungen mit geschlossenen Ställen betroffen waren, diese Ungleichbehandlung im Rahmen der Novellierung der Geflügelpestverordnung zu beseitigen. Andernfalls sei zu befürchten, dass noch viel mehr Landwirte, Hobbyhalter und Rassegeflügelzüchter die tierfreundlichste Art der Geflügelhaltung aufgeben werden.

Es habe sich in den vergangenen Jahren herausgestellt, dass die Seuche nicht von Wildvögeln verbreitet wurde, sondern durch „harte Faktoren“ wie die überbetriebliche Nutzung von Gerätschaften und möglicherweise sogar durch die von Betrieb zu Betrieb gehenden Berater der Erzeugergemeinschaften und Veterinäre. Dies wurde beim letzten Seuchengang 2008 / 2009 besonders deutlich, obwohl die Ergebnisse der epidemiologischen Untersuchungen immer aus vorgeschobenen Datenschutzgründen geheimgehalten wurden. Wissenschaftliche Untersuchungen wie zum Beispiel das Forschungsprojekt „Constanze“, an dem Deutschland, Österreich und die Schweiz beteiligt waren, ergaben außerdem, dass Wildvögel sich nicht bevorzugt in der Nähe von Hausgeflügel aufhalten. Trotz intensiver Suche nach infizierten Vögeln und mit Geflügelpest-Viren belasteten Kotproben sei es dem Friedrich-Loeffler-Institut auf Riems (FLI) nicht möglich gewesen, seine „Wildvogelhypothese“ zu beweisen. Deshalb müsse die generelle Aufstallpflicht endlich aufgehoben werden. Die AGfaN fordert, dass auch alle Stallhaltungen in das staatliche Überwachungssystem einbezogen werden müssen. Die freiwilligen Eigenuntersuchungen der Geflügelwirtschaft sollten nicht mehr anerkannt werden. „Wir erwarten von Ministerin Aigner, die Vorschläge der AGfaN bei der Neufassung der Geflügelpest-Verordnung zu berücksichtigen, damit die Freilandhaltung von Geflügel nicht noch weiter kaputtgemacht wird, sondern dem Wunsch der Verbraucher entsprechend endlich ausgebaut werden kann“, fordert Eckard Wendt.

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