openPR Recherche & Suche
Presseinformation

11 Millionen Jobs droht Auslagerung

(openPR) In Deutschland sind 11,3 Millionen Arbeitsplätze akut von der Verlagerung ins Ausland bedroht. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Gefährdet sind nicht nur Industriearbeitsplätze.
Nur noch bei 38 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Jobs ist laut der Studie die physische Nähe erforderlich.



„Eine potenzielle Verlagerbarkeit ist auf allen Qualifikationsstufen der Beschäftigung gegeben“, so die Kieler Volkswirte Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser. Galten bislang vor allem einfachere Industriearbeitsplätze als von der Globalisierung bedroht, müssen in Zukunft wohl auch immer mehr Beschäftigte im Dienstleistungssektor um ihren Job bangen. Gerade in der gegenwärtigen globalen Wirtschaftskrise nutzten die Unternehmen jede Gelegenheit, ihre Stückkosten zu senken und dabei die inländischen Produktionsstandorte auf den Prüfstand zu stellen.

Etwa 42 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Jobs seien potenziell ins Ausland verlagerbar, mehr als elf Prozent gelten gar als „leicht verlagerbar“, so die Kieler Analyse der Tätigkeitsprofile von insgesamt 3100 Berufen. „Bei handelbaren Dienstleistungen gelten die gleichen Kriterien wie bei handelbaren Industriegütern“, heißt es in der Studie. Beispielsweise stehe ein deutscher Programmierer im Wettbewerb mit EDV-Experten auf der ganzen Welt, ein Taxifahrer hingegen nicht. Nur noch bei 38 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Jobs sei die physische Nähe erforderlich; sie seien „gegenwärtig globalisierungsfern“ und vor Verlagerung sicher. Zum Vergleich: In den USA und der Schweiz gelten mehr als drei Viertel der Jobs als ortsgebunden.

Mit den neuen Daten bekommt die Bedrohung heimischer Arbeitsplätze eine völlig neue Dimension. Galten bislang vor allem Jobs von Geringqualifizierten als gefährdet, muss tatsächlich davon ausgegangen werden, dass sich potenziell Arbeitsplätze auf allen Qualifikationsebenen verlagern lassen. Tendenziell unterlägen Arbeitsplätze von Höherqualifizierten sogar einem zunehmend größeren Verlagerungsrisiko, so die Kieler Volkswirte.

„Dies hat zur Folge, dass mit einer zunehmenden Verlagerung von Arbeitsplätzen auch ein fühlbarer Wohlstandsverlust in Deutschland verbunden wäre“, warnen die Experten. Denn Jobs mit einem geringen Verlagerungsrisiko seien überwiegend im Bereich personenbezogener und damit nicht handelbarer Dienstleistungen mit geringeren Qualifikationsanforderungen angesiedelt – und daher gehe mit einem geringen Verlagerungsrisiko häufig auch ein relativ geringes Einkommen einher.

Die Wirtschaftspolitik habe „keine andere Wahl“, als auf breiter Front eine bildungspolitische Offensive zur konsequenten Höherqualifizierung der heimischen Arbeitnehmer zu starten. Dabei sollte die Förderung hochwertiger Berufe, selbst wenn sie leicht ins Ausland verlagert werden könnten, als Chance zur Wahrung des deutschen Einkommensvorsprungs gesehen werden. Denn ohne Pflege und Weiterentwicklung der heimischen Humankapitalbasis drohe aus der potenziellen Verlagerbarkeit von besser entlohnten Jobs bald eine tatsächliche Verlagerung an wettbewerbsfähigere Standorte zu werden.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 315001
 809

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „11 Millionen Jobs droht Auslagerung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Markus Schindler

Kooperative Arbeitgeber sind beliebter
Kooperative Arbeitgeber sind beliebter
Arbeitskräfte schätzen als Arbeitgeber besonders solche Unternehmen, in denen die Mitarbeiter als Partner angesehen werden und von der Unternehmensleitung eine hohe Wertschätzung erfahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Institut für Mittelstandsforschung der Leuphana Universität Lüneburg gemeinsam mit der Hamburger Personalberatung Hanseatisches Personalkontor durchgeführt hat. 57% der befragten Fach- und Führungskräfte äußerten sich dementsprechend. Der Grad der Arbeitszufriedenheit ist in Unternehmen mit kooperativ-gemeinscha…
So wenig Überstunden wie noch nie
So wenig Überstunden wie noch nie
Gibt es in Deutschland immer weniger zu tun? Einer Studie zufolge fällt die Zahl der Überstunden in diesem Jahr auf den tiefsten Stand aller Zeiten. Damit setze sich ein langfristiger Trend fort, heißt es. Die Gründe sind aber nicht nur mangelnde Aufgaben für die arbeitende Bevölkerung. Die Zahl der bezahlten Überstunden in Deutschland fällt in diesem Jahr auf einen historischen Tiefstand. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" rechnet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit einem Rückgang um 27 Prozent auf 999,4 Milli…

Das könnte Sie auch interessieren:

Outsourcing-Markt im ersten Halbjahr 2005 rückläufig - Managed Services bleiben die eigentlichen Wachstumstreiber
Outsourcing-Markt im ersten Halbjahr 2005 rückläufig - Managed Services bleiben die eigentlichen Wachstumstreiber
… „Computer Zeitung“ beruft sich dabei auf Zahlen von Technology Partners International (TPI). Das US-Beratungsunternehmen teilte mit, dass im ersten Halbjahr 2004 Verträge über die Auslagerung von Geschäftsprozessen mit einem hohen Grad an IT-Unterstützung im Gesamtwert von fünf Millionen Euro abgeschlossen wurden. Für die ersten sechs Monate des laufenden …
Zulieferer für Solarindustrie 6N Silicon erhält fünf Millionen Euro für neuen Produktionsstandort
Zulieferer für Solarindustrie 6N Silicon erhält fünf Millionen Euro für neuen Produktionsstandort
… Form vor, sondern muss angereichert werden. 6N Silicon Inc. mit Sitz in Toronto, Ontario, hat sich auf die Silizium-Anreicherung spezialisiert. Jetzt investiert das Unternehmen 31,3 Millionen Euro (50 Millionen kan. Dollar) in einen neuen Standort in Vaughan, Ontario, an dem aus Siliziumerzen nahezu reines Silizium gewonnen werden soll. 6N Silicon hat …
Appricot.de verabschiedet sich von Steve Jobs
Appricot.de verabschiedet sich von Steve Jobs
… Menschen ausdrücken, der aus einer Idee heraus eine ganze Industrie weiterentwickelt und Stereotypen zerstört hat, und dadurch die Menschen neu denken ließ. Dank Steve Jobs können Millionen Menschen nicht nur effektiver arbeiten, sondern auch ihre Freizeit komfortabler gestalten, denn jeder von uns hat irgendwann mit Produkten zu tun, die von Apple entwickelt …
Bild: Jürgen Hardt - „Wuppertal wird von der Renaissance der Industrie profitieren“Bild: Jürgen Hardt - „Wuppertal wird von der Renaissance der Industrie profitieren“
Jürgen Hardt - „Wuppertal wird von der Renaissance der Industrie profitieren“
… und Wirtschaft schloss mit einem positiven Fazit. „Ich gehe davon aus, dass wir eine Renaissance des Industriestandorts Deutschland erleben werden. Die große Welle der Auslagerung der Produktion in andere Länder ist aufgrund gestiegener Logistik- und Energiekosten erst einmal vorbei. Wuppertal hat einen hohen Anteil an Industriearbeitsplätzen. Wenn wir …
Bild: Erstmals berechnet: Die nächsten 100 Millionen neuen Jobs entstehen mehrheitlich in Afrika Bild: Erstmals berechnet: Die nächsten 100 Millionen neuen Jobs entstehen mehrheitlich in Afrika
Erstmals berechnet: Die nächsten 100 Millionen neuen Jobs entstehen mehrheitlich in Afrika
Bis 2029 werden weltweit voraussichtlich über 100 Millionen neue Jobs entstehen, wobei vor allem in den Ländern Afrikas neue Lohnarbeit geschaffen wird. Das geht aus dem Global Jobs Index hervor, den das Kiel Institut für Weltwirtschaft gemeinsam mit dem Hamburger Startup Impacc erstmals auf Basis von weltweiten Zahlen erstellt hat. Die den Berechnungen …
Bild: Global oder national? Callcenter im internationalen VergleichBild: Global oder national? Callcenter im internationalen Vergleich
Global oder national? Callcenter im internationalen Vergleich
… Lohn um durchschnittlich 18 Prozent niedriger und bei über 50 Prozent der ausgelagerten Callcenter ist die Arbeitsqualität niedrig. Aufgrund der zunehmenden Auslagerung von Callcentern wird damit hier die Entwicklung von guter, anspruchsvoller Arbeit entscheidend gebremst." GLOBAL CALL Diese internationalen Untersuchungsresultate des Global Call Center …
Bild: Ontario fördert innovative Wachstumsunternehmen - 130 Millionen Euro aus Ontarios erstem Risikokapital-FondsBild: Ontario fördert innovative Wachstumsunternehmen - 130 Millionen Euro aus Ontarios erstem Risikokapital-Fonds
Ontario fördert innovative Wachstumsunternehmen - 130 Millionen Euro aus Ontarios erstem Risikokapital-Fonds
… ihre Ideen in marktreife Produkte verwandeln und zukunftssichere Jobs schaffen möchten, können ab sofort Gelder aus dem Fonds beantragen. Dafür stehen ihnen zunächst etwa 130 Millionen Euro (205 Millionen kan. Dollar) zur Verfügung. Gegen Jahresende soll die Summe weiter aufgestockt werden. Um diese Mittel aufzubringen, beteiligt sich Ontario mit 57 …
Tim Cook dank Apple-Aktien theoretisch reichster US-CEO
Tim Cook dank Apple-Aktien theoretisch reichster US-CEO
… Aus diesem Grund hat Jobs sich dazu entschlossen, dem neuen Konzernchef eine Marge in Form von Aktienfonds auszuschütten. Cook hat bis zu seinem Amtsantritt rund 58 Millionen verdient. Laut des WallStreetJournals ist der Apple-CEO theoretisch der reichste US-CEO, und verfügt derzeit über Aktien im Wert von über 530 Millionen US-Dollar. Doch gibt es eine …
Bye-bye
Bye-bye
… einbauen, länger arbeiten, Urlaubstage kürzen, uns stärker auf Marketing und Vertrieb ausrichten, die Bürokratie entschlacken, Unternehmertum besser und schneller fördern. Zudem bietet die Auslagerung von Investitionen ins Ausland auch Vorteile. Billigimporte führen zu niedrigen Kosten und schaffen zusätzliche Kaufkraft. Das sehen wir ja an den Preisen …
Convergys wird SAP-Partner für Auslagerung von Geschäftsprozessen
Convergys wird SAP-Partner für Auslagerung von Geschäftsprozessen
Ausbau der 10-jährigen Zusammenarbeit Mörfelden-Walldorf, 30. März 2006 – Convergys ist in das Programm für die Auslagerung von Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing, BPO) von SAP aufgenommen worden. Convergys erweitert damit seine 10-jährige Geschäftsbeziehung zu SAP, um weltweit das Wachstum seiner Sparte Personalwesen zu unterstützen. …
Sie lesen gerade: 11 Millionen Jobs droht Auslagerung