(openPR) Die Loveparade 2010, die ein friedliches Fest werden sollte, hat am Samstagabend einen dramatischen Verlauf genommen. Nachdem gegen 17.45 Uhr in der Karl-Lehr-Straße eine Massenpanik ausbrach, wurden die zahlreichen Verletzten in die umliegenden Duisburger Krankenhäuser gebracht.
Die Duisburger Malteser Krankenhäuser betreuten dabei über 90 Teilnehmer der Loveparade. Neben der medizinischen Versorgung betreuten Seelsorger in beiden Krankenhäusern die traumatisierten Patienten und deren Angehörigen psychologisch. Viele Leichtverletzte konnten von erleichterten Angehörigen abgeholt werden, die von den Mitarbeitern teilweise aus weiter Entfernung nach Duisburg gelotst werden mussten.
Das Malteser Krankenhaus St. Anna in Duisburg-Huckingen versorgte dabei neben den erwarteten Notfällen etwa 60 Teilnehmer der Loveparade. Insgesamt 32 Patienten mussten stationär im Krankenhaus bleiben, davon einige auf der Intensivstation. Die Intensivkapazitäten waren in der planmäßigen Vorbereitung auf die Loveparade für den Katastrophenfall deutlich erweitert worden. Die eingelieferten Patienten wiesen verschiedenste Verletzungen auf: Neben der Versorgung der Leichtverletzten, die zum Beispiel mit Verstauchungen und Prellungen eingeliefert wurden, mussten auch einige Brüche, zum Beispiel Gesichts- und Unterschenkelfrakturen, operiert werden. Einige der Raver waren trotz des Hinweises mit ungeeignetem Schuhwerk auf dem Schotterplatz unterwegs, Schnittverletzungen waren die Folge. Daneben wurden auch Patienten mit erhöhtem Alkohol- und/oder Drogenkonsum eingeliefert. In der HNO-Ambulanz wurden weniger Patienten als erwartet behandelt. Ein Grund wird darin vermutet, dass viele Teilnehmer doch auf den Rat der Experten hörten und Ohrschutz verwendeten.
Das Malteser Krankenhaus St. Johannes-Stift in Duisburg-Homberg versorgte rund 30 verletzte Raver, darunter auch Schwerverletzte mit Rippenbrüchen und Bauchtraumen. Die häufigsten Diagnosen waren unterschiedlich schwere Quetschungen und Schnittwunden. Auch in Homberg mussten einige Patienten mit erhöhtem Alkohol- und/oder Drogenkonsum behandelt werden. Viel zu tun hatte auch die Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, die zahlreiche Verletzte nach Schlägereien oder Stürzen versorgen musste.
Für den Einsatz hatten sich die Malteser Krankenhäuser gut vorbereitet: Mehr als 50 Mitarbeiter aus Medizin, Pflege, Logistik und Administration waren zusätzlich im Einsatz und die Kapazitäten der Notaufnahmen wurden durch Zelte deutlich erweitert. Nachdem die Medien über die eskalierte Situation berichtete, eilten viele Mitarbeiter, die nicht zum Rufdienst eingeteilt waren, in die Malteser Krankenhäuser und unterstützen die vorhandenen Kollegen bis weit in die Morgenstunden. "Der Verlauf der Loveparade ist schrecklich. Wir fühlen mit den Angehörigen der Getöteten und mit den vielen Verletzten“, sagt Professor Andreas Lahm, Klinikdirektor der beiden Krankenhäuser.













