(openPR) Das Bücherzentrum in Unna stellt vom 9. Mai bis zum 13. Juni 2009 Bilder aus grafischen Mappen zweier deutscher Künstler, Karl-Heinz Hansen-Bahia und Eberhard Schlotter, aus.
Es handelt sich um die Mappe „Zehn Radierungen zu den Songs der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht“ von Eberhard Schlotter (erschienen 1969 in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt in einer Auflage von 70 Exemplaren) und die Mappe „Holzschnitte zu den Balladen des Francois Villon“ (erschienen 1963 im Fackelträger-Verlag Hannover in einer Auflage von 20 Exemplaren).
Beiden Künstler ist manches gemeinsam. Sie sind in etwa in der gleichen Zeit aufgewachsen. Beide verließen nach dem Kriege Deutschland. Sie wählten beide die Grafik als ihr Hauptmetier. Und das Werk beider ist sehr stark durch Literatur beeinflusst worden.
Von Eberhard Schlotter (* 1920) gibt es Illustartionen u.a. zu Lukian, James Joyce, Arno Schmidt, Wilhelm Raabe, Cervantes und Goethe. Bei Hansen-Bahia (* 1915, + 1978) findet man Brecht, Amado und Lukian. Karl-Heinz Hansen ließ sich in den 50er Jahren in Bahia (Brasilien) nieder, woher sein Beiname entlehnt ist. Schlotter zog es in derselben Zeit nach Altea (Spanien). Beide behielten aber ihren künstlerischen Mittelpunkt in Deutschland.
Der Großteil der künstlerischen Arbeiten Schlotters sind Radierungen. Er erfand das Mittel der „weichen Ätzung“, wodurch ihm feinste Helldunkelabstufungen gelingen. Die Menge an Arbeiten, die bisher von Schlotter geschaffen wurden, ist schier unübersehbar. Die Eberhard-Schlotter Stiftung in Celle besitzt alleine etwa 4200 Grafiken und 730 malerische Arbeiten.
In der Ausstellung des Bücherzentrums sieht man kleinformatige Radierungen, auf denen in teils surreal verfremdeter Weise Szenen einer Halbwelt dargestellt sind, wie man sie in Brechts titelgebender Dreigroschenoper findet. Auch Bertolt Brecht selbst schaut aus tiefschwarzem Grund den Betrachter an.
Karl-Heinz Hansen Bahia dagegen bevorzugte den Holzschnitt. In ihm vollbringt er Satirisches neben Derbem und Volkstümlichen. Sein großartiger künstlerischer Ausdruck bleibt dabei immer unverwechselbar.
Neben allen Unterschieden macht die Ausstellung allerdings starke Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Künstlern deutlich. Es ist der kritische Blick auf den Menschen, die Kritik an der eigenen Zeit gespiegelt im Bilde der Vergangenheit.
Im Rahmen dieser Ausstellung gibt es am 9. Juni 2009 ab 20 Uhr im Bücherzentrum eine Lesung (Eintritt frei). Gordon Friese und Michael Sacher, die beiden Inhaber des Bücherzentrums, werden an diesem Abend das Verhältnis zwischen dem Maler und Grafiker Eberhard Schlotter und dem Schriftsteller Arno Schmidt beleuchten. Arno Schmidts Todestag jährt sich am 3. Juni zum dreißigsten Mal.









