(openPR) Deutschland bleibt weiterhin auf Platz Eins unter den bedeutendsten Handelspartnern Polens. Im Jahr 2008 tauschten beide Länder Waren im Wert von 60 Milliarden Euro aus. Die Ausfuhren aus Polen wurden mit 28,6 Milliarden Euro beziffert. In diesem Zeitraum lieferte Deutschland Waren und Dienstleistungen im Wert von 31,8 Milliarden Euro nach Polen. Die Exporte aus Polen nach Deutschland wuchsen im Vergleich zu 2007 um 9,6 Prozent. Die Importe aus Deutschland nach Polen lagen zwölf Prozent über dem Wert des Vorjahres.
Trotz seines nach wie vor hohen Stellenwertes nimmt die Rolle des deutschen Marktes für die Exportwirtschaft in Polen kontinuierlich ab. So ist der Anteil der polnischen Exporte nach Deutschland in den vergangenen acht Jahren von 35 auf 25 Prozent zurück gegangen. Unverändert bleibt das Niveau der Importanteile aus Deutschland, die sich in Polen seit Jahren stabil bei 23-25 Prozent halten und das negative Saldo des Handelsaustausches stets tiefer werden lassen.
Die aktuellen Zahlen präsentierte die Botschaft der Republik Polen in ihrer zwölften Jahrespressekonferenz in Berlin. Die einstimmige Kernaussage der Konferenz: Auch wenn das Wachstumstempo in beiden Ländern zurück geht, bleiben die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Polen und Deutschland intensiv. „Deutschland ist ein stabiler Handelspartner Polens“, stellte Botschaftsrat Dr. Jacek Robak, Leiter der Abteilung für Handel und Investitionen der Polnischen Botschaft fest. Die Bedeutung des polnischen Marktes für Deutschland sei jedoch im Verhältnis ungleich gewichtet. „Wir haben viel zu tun und müssen einiges nachholen, damit die Proporzen zum Gleichgewicht kommen“, betonte Dr. Jacek Robak, der in seiner Funktion die Förderung der polnisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen im Auftrag des Wirtschaftsministeriums in Warschau verantwortet.
Vor allem die in Zentral- und Westpolen gelegenen Verwaltungseinheiten (poln.: Wojewodschaften - entspr. Bundesländer) Niederschlesien, Schlesien, Wielkopolska (Großpolen) und Masowien spielen im Handelsverkehr mit Deutschland die Schlüsselrolle. In diesen Regionen wird ein Gros der Erzeugnisse produziert, die anschließend nach Deutschland verkauft werden. Dazu zählen vor allem Maschinen und mechanische Geräte, Autos und Automobilteile, elektrotechnische Geräte, Möbel sowie Waren aus Eisen und Stahl. Die damit erzielten Umsätze lassen Polen derzeit auf Platz Elf unter den internationalen Handelspartnern Deutschlands rangieren. „In der Zielperspektive geht es darum, den Austausch von städtischen und ländlichen Regionen auch außerhalb der Boom-Zentren zu fördern“, so Dr. Jacek Robak.
Die Statistiken belegen, dass eine zunehmende Zahl von Unternehmen in Polen neue Märkte innerhalb und außerhalb der EU erschließt. Das kann auf Dauer Deutschlands Rolle als führender Handelspartner Polens schwächen. Um so wichtiger ist es, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Organisationen in beiden Ländern systematisch in neue Bahnen zu lenken und auszubauen. Dr. Tomasz Kalinowski, Leiter der Wirtschaftsabteilung in der Polnischen Botschaft: „Eine intensivere polnisch-deutsche Zusammenarbeit wäre zu erwarten unter anderem durch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Förderung der Projektwirtschaft im Mittelstand sowie durch grenzüberschreitende Cluster-Kooperationen.“
Die Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklungsdynamik ändert am Status Polens als attraktiver Investitionsstandort wenig. „Es lohnt sich in Polen zu investieren“, versicherte Jozef Olszynski, Wissenschaftler an der Warsaw School of Economics und Mitglied im Aufsichtsrat der Polnischen Agentur für Informationen und Auslandsinvestitionen in Warschau. „Starke Wirtschaft, gut qualifizierte Arbeitskräfte, eine strategisch günstige Lage für Aktivitäten in anderen Staaten Mittelosteuropas und ein System staatlicher macht Polen nach wie vor zu einem Top-Standort für Unternehmen und Investoren aus Deutschland.“
Die Prognosen für die Zukunft der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen fallen angesichts der Marktsignale im ersten Quartal 2009 vorsichtig aus. Dr. Jacek Robak: „Wir machen uns keine Illusionen. Das Jahr 2009 wird ein schwieriges Jahr werden. Es wird gut sein, wenn wir die bisherigen Ergebnisse halten können.“







