(openPR) Neues Wandgemälde von Volker Pohlenz enthüllt
Leipzig - Große Ehre für einen Mann, den in Japan fast jeder kennt, der in Deutschland dagegen sicher nur Experten ein Begriff ist: Mori Ôgai, der Übersetzer von Goethes Faust ins Japanische, ist ab sofort in Auerbachs Keller Leipzig auf einem großformatigen Wandgemälde zu sehen. Zur Bildenthüllung begrüßte Keller-Wirt Bernhard Rothenberger unter anderem den Kulturattachée der Japanischen Botschaft in Berlin, Frau Dr. Kaori Yamada, sowie die Leiterin der Mori Ôgai Gedenkstätte Berlin, Beate Wonde. Auch ein japanisches Fernsehteam kam extra zur Berichterstattung in das Traditions-Gasthaus.
Gemalt wurde das Bild von Volker Pohlenz, der sein Werk auch direkt vor Ort signierte. Pohlenz gilt als Vertreter der Leipziger Schule und fertigte bereits das Gemälde "Kaiserliche Pfalz" für den Auerbachs Keller. "Die Idee für die Ehrung Mori Ôgais entstand vor etwa anderthalb Jahren", erzählt Bernhard Rothenberger. Damals fragte ihn ein japanischer Gast, wo denn das Mori-Ôgai-Denkmal stehe? "Ich musste gestehen, dass wir so etwas in unseren Räumen nicht haben", erinnert sich der Keller-Pächter. Als er auch die Frage nach einem Denkmal in Leipzig verneinen musste, war für ihn schnell klar, dass er das ändern wollte. Gemeinsam mit seinem Hauschronisten Bernd Weinkauf entschied er sich für ein Denkmal in Form eines Gemäldes. "Wir sind sehr stolz, dass Volker Pohlenz, obwohl er sehr viel zu tun hat, sofort zugestimmt hat, das Bild für uns zu malen."
Das Gemälde trägt den Titel "Mori Ôgai erinnert sich an den 27. Dezember 1885 in Auerbachs Keller." Damals war der Militärhygieniker mit seinem Freund Inoue Sonken, der in Heidelberg Philosophie studierte, zu Besuch in Auerbachs Keller. In sein Tagebuch notierte er, beide hätten überlegt, ob es wohl möglich sei, Goethes Faust zu übersetzen. "Herr Sonken meinte, ich sollte es doch einfach mal versuchen. Lachend sagte ich zu." Und tatsächlich erscheint 1913 in Japan, seine bis heute gültige Übersetzung der Faust-Dichtung, die einen wichtigen Impuls für das dortige Interesse an deutscher Kultur gegeben hat.
Neben Mori Ôgai und Inoue Sonken sind auf dem Bild noch Faust und Mephisto als fiktive Gäste zu sehen. Im Hintergrund sieht man einen Kellner, für den Fasskellermeister Volker Maaß, der seit 38 Jahren in Auerbachs Keller arbeitet, Vorbild war. "Den Blick von Volker Maaß, als das Bild enthüllt wurde und er sich selbst darauf entdeckte, werde ich nie vergessen", freut sich Bernhard Rothenberger. "Nach so vielen Jahren in unserem Haus, hat er diese Ehrung wirklich verdient."













