(openPR) BAD LIEBENZELL. Rund 4500 Besucher kamen am Sonntag, 13. September zum Herbstmissionsfest der Liebenzeller Mission in den Nordschwarzwald. Das Fest stand in diesem Jahr unter dem Motto „Versöhnt leben“ und begann mit einem Gottesdienst. Der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfarrer Detlef Krause, erinnerte in seiner Predigt an die biblische Geschichte von Jakob. „Genauso wie es Jakob erging, so erleben auch wir heute: Unversöhnte Schuld im Leben holt uns immer wieder ein.“ Menschen bräuchten jedoch nicht an dieser Stelle stehen bleiben. „Gott nimmt unsere Schuld auf sich, schon bevor wir überhaupt einen Schritt tun.“ Krause ermutigte die Besucher, eigenes Versagen einzugestehen und vor Gott zu bekennen. Dies sei ganz im Sinne Gottes, der sich mit den Menschen versöhnt, damit diese untereinander versöhnt leben können. Selbst einen Schritt auf den Nachbarn, Arbeitskollegen oder Partner zuzugehen, könne häufig von großer Last befreien: „Wo Menschen um Vergebung bitten und selbst vergeben, da findet Versöhnung statt und wird ein Neubeginn ermöglicht.“ Krause ermutigte in diesem Zusammenhang die Besucher, von den Seelsorge-Angeboten im Rahmen des Missionsfests Gebrauch zu machen.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung bestand in kurzweiligen Erzählungen der Missionare aus ihrer weltweiten Arbeit. Martin Auch, Missionsdirektor der Liebenzeller Mission, berichtete von Mut machenden Entwicklungen aus dem afrikanischen Malawi. Dort habe die theologische und handwerkliche Ausbildung für Dorfpastoren und Gemeindemitarbeiter am „Chisomo-Zentrum“ wesentlich dazu beigetragen, die Gemeinden innerhalb der Partnerkirche zu stabilisieren. Nachdenklichere Töne schlug Auch bezüglich der öffentlichen Berichterstattung über das Thema Mission in den letzten Wochen an. In einem Beitrag des ZDF-Magazins „Frontal 21“ wurden Christen dafür kritisiert, auch im Ausland über ihre Überzeugungen zu sprechen und Missionare mit islamisch-radikalen Bewegungen gleichgesetzt: „Als Liebenzeller Mission stehen wir für das Grundrecht, frei über den Glauben reden zu dürfen. Dass dies im interkulturellen Bereich sensibel und angemessen geschieht, darauf legen wir in unseren Arbeiten großen Wert.“ Erfreut zeigte sich Auch über den öffentlichen Schulterschluss, der durch eine deutliche Stellungnahme des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu diesem Thema zum Ausdruck gebracht wurde.
Für Kinder und Teenager wurde auf dem Herbstmissionsfest jeweils ein attraktives Parallelprogramm angeboten. Die Kinder konnten sich zudem in der Mittagspause in einer Hüpfburg und einer Kistenrollbahn vergnügen, die Teenager übten einen Sprechgesang ein, den sie am Nachmittag zusammen mit den Besuchern aufführten.
Im Nachmittagsprogramm stand unter anderem ein Impuls von Thierry Bahizi im Zentrum. Bahizi ist Pastor der anglikanischen Kirche in Burundi und extra zum Herbstmissionsfest angereist. Er erinnerte an den blutigen Bürgerkrieg, der in seiner ostafrikanischen Heimat über zehn Jahre tobte, konnte aber zugleich von einer steigenden Versöhnungsbereitschaft im Land berichten. Verwitwete Frauen der ehemals verfeindeten Volksgruppen Hutu und Tutsi träfen sich gemeinsam im Gottesdienst. Dies sei häufig ein erster Schritt zu gegenseitiger Versöhnung.
Die nächste größere Veranstaltung der Liebenzeller Mission findet bereits am kommenden Samstag statt. Speziell für junge Erwachsene wird der eintägige Kongress „eXchange“ angeboten. Junge Menschen treffen sich, um sich über die Themen Jugendarbeit und Weltmission auszutauschen und zu informieren. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung gibt es im Internet unter www.exchange-info.de . Das nächste Missionsfest der Liebenzeller Mission ist an Pfingsten 2010. Mit rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 25 Ländern ist sie eine der großen, evangelischen Missionsgesellschaften in Deutschland.












