(openPR) Ein Einblick in die Bedeutung der „Total Facility Control” und ihre Auswirkungen auf die Energieeinsparung.
Von Ron Bernstein, Geschäftsführer LONMARK International
Total Facility Control – ist sie Konzept oder Realität? Die Antworten variieren, je nachdem wen man fragt. Die Industrie entwickelt sich sicherlich weg von der isolierten Systemkontrolle hin zu ganzheitlicheren Lösungen, “Total Facility Control”, also die komplette Kontrolle einer Liegenschaft allerdings scheint noch weit entfernt.
Zuerst eine Definition: “Total Facility Control” ist die Fähigkeit ALLE Aspekte eines Gebäudes inklusive der Bereiche Energie, HVAC, Beleuchtung – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gebäudes, Beschilderung (wie zum Beispiel an Tankstellen oder Notausgängen), Stromversorgungssysteme, Umgebungsbedingungen, Prozesskontrollgeräte, Sicherheit, Zugriff, Wasser, Gas, Elektrizität, Bewässerung, Luftqualität, Umgebungsgeräusche und vieles mehr zu visualisieren, zu kontrollieren, anzusteuern und Berichte abzufragen, und das von einem einzigen Benutzerinterface aus. Sie kann sogar auf weitere Systeme die nicht typischerweise mit „Gebäuden“ assoziiert werden ausgedehnt werden, zum Beispiel Abwasser, Straßenbeleuchtung, Heizkraftanlagen, Wetterstationen und Teileverfolgung. Energieversorger und Demand-Response-Programme gehen sogar noch weiter, bis ins Eigenheim, wo alle Geräte, die Energie benötigen, als Teil des Gesamtsystems gesehen werden.
Über das letzte Jahr haben immer mehr Firmen ihre Gesamtenergiebilanz evaluiert und herausgefunden, dass sie mit so ziemlich jedem Aspekt einer Organisation verknüpft sind. Ob kleine oder große Operationen, die Anforderungen bleiben die Selben – der Bedarf nach mehr Information, die Nutzung einer allgemeinen Infrastruktur und der Einsatz der niedrigsten verfügbaren Informationsebene. Es besteht ein Bedarf für einen allgemeinen Mechanismus zur kosteneffektiven Visualisierung, Quantifizierung und Verbreitung von Informationen. Das hört sich sehr nach einer interoperablen Kontrollnetzwerkplattform an.
Weltweit verlangt die Energiepolitik bessere Kontrolle und Überwachung gekoppelt mit signifikanten Anreizen zur Reduktion, zum Recycling und zur Wiederverwendung – das Mantra der Grünen Bewegung. In der Gebäudewelt bedeutet Energieersparnis verminderten Verbrauch, Umschichtung von Belastungen und Umleitung von Ressourcen. Jedes Verfahren und jeder Anreiz starten an der selben Grundlinie – Was tun Sie jetzt? – dann folgt die Evaluierung von Verbesserungsmöglichkeiten. Leider haben die meisten Organisationen nur ein sehr geringes Verständnis ihres Verbrauchs da sie keinen Überblick über die Gesamtheit ihrer Anlage haben. Jedes System, jeder Prozess, jede Umgebung ist komplett isoliert ohne jeden Standard für den Transport von Informationen vom einen System in das andere. Ausnahmslos werden einige Elemente eines proprietären Systems installiert wobei die Kosten für die Integration der verschiedenen Systeme ungerechtfertigt sind. Wir sind zurück bei den isolierten „Silos“ von Informationen die zu mühsam zu kombinieren sind. Ein ROI-Model zu schaffen ist daher schwierig, ungenau und schafft nicht selten eine “Straßensperre” für die Genehmigung von Investitionen.
Den Kauf eines Energieeffizienzprogramms für nur ein Element einer Anlage zu rechtfertigen wird immer schwieriger. Auf der anderen Seite hilft es sehr bei der Rechtfertigung des ROI, bedenkt man die vielen Systeme und die potenzielle Energie- und Kostenersparnis. Aber welche Instanz macht das „Energie Audit“ und rechtfertigt und garantiert die Maßnahmen und Einsparungen? Es gibt einige wenige, aber es werden mehr benötigt.
Beteiligen Sie sich an der Befriedigung des Bedarfs nach mehr „Total Facility Control Ingenieuren” oder nach dem „Master-Systemintegrator” – etwas, über das wir bereits seit mehreren Jahren sprechen. Eine Firma für Bedienelemente, Nutzerinterfaces und eine IT-Firma, alles in einem, jemand der die Systemarchitektur, das Systemdesign und sämtliche Subsysteme, die in einer Anlage existieren, versteht. Diese Instanz wird zum Partner und zum Fürsprecher des Besitzers und hilft bei der Zusammenarbeit mit den Verkäufern und Installateuren der Subsysteme, um sicher zu stellen, dass die Standards genauestens eingehalten werden um somit sämtliche Vorteile der Integration dieser Systeme in der Gesamtanlage voll auszuschöpfen.
Studien belegen, dass der Gebäudesektor für 40 % des Energieverbrauchs in der EU verantwortlich ist. Daraus folgt, dass Gebäude auch ein sehr großes Potenzial im Bereich der Energieeinsparung haben und somit eine Schlüsselrolle in Deutschlands Bestreben spielen, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahre 2020 um 40 % zu reduzieren. Dennoch könnte die Zahl der Gebäude, die energiesparende Maßnahmen ergreifen, höher sein.
Niedrigenergiegebäude sind ein guter Schritt Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit eines besseren Designs zu lenken. Leider bezieht sich der Hauptteil dieser Projekte auf Neubauten. Aber was passiert mit den bereits existierenden Anlagen die dringend Energiepläne bräuchten?
LONMARK International veranstaltete kürzlich eine ganztägige Lehrveranstaltung auf der AHR Expo. Die Teilnehmerzahl lag bei fast 300 Personen. Zudem haben wir die LONMARK Sessions, die in weltweit 52 Städten stattfanden und über 4000 registrierte Teilnehmer verzeichneten, beendet. Diese Seminare behandelten hauptsächlich die Themen Energie, offene Systeme und „Total Facility Control“. Auch in diesem Jahr haben wir weitere Lehrveranstaltungen weltweit geplant.
Wir brauchen einen besseren Weg, das was wir haben aufzurüsten, zu kontrollieren und zu verbessern. Anlagenmanager brauchen einen Plan, einen Partner und einen Anreiz. Dies wird nicht über Nacht passieren aber es wird passieren. Der Druck steigt voraus zu denken, zu bewahren und das Vorhandene wirksam einzusetzen. Bitte unterstützen Sie uns in unserem Bestreben, die Technologien und Standards die zu einer größeren Annahme von energieeffizienten Kontrollsystemen führen werden, zu entwickeln und zu lehren. Besuchen Sie www.lonmark.org und finden Sie heraus, wie Sie ein Teil dieser Bewegung werden können.







