(openPR) Vor allem in der noch vorherrschenden Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine nachhaltige Entwicklung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen und betrifft alle gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen. Corporate Social Responsibility (CSR) ist unter diesen Gesichtspunkten als ein wesentlicher Beitrag der Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung in den Handlungsfeldern Markt, Umwelt, Arbeitsplatz und Gemeinwesen zu verstehen und es wird versucht, die zahlreichen CSR-Aktivitäten durch die Einbeziehung von internen und externen Stakeholdern strategisch optimal auszurichten.
Das Prinzip von Corporate Social Responsibility existierte bereits im Mittelalter. Damals gab es in Europa das Leitbild des „Ehrbaren Kaufmanns“. Den Kaufleuten wurde unter anderem zur Stärkung des gesellschaftlichen Gleichgewichts in Städten die Einhaltung von bestimmten Verhaltensnormen auferlegt. Mit der Industrialisierung im 18. Jahrhundert breitete sich dieses Phänomen zunehmend aus und das gesellschaftliche Engagement der Unternehmer wurde langsam zur Selbstverständlichkeit. Schon damals wurden die Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitarbeiter, beispielsweise durch den Bau von Wohnhäusern, verbessert. In den 50er Jahren entwickelte sich das Thema zur Wissenschaft. Vorreiter hierfür waren die USA. Mit dem vorherrschenden „Shareholder-Value-Gedanken“ in den 80er Jahren trat die „CSR-Bewegung“ noch stärker hervor. Parallel dazu gewann der Gedanke zum Umweltschutz in diesen Jahren immer mehr an Bedeutung und seit den 90er Jahren verschmelzen beide Richtungen von CSR und Umweltschutz bzw. Nachhaltigkeit zunehmend miteinander. Die gesamte Entwicklung von Corporate Social Responsibility verlief in Europa hingegen nur schleppend. Mit der Initiative „UnternehmensWerte – Corporate Social Responsibility in Deutschland“ ist seit 2008 auch die deutsche Bundesregierung aktiv. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat ein CSR-Forum gegründet, in dem verschiedene Unternehmen, Gewerkschaften und Wissenschaftler gemeinsam mit dem Ministerium über CSR diskutieren und in Arbeitsgruppen Lösungsansätze erarbeiten, um langfristig eine umfassende CSR-Strategie für Deutschland zu schaffen.
Unternehmen befürchten häufig, dass ein Engagement für CSR mit einem zu großen Aufwand verbunden und deshalb unwirtschaftlich ist. Inzwischen ist aber nachgewiesen, dass CSR und Gewinnerzielung Komplemente sind und sich keinesfalls widersprechen. Dr. Arend Oetker, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co., fasste diesen Punkt einmal treffend zusammen: „Nach einem positiven Wertekodex zu handeln und sich in gesellschaftliche Belange einzumischen, ist nicht nur eine Frage der Moral, sondern auch der ökonomischen Klugheit.“
Gerade in der heutigen Zeit wird eine Umsetzung von CSR-Maßnahmen immer wichtiger. Die Gesellschaft und auch die Politik verlangen, dass sich Unternehmen mehr in gesellschaftliche Belange und Probleme einbringen und Lösungen aufzeigen. Eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen ist die zunehmende Überalterung der Gesellschaft und der damit einhergehende Fachkräftemangel. Ein Unternehmen ist gezwungen, sich attraktiv auf dem Arbeitsmarkt darzustellen, um qualifizierte Fachkräfte gewinnen zu können. Gleichzeitig muss es vorhandene Fachkräfte halten. Da Aspekte wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Deutschland oft bereits gesetzlich festgelegt sind, verhalten sich Unternehmen ihren Stakeholdern gegenüber häufig nach außen hin sozial. Zu einer CSR-Strategie gehört jedoch auch eine soziale Verantwortung nach innen gegenüber den Mitarbeitern, die nicht weniger Stakeholder des Unternehmens sind, als alle anderen. Der Gesetzgeber hat hier bereits mit den gesetzlichen Sozialversicherungssystemen eine erste Grundlage geschaffen: Darüber hinaus muss ein Unternehmen dem Arbeitnehmer einen „Durchführungsweg“ für die betriebliche Altersvorsorge anbieten. Dabei kann der Arbeitgeber entscheiden, ob die Vorsorge über Gehaltsverzicht/Entgeltumwandlung oder unter Kostenbeteiligung des Arbeitgebers durchgeführt wird. Zu weiteren Fragen der sozialen Zusatzleistungen – auch im Rahmen von CSR – gibt es bisher keine klaren gesetzlichen Grundlagen. Hier ist deshalb das Unternehmen umso mehr gefragt, wenn es gilt, die (betriebliche) Altersvorsorge sinnvoll zu ergänzen und dauerhaft in sein Humankapital zu investieren.
Durch soziale Zusatzleistungen für Mitarbeiter kann ein Arbeitgeber zum einen Fachkräfte locken, vorhandene Mitarbeiter binden und sich zum anderen langfristig mit einem positiven Image positionieren. Auch wenn CSR ganz klar als Gesamtstrategie verstanden werden muss, so sind zusätzliche soziale Leistungen für Mitarbeiter auf jeden Fall ein Bestandteil, der sich in der Praxis gut umsetzen lässt und von vielen Unternehmen bereits genutzt wird.









