(openPR) Wenn Eltern ihr Kind zum Lernen anregen wollen, begehen sie häufig folgenreiche Fehler: Belohnungen für gute Noten oder "Wettbewerb" mit anderen Kindern können allenfalls vordergründig und kurzfristig motivieren. Die Professoren Albert Ziegler und Heidrun Stöger empfehlen, beim Kind stattdessen Interesse am Unterrichtsstoff und Freude am Erwerb von Fertigkeiten zu wecken.
In ihrem aktuellen Ratgeber "Pädagogisches Kompaktwissen für Eltern von Schulkindern" erläutern die Psychologen an einem Beispiel:
"Drei Lehrkräfte loben auf unterschiedliche Weise gelungene Bilder ihrer Schüler. Lehrkraft A gibt immer ein sachzentriertes Lob: ´Das Bild ist schön.´ Lehrkraft B lobt dagegen die Person des Kindes: ´Das hast du gut gemacht.´ Lehrkraft C verwendet ein Ich-zentriertes Lob: ´Über dieses Bild freue ich mich sehr.´
Welche der drei Lobformen verstärkt am ehsten das Interesse am Malen? Das sachzentrierte Lob. Denn nur in dieser Bedingung wird die Aufmerksamkeit der Kinder direkt auf die Schönheit des Bildes gelenkt - und sie lernen dadurch, dass es etwas Tolles ist, zu malen."
Die Wirkung des sachzentrierten Lobs lässt sich noch zusätzlich steigern, indem die Malfreude des Kindes betont wird.
Ziegler und Stöger warnen andererseits davor, Selbstverständliches und Banales zu loben. "Dies kann dazu führen, dass das Selbstvertrauen des Kindes beeinträchtigt wird und es angesichts unvermeidlicher Rückschläge beim Lernen viel eher aufgibt." Die Psychologen schätzen, dass etwa ein Drittel der Mädchen bereits während der Grundschulzeit durch paradoxe Lobeffekte Einbußen im Selbstvertrauen erleiden.
Ziegler und Stöger liefern in ihrem Elternratgeber 50 Tipps - und räumen mit den hundert häufigsten Erziehungs-Irrtümern auf.
Albert Ziegler, Heidrun Stöger:
Pädagogisches Kompaktwissen für Eltern von Schulkindern
Pabst, Lengerich/Berlin, 108 DinA4 Seiten mit 100 Fotos
ISBN 978-3-89967-369-2










