(openPR) Erstes Nachhaltigkeitssiegel vereint Artenschutz und Weinerzeugung
Ein erstes offizielles Nachhaltigkeitssiegel krönt Südafrikas Weinjahrgang 2010. Das grüne Signet am Flaschenhals garantiert eine nachhaltige Weinerzeugung mit besonderem Augenmerk auf den Schutz der Artenvielfalt (Biodiversität). Verliehen wird das Prüfsiegel durch das südafrikanische „Wine and Spirit Board“. Diese neutrale Instanz überprüft den Werdegang eines Weines vom Weinberg bis in die Flasche sowie das Geschmacksprofil und garantiert die Richtigkeit der Angaben auf dem Etikett. Anhand der Siegelnummer können sich die Weinliebhaber im Internet über die Herkunft des Weines informieren. Mit dieser freiwilligen Initiative nimmt das Weinbauland Südafrika weltweit eine Vorbildfunktion ein.
Südafrikas Weine gedeihen in einem der artenreichsten Gebiete weltweit, dem Cape Floral Kingdom in der westlichen Kapregion. Rund 10.000 einzigartige Pflanzenarten, insbesondere die artenreiche Fynbosvegetation, sind nur hier heimisch. Zum Schutz vor der Bedrohung durch zunehmende Urbanisierung und Intensivierung der Landwirtschaft wurde dieses Gebiet 2004 zum UNESCO-Naturerbe erklärt. Da für Südafrikas Winzer eine vielfältige Biodiversität die Voraussetzung für den Qualitätsweinbau ist, forcierten die Winzer, angeführt durch den Exportverband „Wines of South Africa“ (WOSA), den Dialog zu den lokalen Naturschützern. „Wir wollen Natur und Wein gleichermaßen schützen und für nachkommende Generationen erhalten“, erläutert Su Birch, CEO von Wines of South Africa, die Motivation für die Gründung der „Biodiversity & Wine Initiative“ (BWI) in 2004. Gemeinsam mit den Naturschützern wurden Richtlinien und Programme zum Schutz der Artenvielfalt erarbeitet und umgesetzt. Der Erfolg war bahnbrechend: Innerhalb von sechs Jahren stellten die 115 BWI-Mitglieder freiwillig circa 113.000 Hektar Land unter Naturschutz und befreiten die Flächen von eingeschleppten Pflanzenarten. Um die Schutzmaßnahmen auszuweiten, wurden die Biodiversitäts-Richtlinien in das flächendeckend angewandte „Integrated Production of Wine (IPW)“-Weinbauprogramm aufgenommen. Die rasch spürbare Verbesserung der Biokapazität, wie beispielsweise der Anstieg der Grundwasserspiegel auf den Farmen, förderte bei Winzern die Bereitschaft für eine Zertifizierung ihres Umweltengagements durch eine neutrale Institution.
Die vom Landwirtschaftsministerium eingesetzte Prüfungsinstanz, das Wine of Spirit Board erklärte sich bereit, zukünftig auch die ordnungsgemäße Umsetzung der nachhaltigen Weinerzeugung gemäß IPW zu kontrollieren. Bereits seit 1973 garantiert das Board mit einem Prüfsiegel am Flaschenhals die Rechtmäßigkeit der Herkunft sowie die analytische und sensorische Überprüfung der Rebsorte und des Jahrgangs. Mit dem Weinjahrgang 2010 wird dieses sogenannte „Wine of Origin“-Siegel um eine „grüne“ Farbvariante, das „Sustainable Wines of South Africa“-Siegel erweitert. Damit werden die Weine ausgezeichnet, die vom Rebstock bis zur Flasche nachhaltig erzeugt und in Südafrika abgefüllt wurden. Su Birch freut sich, dass dieser Durchbruch noch während des UN-Jahres für biologische Vielfalt gelungen ist: „Obwohl andere Weinländer ebenfalls nachhaltige Maßnahmen forcieren, ist Südafrika das erste und derzeit einzige Weinland, das flächendeckend eine glaubwürdige Zertifizierung umsetzt.“
Südafrikas Winzer sind zuversichtlich, dass mit wachsendem Umweltbewusstsein die Konsumenten nicht mehr nur auf den Preis achten, sondern mit ihrer Einkaufsentscheidung auch nachhaltige Umweltmaßnahmen honorieren. Diese Hoffnung nähren auch die Ergebnisse der ersten repräsentativen Naturbewusstseinsstudie, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Oktober 2010 vorgestellt hat. Demnach gehört für 96 Prozent aller Befragten die Natur zu einem guten Leben. 68 Prozent wissen, dass sie persönlich dazu beitragen können, die Natur zu erhalten. Mit ihrem Pionierprojekt „Sustainable Wines of South Africa“ und ihrem freiwilligen Engagement erfüllen Südafrikas Winzer die berechtigte Forderung der Konsumenten nach umweltfreundlich erzeugten Produkten. Diese Weine sind bereits heute lebensnahe Beispiele für die im Rahmen der zehnten UN-Artenschutz-Konferenz geforderten Taten zum Erhalt der weltweiten Biodiversität.
Hintergrundinformationen, Bildmaterial, Online-Galerie: http://gallery.wosa.co.za/
podcasts http://www.suedafrika-wein.de/index.php?id=17
stehen für Presszwecke kostenfrei zur Verfügung.
Hintergrundinformationen
Webseiten:
Sustainable Wines of South Africa: www.swsa.co.za
Biodiversity and Wine Initative: www.bwi.co.za
Integrated Production of Wine: www.ipw.co.za
Wines of South Africa: www.wosa.co.za
Variety is in our nature: www.varietyisinournature.com
Wines of South Africa (WOSA)
Die Non-Profit-Organisation „Wines of South Africa“ (WOSA) fungiert als exportorientierte Interessengemeinschaft für die südafrikanischen Winzer. Deren Hauptaufgabe ist, weltweit für Südafrikas Weine zu werben und die Erzeuger im Marketing zu beraten. Su Birch, CEO, leitet seit 10 Jahren die internationalen Aktivitäten des Verbandes, der in den wichtigsten Exportmärkten wie dem UK, den Niederlanden, Deutschland, Skandinavien, den US und Kanada mit eigenständigen Länderbüros vertreten ist. (www.wosa.co.za)
Integrated Production of Wine
Das südafrikanische Bewirtschaftungsprogramm „Integrated Production of Wine“ wurde bereits 1998 eingeführt. Seit 2000 werden nahezu 95 Prozent der südafrikanischen Rebfläche nach den umweltschonenden Richtlinien bewirtschaftet. Die Vorgaben umfassen auch die Kellerwirtschaft, das Wasser- und Abfallmanagement, die Reduzierung der CO2-Emissionen sowie Arbeitssicherheit und Gesundheit der Farmarbeiter. Das IPW-Programm entspricht den Empfehlungen der „Internationalen Organisation für Rebe und Wein“ (OIV) für nachhaltige Weinerzeugung. Die Winzer müssen ihre Arbeitspraktiken dokumentieren und zur laufenden Kontrolle durch das Wine and Spirit Board einreichen. Die Überprüfung der Betriebe vor Ort wird stichprobenartig durchgeführt. Innerhalb von drei Jahren wird jeder Betrieb mindestens einmal ohne Ankündigung überprüft. Ein wichtiger Meilenstein zum flächendeckenden Schutz der Artenvielfalt war die Erweiterung um die Biodiversitätsrichtlinien durch die „Biodiversity & Wine Initiative“. (www.ipw.co.za)
Biodiversity and Wine Initiative
2004 gründeten die Winzer gemeinsam mit den lokalen Naturschutzverbänden die weltweit erste „Biodiversity & Wine Initiative“ zum Erhalt der Artenvielfalt in ihren Weinbauregionen. Südafrikas Weine wachsen zu 95 Prozent in der westlichen Kapregion, dem kleinsten aber artenreichsten Florenreich weltweit. Obwohl diese Region nur 5 Prozent der Fläche Afrikas ausmacht, gedeihen hier ca. 20 Prozent aller auf dem afrikanischen Kontinent vorkommenden Pflanzenarten. Um die rund 10.000 weltweit einzigartigen Pflanzenarten zu schützen, wurde das 553.000 Hektar umfassende Kapgebiet bereits 2004 zum UNESCO-Naturerbe erklärt. Die Winzer und Naturschützer haben daraufhin gemeinsame Richtlinien erarbeitet und Programme zum Schutz der Biodiversität entwickelt. Damit verbunden ist die Ausweisung von Naturschutzgebieten sowie die konsequente Umsetzung zahlreicher Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise die kostenintensive Rodung nichteinheimischer Pflanzenarten zur Verbesserung des Wassermanagements und Minderung der Brandgefahr. Neben der reinen Mitgliedschaft können die Betriebe auch den Championstatus erwerben. Bislang zählt die Vereinigung 143 Mitglieder (Weinfarmen), 12 Kellereien und 15 Champions, die alle gemeinsam innerhalb von sechs Jahren 113.127 Hektar landwirtschaftliche Fläche unter Naturschutz stellten. Damit ist ein beachtliches Äquivalent zur gesamten Ertragsrebfläche von 101.000 Hektar geschaffen. 2005 wurden die allgemeingültigen Biodiversitätsrichtlinien in das umweltschonende Bewirtschaftungsprogramm (IPW) integriert. (www.bwi.co.za)













