(openPR) Musikfest Stuttgart 2010 jazzt, intensiver als je zuvor, fest verzahnt mit der klassischen Musik und mit hochkarätigen Akzenten: Am 9. und 10. September kommt der gefeierte amerikanische Jazzmusiker Uri Caine nach Stuttgart. Die Musik, die einmal durch seinen Kopf und seine Hände gegangen ist, ist nicht mehr dieselbe. Im Rahmen zweier Projekte mit dem diesjährigen Artist in Residence, dem renommierten Gambisten und Dirigenten Vittorio Ghielmi, macht Uri Caine dann auch – etwas ganz Neues. Höhepunkt ist die am 10. September mit Spannung erwartete Uraufführung „Lamentations“ von Uri Caine, einem Auftragswerk der Bachakademie. Die Neuvertonung der Klagelieder des alttestamentarischen Propheten Jeremia lässt drei Stile aufeinanderprallen: Cristina Zavalloni, Barbara Walker und Carmen Linares sind Sängerinnen, die Klassik, Gospel und Flamenco vertreten. Auch instrumental geht es interkulturell zu: Dem Gambenconsort Vittorio Ghielmis steht das Keyboard Uri Caines und die Bassklarinette Achille Succis gegenüber. Der alte hebräische Text erfährt so eine überraschende und bewegende Neudeutung.
Bereits am 9. September begegnet man Uri Caine beim Musikfest Stuttgart: Dann steht Buxtehudes Meisterwerk „Membra Jesu Nostri“ auf dem Programm. Mit Vittorio Ghielmi am Pult seines eigenen Ensemble Il suonar parlante und des schwedischen Rilke Ensembles. Uri Caine stellt den Kantaten ein eigenes siebenteiliges Werk „Mortalis Sonans“ für Chor und elektronische Gitarre (Nguyên Lê) voran. Dabei verwendet er nicht nur ein musikalisches Zitat, sondern auch ins Hebräische übertragene Textabschnitte aus Buxtehudes Zyklus. Pianist, Komponist, Arrangeur, Dekonstrukteur, Kommentator – der amerikanische Jazzmusiker Uri Caine (*1956), der auch in der Klassik zuhause ist, läßt sich nicht einordnen. Mahler verfremdete er grotesk („Urlicht/Primal Light“), Mozart verjazzte und „zerkratzte“ er, und Bachs Goldberg-Variationen ersetzte er zum großen Teil durch neue Kompositionen, in denen sich Jazz, Klezmer, Blues und anderes mischen. Exzerpte aus Wagner-Opern bearbeitete er für Kaffeehaus-Orchester und spielte sie auf dem Markusplatz in Venedig. Seine Adaption von Verdis „Othello“ mit dem Titel „The Othello Syndrome“ brachte ihm und seinem Ensemble 2009 eine Grammy-Nominierung in der Kategorie Best Classical Crossover Album und einen ECHO Klassik Preis.
Noch bis zum 19. September wird in Stuttgart kein Auge zugetan. In insgesamt 73 Konzerten und zahlreichen Rahmenveranstaltungen erkundet das Musikfest Stuttgart die „Nacht“. Orientierung in der Dunkelheit bieten die drei Schwerpunkte „Träume und Märchen“, „Schlafes Bruder“ und „Liebe und Wahnsinn“. Hochkarätige Mitwirkende des Musikfest 2010 sind u. a. Kit Armstrong mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Riccardo Chailly, Klaus Maria Brandauer, Isabelle Faust, Annette Dasch, Michael Schade, Mischa Maisky, und der Jazzmusiker Michael Riessler. Keinesfalls fehlen dürfen die großen Orchester der Stadt Stuttgart und weitere international gefeierte Künstler und Klangkörper. Weitere Informationen unter www.musikfest.de
Uri Caine beim Musikfest Stuttgart 2010
Donnerstag, 9. September 2010, Portrait Vittorio Ghielmi II
Domkirche St. Eberhard, 19.00 Uhr
Dieterich Buxtehude(1637-1707) /// Uri Caine (*1956)
Sieben mystische Visionen nach dem Kantatenzyklus „Membra Jesu Nostri“ von Dieterich Buxtehude (1688)
Graciela Gibelli /// Sopran
Hélène Le Corre /// Sopran
Gabriella Martellaci /// Alt
Markus Brutscher /// Tenor
Gianluca Buratto /// Bass
Rilke Ensemble /// Gunnar Eriksson /// Leitung
Il Suonar Parlante [Ensemble]
Uri Caine Klavier /// Keyboard
Nguyen Le /// Gitarre
Vittorio Ghielmi /// Leitung
Freitag, 10. September 2010, Portrait Vittorio Ghielmi III
Wagenhallen am Nordbahnhof, 22.00 Uhr
Uraufführung: Uri Caine (*1956): Lamentations
Auftragswerk der Internationalen Bachakademie Stuttgart
Cristina Zavalloni /// Gesang
Barbara Walker /// Gesang
Carmen Linares /// Gesang
Achille Succi /// Bassklarinette
Il Suonar Parlante /// [Consort]
Uri Caine /// Klavier






