(openPR) Stuttgart. „Wenn das ZEW-Konjunkturbarometer im laufenden Monat Juli 2009 zum ersten Mal gesunken ist und zwar aus Furcht vor einer Kreditklemme, dann zeigt dies überdeutlich, dass die in den letzten Wochen mehrfach ausgesprochenen Warnungen des Wirtschaftsrats einen sehr realen Hintergrund haben“, betonte der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrats Baden-Württemberg, Dr. Ulrich Zeitel, jüngst in einer aktuellen Stellungnahme. Am Dienstag hatte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) seine neuesten Daten zur Konjunkturerwartung veröffentlicht.
Danach sank der ZEW-Index im Juli gegenüber dem Vormonat überraschend von 44,8 auf 39,5 Punkte. Dies war der erste Rückgang nach zuvor acht Anstiegen infolge. Dr. Zeitel machte in diesem Zusammenhang besonders darauf aufmerksam, dass das ZEW ein erhebliches Risiko für die weitere konjunkturelle Entwicklung in der Frage sieht, wie die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Haushalte funktionieren wird. „Genau in diesem Punkt lassen wir als Wirtschaftsrat nicht locker, in der konsequenten Forderung nach einer ausreichenden Kreditversorgung von Industrie, Gewerbe und Handel in den kommenden Wochen und Monaten,“ so Dr. Zeitel weiter. Die Kreditwirtschaft werde sich bei einer Verschärfung der Kreditverknappung am Ende ins eigene Fleisch schneiden, wenn dadurch Unternehmen im Ernstfall unverschuldet in die Zahlungsunfähigkeit getrieben würden. Bei allem Verständnis für die derzeit besondere Situation der Banken dürfe der Bremsweg bei der Kreditvergabe nicht unangemessen überdehnt werden.
Zeitel verwies in diesem Zusammenhang auch auf die neuesten Daten des Münchener Ifo-Instituts zur massiv gesunkenen Kapazitätsauslastung der deutschen Industrie. So seien unter anderem in erheblichem Maße bereits erteilte Aufträge annulliert worden. Die Stornoquote habe sich in einigen Industriezweigen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt vervierfacht. "Diesem Trend müssen wir uns in Baden-Württemberg mit seiner ausgeprägten Investitionsgüterindustrie massiv entgegenstemmen", so Zeitel. „Unsere aller erste Kernaufgabe ist es, der lahmenden Konjunktur zwischen Rhein, Neckar und Bodensee im Verlauf des zweiten Halbjahres 2009 wieder auf die Beine zu helfen". Da könne es einfach nicht sein, dass sich einzelne Banken von dieser gesamtwirtschaftlichen Aufgabe in Teilbereichen offenbar abkoppelten. Eine solche Einstellung sei in höchstem Maße kontraproduktiv für eine möglichst baldige Wiedergesundung der Wirtschaft.





