(openPR) Am Freitag, dem 18. September 2009 konnte Christian Maaß, Staatsrat der freien und Hansestadt Hamburg und Mark Ehlers, Vorsitzender der Aktion Fischotterschutz e.V. die Preisträger des Wettbewerbs „Natur vor meiner Haustür“ im Hamburger Rathaus begrüßen.
„Natur vor meiner Haustür - Spuren an meinem Gewässer“ war der Titel des Wettbewerbs für den sich hunderte Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit der Natur beschäftigt haben. „Wir danken allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen die sich für die Natur eingesetzt haben“ so Mark Ehlers. „Naturnahe Gewässer in unserer direkten Umwelt helfen nicht nur der Natur, sondern tragen auch zu unserem Wohlbefinden bei. Natur ist auch ein Erlebnisraum für uns Menschen.“
Der Wettbewerb wurde im Rahmen des Leitprojektes der Metropolregion Hamburg „Das Blaue Metropolnetz“ durchgeführt. Im Rahmen des Projektes werden die Gewässer als Lebensadern, Verbindungskorridore und Erlebnisräume entwickelt.
Folgende Beiträge wurden ausgezeichnet:
Kategorie der Vereine und Verbände:
1. Preis
"Lebensraum für den Fischotter"
Jugendfeuerwehr Rullstorf (Philipp Neben, Matthias Naß)
Die Jugendfeuerwehr gehört zunächst nicht zu den Organisationen, die man an der ersten Stelle der Akteure in der Gewässerrenaturierung nennen würde. Daher ist es umso erfreulicher, dass die Jugendfeuerwehr Rullstorf durch den Wettbewerb motiviert wurde, sich in diese, für sie neue, Materie einzuarbeiten. Die Gruppe hat sich zunächst intensiv mit dem Fischotter auseinandergesetzt. In der Vorbereitung wurde nicht nur Literatur studiert, sondern auch das OTTER-ZENTRUM in Hankensbüttel besucht. Um den Lebensraum am Sauerbach zu verbessern, wurde ein Kiesbett eingebracht und Flachufer angelegt, um besser Spuren nachweisen zu können. Um vor allem jüngere Kinder an das Thema Fischotter und Fließgewässer heranzuführen, wurde an örtliche Kindergärten Fischotterhandpuppen und Holzotter überreicht. Die Figuren wurden wiederum von Schülerfirmen erstellt. Diese schöne Aktion zeichnete sich auch in der Presseresonanz wieder, neben dem NDR und Radio ZuSa hat auch die örtliche Presse über die Aktivitäten der Jungendfeuerwehr berichtet. Die Resonanz der Presse zeigt, dass diese Arbeit auch in der Öffentlichkeit entsprechend gewürdigt wird.
2. Preis
„Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle im oberen Wümmegebiet“ Arbeitsgemeinschaft der Angelvereine Lauenbrück, Fintel und Westervesede (Ralf Gerken)
Seit 27 Jahren engagiert sich ein Team von Anglern und Naturbegeisterten für die Entwicklung im Wümmegebiet. Als Zielarten dienen Lachs und Meerforelle, jedoch profitiert die gesamte Lebensgemeinschaft durch die durchgeführten Maßnahmen. Dabei stehen nicht nur die Aufzucht und das Aussetzen der jungen Fische zur Überbrückung der ersten sensiblen Lebensphase, sondern auch praktische Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums auf dem Programm: Naturnahe Entwicklung der Gewässer und die Förderung und Anlage von Kieslaichplätzen bis zum Monitoring. Hervorzuheben ist auch das umweltpädagogische Engagement mit zahlreichen Schulen in der Region. Ein schönes Beispiel, wie Nutzerinteressen, Naturschutz und Umweltbildung im ehren-amtlichen Engagement miteinander zu erfolgreichen langfristigen Projekten verflochten werden. Stellvertretend steht Ralf Gerken für die Aktivitäten des Teams zur Verbesserung des Lebensraums und Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle.
3. Preis:
"Otterbiotop Lunestedt"
Forum Natur Lunekring (Hermann Kück)
In ehrenamtlicher Tätigkeit wurde in unzähligen Freizeitstunden ein Feuchtlebensraum gestaltet. Die ehrenamtlichen Helfer hatten dabei nicht nur den Fischotter im Focus, sondern eine Vielzahl von Arten der Teiche und feuchten Flächen sollten von den Maßnahmen profitieren. U.a. wurde eine Eisvogelwand gebaut und Storchennester aufgestellt (die inzwischen auch angenommen wurden). Um den Besuchern einen Zugang zu dem Lebensraum zu ermöglichen, wurde ein Steg mit einer Aussichtsplattform errichtet. Zahlreiche Führungen in diesem neu gestalteten Lebensraum und Maßnahmen wie der Nistkastenbau mit Kindern und Erwachsen tragen zu Sensibilisierung der Bevölkerung für die Natur vor der eigenen Haustür bei. Abgerundet wird das Angebot durch Ferienangebote für Kinder, bei der praktische Naturschutzarbeit geleistet wird. Ein gelungenes Beispiel, dass mit einer privaten Initiative sehr viel erreicht werden kann.
Kategorie Schüler bis zur 4. Klasse
1. Preis
"Totems an der Ilmenau"
Kunst-Werkstatt Jastorf (Katja Schaefer-Andrae)
Kunst kann neue, andere, oder überhaupt erst Zugänge zur Natur verschaffen. Die Kunstwerkstatt Jastorf mit seinen Schülern hat beispielhaft gezeigt, wie Kinder mit unterschiedlichen Sinnen an die Natur vor der eigenen Haustür herangeführt werden können. Der Natur wurde sich im Rahmen des Projektes behutsam genähert. Auf Spurensuche mit Botanisiertrommel, Fernglas und Skizzenblock haben die Kinder zunächst die Natur erkundet. Entdeckergeist, der Umgang mit Farben und Formen verbunden mit einer Hintergrundgeschichte zu Totems und Indianern weckte den Abenteuergeist der Kinder. Natur als Abenteuer! Pappelstümpfe an der Ilmenau wurden als „Totempfähle“ mit Tier- und Pflanzenbildern bemalt. Dem Betrachter eröffnet sich so ein buntes Bild von heimischen Tieren und Pflanzen an der Ilmenau. „Land-Art“ an der Ilmenau, ein gelungenes Werk nicht nur für die Kinder sondern auch eine schöne Attraktion an der Ilmenau. Speziell für den Wettbewerbsbeitrag wurde eine gelungene Internetseite konzipiert, auf der Hintergrundinformationen anschaulich dargestellt werden.
Kategorie Schüler ab der 5. Klasse
1. Preis
"Emilie, Emmelie und die Detektive: Wo steckt Lutra lutra?"
Klasse 5 c, Alexander–von-Humboldt-Gymnasium in Hamburg (Alexandra Neukirch).
„Natur als Abenteuer“ mit dieser Überschrift könnte man auch diese witzige Detektivgeschichte rund um Lutra lutra versehen. Dabei handelt es sich nicht „nur“ um eine gut gemachte Kriminalgeschichte, sondern es wurden auch umfangreiche Recherchen angestellt. Was braucht der Fischotter, wo lebt der Fischotter, wie kann ich Wasserverschmutzung nachweisen. Dabei wurden unterschiedliche Institutionen aufgesucht (u.a. OTTER-ZENTRUM, Klärwerk, TU Harburg) und unterschiedliche Drehorte genutzt. Diese Arbeit scheint nicht nur lehrreich gewesen zu sein und den Schülern/innen Spaß gemacht zu haben, auch die Jury hatte bei der Betrachtung des Films viel Spaß. Ein Beispiel, wie man sich fächerübergreifend einem Thema widmen und Lernen mit viel Spaß verbunden werden kann. Ein sehr gelungenes und nachahmenswertes Beispiel.
2. Preis
"Kann der Fischotter an der Engelbek leben?" "Lebendige Engelbek"
Klasse5 a und d, Alexander–von-Humboldt-Gymnasium in Hamburg. (Christa Grimm, Henning Trost und Yvonne de Nardo)
Ein sehr strukturiertes und ganzheitlich angelegtes Gewässerprojekt, welches den Kindern nicht nur einen Einblick in die Gewässerökologie, sondern auch die Morphologie, Hydraulik und die Evaluation der durchgeführten Maßnahmen vermittelt. Das Projekt wird daher hohen fachlichen Ansprüchen gerecht und vermittelt den Schülern konkrete praxisnahe Bezüge. Praktische Maßnahmen, wie die Entfernung der Uferverbauung und der Einbau von Strömungslenkern wurden in konkreten Unterrichtseinheiten vor- (u.a. mit Exkursionen) und nachbereitet. Das Projekt verbindet vorbildhaft fächerübergreifendes Arbeiten als ein Erfolgsfaktor für gutes Projektmanagement. Die sehr akribische und gut strukturierte filmische Aufarbeitung und Dokumentation ist ein weiterer entscheidender Faktor für die Reflexion der eigenen Arbeit. Dies konnte allerdings nur mit aktiven handelnden Personen, den Schülern und den engagierten Pädagogen und Kooperationspartner gelingen.
2. Preis
„Gewässergüte Untersuchungen – ökologische Gutachten“
Klasse Biologie 10 G1 Kooperative Gesamtschule Tarmstedt (Dr. Stefan Krolle)
Die Schüler hatten die Aufgabe, jeder ein ökologisches Gutachten eines Gewässers in Abhängigkeit von der Jahreszeit anzulegen. So sind 22 sehr detaillierte Fachgutachten entstanden. Ein wertvoller Schatz für die Region. Dabei mussten sie u.a. die Tier- und Pflanzenwelt dokumentieren. Dies erfolgte mit Fotos, Zeichnungen und Herbarbelegen. Wasserchemische Untersuchungen und die Interpretation gehörten auch zu den Aufgaben. Durch die Arbeiten wurde eine große Anzahl von Daten über die umliegenden Gewässer zusammengetragen. Die Aufgabe ein ökologisches Gutachten zu erstellen erforderte von den Schülern ein hohes Maß an Motivation und selbständigen Arbeiten. Auch die inzwischen vernachlässigte Artenkenntnis wurde deutlich gefördert. Vielen der Arbeiten sieht man an, dass das Interesse für wichtige Aspekte der Natur geweckt wurde. Den sehr umfangreichen Arbeiten der Schüler gehört daher ein besonderes Lob.
3. Preis
"Vergleich eines Stillgewässers mit einem Fließgewässer: Ökosystem eines Stillgewässers. Die Alte Jeetzel. "
Gymnasium Lüchow (12. Klasse, GK Biologie)(Barbara Reimpell-Scheich)
Ein Fließgewässer sollte im Rahmen einer längeren Hausarbeit mit einem stehenden Gewässer verglichen werden. Diese Arbeit der 12. Klasse wurde in Gruppenarbeit erarbeitet. Neben der Recherche der Historie galt es möglichst viele der vorkommenden Tier- und Pflanzenarten detailliert zu dokumentierten und zu erfassen. Damit mussten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Kurses umfangreiche Freilandarbeiten durchführen. Als Ergebnis wurden, soweit dies erforderlich war, Vorschläge zu Verbesserung der Situation gemacht. Diese schönen Ergebnisse sollten motivieren, auch in Zukunft die Entwicklung dieser Lebensräume zu untersuchen.
3. Preis
"Die Bille"
Fachschule für Umweltschutztechnik an der Staatlichen Gewerbeschule Bautechnik G 19, Hamburg, Klasse UT 08 (Peter Corleis)
Im Rahmen der Ausbildung wurde ein sehr detailliertes Fachgutachten zur Gewässergütebestimmung der Mittleren Bille erstellt. Als Grundlage dienten langjährige Untersuchungen an der Bille, die im Jahr 2009 um Untersuchungen zur Strukturgüte, Pflanzenkartierung, die biologische und die chemische Gewässergüte erweitert wurden. So ist ein sehr umfangreiches Gutachten und Bewertung zur Situation der Mittleren Bille entstanden. Auch dies ist ein gutes Beispiel, wie praxisnah Unterricht gestaltet werden kann. Die Vermittlung der Artenkenntnis der Ufervegetation und der Interpretation ist ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Zusammenhänge in der Gewässerökologie, die auch nicht außerhalb des Wasserkörpers endet. Abgerundet wurde diese sehr fundamentierte Arbeit durch eine gelungene Präsentation. Eine kontinuierliche weitere Betrachtung der Bille und die öffentliche Darstellung der Ergebnisse sind hier zu wünschen.
Die Qualität der Arbeiten hat selbst die Fachleute aus der Jury überrascht. In jedem Fall hat sich der Wettbewerb gelohnt. Nicht nur für die Gewinner der Preise im Gesamtwert von 18.000 Euro. Gewonnen hat vor allem die Natur vor unserer Haustür, die vielen in einem ganz neuen Licht erschienen ist.
Der Wettbewerb wurde im Rahmen des Leitprojektes der Metropolregion Hamburg „Das Blaue Metropolnetz“ durchgeführt. Bei dem Projekt werden die Gewässer als Lebensadern für Mensch und Tier entwickelt. Sie sollen dem Fischotter, der neuerdings sogar in Hamburg eine neue Heimat gefunden hat, als Verbindungskorridor dienen und zugleich dem Menschen als Erlebnis- und Erholungsraum nutzen. Nicht nur die Natur, wie der Fischotter, profitiert also von einer naturnahen Entwicklung der Gewässer, sondern auch der Mensch durch die Erhöhung seiner Lebens- und Wohnqualität.
„Das Blaue Metropolnetz“ wird durch die Metropolregion Hamburg über die Förderfonds, die Hanns R. Neumann Stiftung, die Umweltlotterie Bingo!, die Niedersächsische Umweltlotterie und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert.
Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.otterzentrum.de. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Projektkoordinator Karsten Borggräfe unter Tel.: 05832-980812 oder per E-Mail:












