(openPR) SchuldnerAtlas Flensburg und Neumünster 2008
Die Überschuldung von Privatpersonen in Flensburg und Neumünster ist 2008 gesunken. Das zeigen die Ergebnisse des SchuldnerAtlas 2008, dessen Ergebnisse jetzt auch für die Städte Flensburg und Neumünster vorliegen. So lag die Schuldnerquote in der Stadt Flensburg zum Stichtag 01. Oktober 2008 bei 17,01 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 2,01 Pro-zentpunkte gegenüber dem Vorjahr. In einem bundesweiten Ranking der zehn Kreise mit den stärksten Überschuldungs-Rückgängen rangiert Flensburg damit auf dem vierten Platz. Auch in der Stadt Neumünster ist die Schuldnerquote gesunken. Die aktuell gemessenen 16,44 Prozent bedeuten einen Rückgang um 0,97 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Mit diesen Schuldnerquoten rangieren Flensburg und Neumünster – wie schon seit 2004 – auf den beiden schlechtesten Plätzen unter allen 15 schleswig-holsteinischen Kreisen und kreisfreien Städten. Die niedrigste Schuldnerquote aller schleswig-holsteinischen Kreise weist Plön mit 8,55 Prozent auf.
Bei der separaten Betrachtung der Kreise und kreisfreien Städte in den Erledigungsbezirken von Creditreform Flensburg und Neumünster schneidet der Kreis Rendsburg-Eckernförde mit einer Schuldnerquote von 9,24 Prozent am besten ab. Im Vergleich aller schleswig-holsteinischen Kreise weist Rendsburg-Eckernförde damit wie im Vorjahr die drittniedrigste Schuldnerquote auf. Die weiteren Kreise in den Erledigungsbezirken sind Nordfriesland (9,89 Prozent, Platz 4 in Schleswig-Holstein), Schleswig-Flensburg (10,03 Prozent, Platz 5 in Schleswig-Holstein), Segeberg (10,74 Prozent, Platz 8 in Schleswig-Holstein) und Steinburg (10,82 Prozent, Platz 9 in Schleswig-Holstein). Die Städte Neumünster und Flensburg bilden die Schlusslichter in den Erledigungsbezirken.
Die Gesamtschau der 413 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland zeigt ein sehr differenziertes Bild. Die Spannweite reicht 2008 von der niedrigsten gemessenen Schuldnerquote im bayerischen Landkreis Eichstätt (4,01 Prozent, Vorjahr: 4,34 Prozent) bis hin zur höchsten Schuldnerquote in Offenbach am Main (19,36 Prozent, Vorjahr: 20,91 Prozent). Insgesamt gilt auch 2008, dass die Schuldnerquoten in Kernstädten und Ballungsräumen meist deutlich höher sind als in ländlichen Regionen.
Der SchuldnerAtlas zeigt, wie sich die Überschuldung privater Verbraucher innerhalb Deutsch-lands kleinräumig verteilt. Überschuldung liegt vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder kurz: Die zu leisten-den monatlichen Gesamtausgaben übersteigen die Einnahmen.
Der Blick auf die PLZ-Ebene zeigt große Unterschiede
Ein Blick auf die einzelnen Postleitzahlen-Gebiete innerhalb der Städte Flensburg und Neu-münster erlaubt eine noch kleinräumigere Differenzierung der Schuldnersituation. So beläuft sich die Schuldnerquote in den Stadtteilen Neustadt und Nordstadt (PLZ 24939) auf 23,61 Prozent (Vorjahr 26,41 Prozent). Damit ist in diesem Gebiet weiterhin fast jeder vierte Erwach-sene überschuldet. Anders ist die Situation im Stadtteil Mürwik (PLZ 24944). Hier liegt die Schuldnerquote bei 11,29 Prozent (Vorjahr: 12,52 Prozent). Mit einer Schuldnerquote von 17,46 Prozent weisen die Stadtteile Westliche Höhe, Altstadt und Südstadt (PLZ 24937) die zweithöchste Überschuldung im Stadtgebiet auf. Den stärksten Rückgang der Schuldnerquote weisen die Stadtteile Friesischer Berg und Weiche (PLZ 24941) auf. Hier sank die Quote um 4,96 Prozentpunkte auf aktuell 12,28 Prozent.
Im Bereich der Stadt Neumünster liegen die Schuldnerquoten nach PLZ-Gebieten zwischen 10,84 Prozent (PLZ 24539, Gadeland, Ruthenberg, Stör, Wittorf, Vorjahr 11,65 Prozent) und 25,71 Prozent (PLZ 24534, Innenstadt, Vorjahr 27,06 Prozent).
Bundesländer: Schleswig-Holstein auf Platz zehn
Die Schuldnerquote für Deutschland insgesamt liegt bei 10,11 Prozent (Vorjahr 10,85 Pro-zent). Damit gelten rund 6,9 Millionen Bewohner Deutschlands oder fast jeder zehnte erwach-sene Einwohner als überschuldet oder weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Das Bundesland Schleswig-Holstein liegt mit einer Schuldnerquote von 11,18 Prozent um 1,07 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Hier gelten 260.000 Personen als verschuldet.
Im Vergleich mit den anderen Bundesländern weist Schleswig-Holstein die zehntniedrigste Schuldnerquote auf. Das Bun¬desland mit der niedrigsten Schuldnerquote ist weiterhin Bayern (7,28 Prozent; Vorjahr 7,79 Prozent), gefolgt von Baden-Württemberg (7,65 Prozent; Vorjahr 8,14 Prozent) und Sachsen (9,10 Prozent; Vorjahr 10,01 Prozent). Die höchste Schuldnerquo-te hat Bremen (14,72 Prozent; Vorjahr 15,50). Auf den Plätzen davor liegen Berlin (13,96 Prozent; Vorjahr 15,25 Prozent) und Sachsen-Anhalt (12,40 Prozent; Vorjahr 13,73 Prozent).
Der Rückgang der Überschuldung von Privatpersonen in Schleswig-Holstein und in Deutsch-land droht, nur eine erfreuliche Momentaufnahme zu bleiben. So ist zu befürchten, dass es in den nächsten zwei Jahren zu einer neuen Überschuldungswelle kommen wird, die auf dem Wiederanstieg der Arbeits- und Beschäftigungslosenzahlen basieren wird. Hauptausgangs-punkt der weiteren Überschuldungsentwicklung sind die konjunkturellen Folge- und Nebenwirkungen der globalen Finanzkrise. Der Vertrauensverlust im Finanz- und Wirtschaftssystem, die damit einhergehende Kreditzurückhaltung der Banken und der zu erwartende Konsumverzicht von Verbrauchern (Erhöhung der Sparquote) werden 2009 zu einem deutlichen Rückgang der BIP-Wachstumsraten und damit zu einem Stillstand beim Abbau der Arbeitslosigkeit führen. Die Folge: Die Überschuldung der Verbraucher wird wieder steigen.
Flensburg, 29. Dezember 2008










