(openPR) Angler, Fischer, Teichwirte – lästige Störgrößen oder Naturschützer vor Ort?
Seddin: Unter dem Motto „Angler, Fischer, Teichwirte – lästige Störgrößen oder Naturschützer vor Ort?“ diskutieren die Mitglieder des Landesfischereiverbandes Brandenburg / Berlin e.V. anlässlich des diesjährigen Landesfischereitages mit Gästen aus Politik, Verwaltung und Forschung die unterschiedlichen Konfliktfelder zwischen Fischerei und Naturschutz.
160 Fischerbetriebe, rund 140.000 Angler und 34 Teichwirtschaften nutzen Flüsse, Seen und Teiche im Land nicht nur, sondern sind dort auch aktiv als Naturschützer tätig. So betonen Fachleute nicht ohne Grund die Bedeutung der Teichwirtschaften für den Artenschutz. Schließlich sind die zur Fischproduktion künstlich angelegten Gewässer gleichzeitig wahre Brennpunkte in Sachen Biodiversität, die vom Teichwirt gepflegt und damit erhalten werden. Fischer und Angler unternehmen für ihren Teil an Flüssen und Seen im Fischartenschutz gemeinsame Anstrengungen. So werden nicht nur für den Erhalt der Aalbestände erhebliche Mittel eingesetzt. Der Landesanglerverband Brandenburg zeichnet auch für die erfolgreiche Wiederansiedlung des Europäischen Lachses und der Meerforelle in Flüssen des Landes Brandenburg verantwortlich.
Gleichzeitig müssen Angler, Fischer und Teichwirte erleben, dass der Naturschutz insgesamt offenbar mit seinen Erfolgen noch nicht wirklich umgehen kann. Obwohl insbesondere die von Kormoranen in Brandenburgs Teichwirtschaften angerichteten Schäden inzwischen neben den wirtschaftlichen auch zu naturschutzfachlichen Problemen führen, verweigert sich der Naturschutz weiterhin einem ernsthaften Management für diese längst nicht mehr gefährdete Vogelart. Die finanziellen Lasten in der Größenordnung von jährlich mehr als 1,2 Mio. € tragen allein die Teichwirte.
Der Fischotter wird noch immer als stark gefährdete Tierart deklariert, obwohl er im Land Brandenburg seit Jahren den reichlich verfügbaren Lebensraum längst vollständig besiedelt hat und ein weiterer Bestandsanstieg deshalb gar nicht mehr möglich ist.
Auch der Bestand des einst extrem gefährdeten Bibers ist heute in vielen Gegenden des Landes auf ein Niveau gestiegen, das zu erheblichen Schäden und somit zu Problemen führt. Statt eines auch hier längst überfälligen Managements läuft man weiter den Ereignissen hinterher.
Gleichzeitig werden bei der Ausweisung von Naturschutzgebieten unter anderem mit Verweis auf den notwendigen Schutz von Fischotter und Biber Einschränkungen bei der Nutzung und Bewirtschaftung von Flüssen, Seen und Teichen verordnet, die zu wirtschaftlichen Einbußen bei Fischern und Teichwirten führen. Aus der Sicht des Landesfischereiverbandes ist es höchste Zeit, bei Fragen des Naturschutzes mehr Augenmaß walten zu lassen. Nur so lassen sich Schäden minimieren, Kosten für den Steuerzahler reduzieren und sich ein tatsächlich nachhaltiger Naturschutz gestalten. Über die dafür nötigen Schritte werden die Mitglieder des Landesfischereiverbandes gemeinsam mit Gästen aus Politik und Verwaltung am Seddiner See diskutieren.
Termin: 09.09.2009
Zeit: 09:00 – ca. 15:00 Uhr / Pressefrühstück um 10:30 Uhr
Ort: Heimvolkshochschule am Seddiner See
Seeweg 2
14554 Seddiner See
Landesfischereitag 2009 am Seddiner See








