(openPR) Jährlich erkranken in Deutschland etwa 73.000 Menschen neu an Darmkrebs, mehr als 27.000 sterben daran. Dabei kann die Krankheit gut geheilt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Wichtig ist, darauf weist das Malteser Krankenhaus St. Anna im Darmkrebsmonat März hin, dass die Darmkrebs-Früherkennungsangebote wahrgenommen werden. Diese werden von den Gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherten ab dem 50. Lebensjahr angeboten. „Wir empfehlen als sinnvolle Maßnahmen zur Früherkennung von Darmkrebs sowohl den Stuhl-Blut-Test ab dem 50. Lebensjahr als auch die Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr“, betont Professor Dr. Martin Wegener, Chefarzt der Inneren Medizin am Malteser Krankenhaus St. Anna.
„Vorsorge rettet Leben“
Dabei liegt eine wichtige Vorsorgemaßnahme in den Händen der Menschen selbst. „Die beste Möglichkeit, sich vor Darmkrebs zu schützen, ist ein gesunder Lebensstil“, erläutert Professor Wegener. Dazu zählen: Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung sowie ein mäßiger Alkoholkonsum. Fast alle Darmkrebserkrankungen entstehen aus gutartigen Vorformen und in der Regel dauert es mehrere Jahre, bis sich aus einem Polypen Darmkrebs entwickelt. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei größeren Geschwulsten, die bereits Zellveränderungen aufweisen. Durch die Entfernung dieser Vorstufen kann die Entstehung von Darmkrebs verhindert werden. Zur Feststellung und zur Behandlung von Darmkrebs stehen im Malteser Krankenhaus St. Anna eine Reihe von innovativen und bewährten Methoden zur Verfügung. In ihrer Kombination in Duisburg einzigartig sind die Verfahren der Kapsel- und Doppelballonendoskopie. Patienten mit Verdacht auf Dünndarmblutungen und anderen unklaren Krankheiten in diesem Darmsegment profitieren erheblich von den beiden Verfahren, denn gegenüber anderen Untersuchungsmethoden können Operationen oder Röntgenstrahlen vermieden werden.
Kapselendoskopie: 60.000 Aufnahmen in acht Stunden
Bei der Kapselendoskopie schluckt der Patient eine Tablettengroße Kapsel, die eine Chip-Kamera enthält. Während sie den Magen-Darmtrakt durchläuft, nimmt sie über einen Zeitraum von etwa acht Stunden bis zu 60.000 Bilder auf und sendet diese an einen Rekorder. Die Kapsel wird auf natürlichem Weg ausgeschieden und im Anschluss werden die Bilder auf Blutungen oder andere Veränderungen im Dünndarm ausgewertet. Der Patient trägt das Aufnahmegerät, das alle Bilder während der Untersuchung speichert, bequem an einem Gürtel und kann sich ungehindert bewegen.
Doppelballonendoskopie: Untersuchung und Therapie in einem Schritt
Die Lücke zwischen reiner Diagnostik und therapeutischen Maßnahmen schließt das Doppelballonverfahren, denn bereits während der Untersuchung können verschiedene Behandlungen durchgeführt werden. So können zum Beispiel Gewebeproben entnommen, Blutungen gestillt oder Polypen entfernt werden. Das Verfahren ist für die Patienten schonend, denn sie erhalten – ähnlich wie bei Dickdarm- oder Magenspiegelungen - ein Schmerz- und Schlafmittel.
„Für die Patienten kann auch eine Kombination der beiden Verfahren von großem Vorteil sein, denn wenn wir beispielsweise durch das Kapselverfahren Blutungen lokalisiert haben, können wir diese mit dem Doppelballonverfahren gezielt stillen. Andererseits müssen wir Patienten durch das Ballonverfahren nicht belasten, wenn sich bei der Kapselendoskopie kein auffälliger Befund ergeben hat“, erklärt Professor Wegener.












