(openPR) Berlin, 26.01.2009 - Das hat es noch nicht gegeben: Neun junge Filmstudenten schließen sich zu einer Gruppe zusammen, um Dokumentarfilme mit ungemütlichen und sperrigen Themen zu drehen. Während eines Seminars, das der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Andres Veiel („Black Box BRD“, „Die Spielwütigen“) an der Berliner Film- und Fernsehakademie dffb hielt, gründeten sie das Filmkollektiv „Super-9“. Bislang sind sieben abendfüllende Dokumentarfilme entstanden, die zur Einstimmung auf die diesjährige Berlinale im Rahmen des Filmfests „Dokumentarfilme der Gruppe Super-9“ am 31.01. und 01.02.2009 im Berliner Kino Babylon-Mitte gezeigt werden. Während in der Filmbranche Regisseure oft in Konkurrenz zueinander stehen, unterstützen sich die neun jungen Filmemacher bei der Erstellung ihrer Filme: „Das kollektive Bewusstsein und der Rückhalt der Gruppe geben uns Kraft zum Insistieren und Durchhalten, wenn wir als Einzelkämpfer längst aufgegeben hätten“, erklären die Regisseure.
Die Filme werfen ein Schlaglicht auf unbekannte Welten, die direkt in unserer, aber doch fernab der boulevardmedialen Schwerpunktsetzung existieren. Sie zeigen den Alltag selbstironischer Drogenabhängiger ("Drifter") oder die Gewissenskonflikte lebenshungriger Frauen im emotionalen Korsett der dogmatischen Bewegung „Jesus Freaks“ ("Jesus Freaks"). Sie zeigen, wie ein Mann nach 30 Berufsjahren in derselben Firma von einem Tag auf den anderen zur Kündigung gezwungen werden soll, indem er neun Monate lang ohne Aufgabe in ein leeres Büro gesetzt wird ("Sollbruchstelle"). Oder wie Pazifisten sich gegen Geld als Araber verkleiden lassen, um amerikanischen Soldaten in Niederbayern als Übungsiraker zu dienen ("Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld"). Die Filme liefen weltweit erfolgreich auf Festivals und erhielten Auszeichnungen wie den „Dialogue en perspective“-Preis auf der Berlinale 2008.
Zusätzlich zu den Filmen beinhaltet das Festival auch die Präsentation des Buches „Dokumentarfilm. Werkstattberichte“, in dem die jungen Regisseure von den Höhen und Tiefen berichten, die sie während der Dreharbeiten erlebten. Was tun, wenn der Kameramann an der senegalesischen Grenze festgehalten wird? Wenn die Protagonistin plötzlich unauffindbar ist, aber der Film noch nicht zu Ende gedreht wurde? Wenn die eigene Familie den Film nicht freigeben will? Oder wenn die eigene Frau nach Fertigstellung des Films über ein lange verborgenes Familiengeheimnis die Scheidung einreicht?
Teil des Festivals ist zudem eine Diskussionsveranstaltung mit Andres Veiel und den Mitgliedern der Gruppe „Super-9“ über die Bedeutung des Dokumentarfilms und die Entstehung der gezeigten Filme. Zu Beginn des Festivals gibt die Regisseurin und Produzentin Teresina Moscatiello überdies einen Workshop zu dem Thema „Inszenierung im Dokumentarfilm“.
Alle weiteren Informationen gibt es im Internet unter www.super-9.de. Die Karten für das Filmfest können direkt im Babylon unter 030 2425969 vorbestellt werden.







