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Schüler in Rebkong protestieren gegen die Abschaffung von Tibetisch als Unterrichtssprache

21.10.201008:44 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Schüler in Rebkong protestieren gegen die Abschaffung von Tibetisch als Unterrichtssprache
Der Protestmarsch der Schüler zieht an dem örtlichen Kloster vorbei
Der Protestmarsch der Schüler zieht an dem örtlichen Kloster vorbei

(openPR) Tausende tibetischer Schüler und Studenten in der westchinesischen Provinz Qinghai (ehemals Amdo) protestierten gegen eine Umstellung der Unterrichtssprache von Tibetisch auf Chinesisch, wie aus Quellen aus der Gegend verlautet.

Die Tibeter sehen in dieser Maßnahme eine weitere Bedrohung ihrer Sprache und Kultur. Der Protest der Schüler und Studenten richtete sich gegen die Sinisierung des Bildungssystems.



„Am 19. Oktober protestierten über 7000 tibetische Schüler in Rebkong (chin. Tongren) in der TAP Malho (chin. Huangnan) in Qinghai“, teilte der aus Rebkong stammende Tenzin, der jetzt in Indien lebt, unter Berufung auf Quellen aus Tibet mit. (1)

„Die Schüler von sechs verschiedenen Schulen kamen zusammen“, sagte er und erwähnte diese als die Erste Mittelschule für nationale Minderheiten in Rebkong Tongren, die Mittelschule für nationale Minderheiten des Bezirks Tongren, die Internatsschule des Bezirks Tongren, das College für moderne Medizin von Tongren, das Lehrerausbildungsinstitut von Malho und die Mittelschule für nationale Minderheiten von Malho.

Die Schüler trugen Banner, auf denen auf Tibetisch und Chinesisch „Gleichheit unter den Nationalitäten“ sowie „Mehr Verwendung der tibetischen Sprache!“ stand. (2) Die Demonstration war nicht-politischer Natur, die Teilnehmer forderten lediglich die Achtung und die Beibehaltung der tibetischen Kultur.

Mönche des Klosters Rongpo in Rebkong schlossen sich sehr bald dem Protestmarsch an, obwohl die Schüler sie anfänglich gebeten hatten, sich fernzuhalten, sagte ein Mönch in Rebkong. „Sie fürchteten, daß die Beteiligung der Mönche die chinesischen Behörden veranlassen könnte, die bewaffneten Sicherheitskräfte einzusetzen, um gewaltsam gegen die Protestierenden vorzugehen“.

Die Schätzungen der Zahl der Teilnehmer variieren von eintausend nach den einen bis zu fünf oder siebentausend nach den anderen Quellen.

Die Protestaktionen begannen am Morgen in der Mittelschule für nationale Minderheiten von Tongren und hielten bis 14 Uhr an, als etwa 20-30 Polizeifahrzeuge ankamen und die Demonstranten umstellten, fügte die Quelle hinzu. Es habe noch keine Festnahmen gegeben.

Einem anderen Tibeter aus Rebkong zufolge seien Vertreter der Präfekturregierung gekommen und hätten zur Wahrung von Ruhe und Ordnung aufgerufen. „Ah Gendun, der zweite Vorsitzende der Präfektur Malho, und Seru Gyaltsen, der Chef der Bildungsabteilung von Malho, eilten herbei“, schrieb ein Tibeter in seinem Blog. „Sie sicherten den Demonstranten zu, daß ihre Beschwerden den vorgesetzten Stellen auf Präfektur- und Provinzebene vorgetragen würden“.

Anrufe bei dem Public Security Bureau von Rebkong waren erfolglos, dort war nur ein Anrufbeantworter zu hören. Diese Protestaktion passt zu der allgemeinen Besorgnis der Tibeter, daß ihre Kultur, Sprache und nationalen Identität abgeschafft werden solle.

„Bei einer Sitzung der Bildungsbehörde der Provinz Qinghai, die vor kurzem stattfand, ordnete der kommunistische Parteisekretär und Vorsitzende an, daß die Sprache der Schulbücher auf Chinesisch umzustellen sei. Alle Fächer müssen von nun an in Mandarin unterrichtet werden, ausgenommen Tibetische Sprache und Englisch“, verlautet aus einer Quelle in Tibet. „Das Thema wurde nicht einmal zur Diskussion gestellt oder besprochen“.

„Auf Anweisung der Provinzbehörden mußten bereits tibetische Lehrer Seminare über die Umstellung der Unterrichtssprache von Tibetisch auf Chinesisch besuchen“. „Wenn diese Anordnung umgesetzt wird, dann werden viele tibetische Lehrer ihre Arbeitsplätze verlieren, und viele Chinesen an ihre Stelle treten. Die gesamte tibetische Gemeinschaft ist in Aufregung“.

Schon vor Monaten erschienen Protestplakate im Bezirk Tsoe (chin. Hezuo) in der Provinz Gansu, wo den Schülern ins Chinesische übersetzte Lehrbücher aufgezwungen wurden, verlautet aus einer anderen Quelle aus Tibet. „Ebenso wurde die Quote für die tibetischen Schüler in der Gegend reduziert, und einige tibetische Lehrer und tibetisches Schulpersonal ohne irgendeinen ersichtlichen Grund aus dem Dienst entlassen“.

(1) Ein Video von RFA, das den Protestmarsch direkt vor Augen führt, gibt es bei YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=Cy6Cso_KzfM

(2) Eine Bilderserie des Protestmarsches gibt es unter: http://www.tibettimes.net/news.php?showfooter=1&id=3512

Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org

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