(openPR) Gewinnerwartung contra Verlustangst – wie unser Verstand mit Geld umgeht
Warum treffen wir Menschen so häufig Fehlentscheidungen, wenn es ums Thema Geld geht? Warum lernen wir nicht aus den Börsen- und Finanzcrashs vergangener Jahre? ?Neurofinance? heißt das im Haufe Verlag erschienene Buch, das diesen und weiteren Fragen auf den Grund geht. Professor Christian E. Elger, einer der international renommiertesten Hirnforscher, und Wirtschaftsjournalist Friedhelm Schwarz sind das erste Autorenduo, das sich ausführlich mit dem Thema Neurofinance beschäftigt. Sie erklären wissenschaftlich fundiert und unterhaltsam, was die Neurowissenschaften heute über die Funktionsweise unseres Gehirns wissen und was das für den Umgang mit Geld bedeutet. Und wie jeder diese Erkenntnisse im Alltag für sich nutzen kann, um seine Entscheidungen zum Thema Geld besser zu treffen.
Die zentrale Erkenntnis der Neurofinance: Das Gehirn kann nicht mit Geld umgehen. Der Grund dafür ist unsere Entwicklungsgeschichte. Natürliche Gefahren, wie sie in Wald oder Steppe lauern, können wir dank uralter neuronaler Strukturen relativ gut einschätzen. Auch im modernen Großstadt-Dschungel machen uns unsere uralten Instinkte, Wahrnehmungsfähigkeiten und Reizverarbeitungen das Leben einfacher. So gelingt es uns, in relativ kurzer Zeit den bestmöglich gelegenen Parkplatz zu finden, ohne erst alle denkbaren Alternativen durchzuspielen. Was wir allerdings immer noch nicht gelernt haben, ist mit finanziellen Risiken umzugehen. Geld ist als Herausforderung für das menschliche Gehirn als Tatsache zu abstrakt und zu jung.
Denn beim Thema Geld werden gleich vier Systeme im Gehirn aktiviert. Das sogenannte Entscheidungssystem übernimmt die Endkontrolle. Doch dazu greift es auf Informationen zurück, die das emotionale, das Gedächtnis- und das Belohnungssystem ihm liefern. Fehlentscheidungen lassen sich dadurch leicht erklären. Denn das Belohnungssystem beispielsweise reagiert euphorisch auf unerwartete Gewinne. Den realen Wert von Geld kann es aber kaum richtig einschätzen.
Die moderne Hirnforschung offenbart aber noch mehr über die Vorgänge im Gehirn. So scheinen bei Anlageentscheidungen im Gehirn zwei Systeme miteinander zu konkurrieren: Verlustangst und Gewinnerwartung. Eine sichere Anleihe etwa mit kontinuierlichem, aber geringem Gewinn aktivierte bei Teilnehmern eines Versuchs ein Areal im Gehirn, das auf Furcht und Verlustangst reagiert. Bei Aktien ? mit der Chance auf höhere Gewinne, aber auch mit dem Risiko, Verluste zu machen ? konnte dagegen eine Aktivierung des Belohnungssystems nachgewiesen werden. Und das strebt nicht nur nach einer schnellen Befriedigung. Es will diese auch in immer kürzeren Abständen und höheren Dosen.
Positiv denken und mehr - die neuen Börsenregeln der Neurofinance
Dem praktischen Nutzen der wissenschaftlichen Erkenntnisse widmen die Autoren ein eigenes Kapitel. Punkt für Punkt stellen Elger und Schwarz gängige Börsenregeln auf den Prüfstand und entwickeln sechs neue, prägnante Börsenregeln der Neurofinance ? unter Berücksichtigung dessen, was im Gehirn tatsächlich vor sich geht. Und raten dazu, Gefühle ganz bewusst zu nutzen und sie nicht ? wie bisher von Finanzgurus gefordert ? auszublenden. So lautet beispielsweise Regel Nr. 3: ?Akzeptieren Sie die Ideen aus dem Unbewussten und bauen Sie diese aus, auch wenn Sie diese nicht rational begründen können.? Denn: Das Gehirn, also auch unser Entscheidungssystem, kann überhaupt nur auf der Grundlage von Emotionen arbeiten. Diese auszublenden bedeutet, das Gehirn auszuschalten.
Die neuen Börsenregeln geben konkrete Hilfestellungen, den Umgang mit Geld distanzierter und zugleich emotionaler zu betrachten. So lassen sich Anlageentscheidungen bewusster treffen. Dazu gehört auch, unangenehme Entwicklungen und Verluste einzukalkulieren. ?Es ist notwendig, die Bereitschaft zur Akzeptanz von Zufällen zu entwickeln und zu trainieren?, raten Elger und Schwarz. Eine weitere wichtige Regel der Experten, die insbesondere in Krisenzeiten gilt: Positives Denken aktiviert das Belohnsystem und verbessert die Fähigkeit, frei, kreativ, flexibel und komplex zu denken. Und so können wir auch Zusammenhänge erkennen, die wir sonst vielleicht übersehen.
Professor Christian E. Elger, einer der international führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Neuroeconomics, zu dem neben Neurofinance auch die Forschungsbereiche des Neuromarketing sowie Neuroleadership gehören, und Co-Autor und Wirtschaftsjournalist Friedhelm Schwarz beschäftigen sich ausführlich mit dem Thema ?Neurofinance?. Wissenschaftlich fundiert und unterhaltsam zugleich haben sie ihre Forschungsergebnisse in diesem Buch zusammengefasst.











