(openPR) Unternehmen rüstet sich für zukünftige Herausforderungen
Der Technologiekonzern Carl Zeiss hat im Geschäftsjahr 2001/2002 (30. September) mit 2,257 Mrd. Euro den höchsten Umsatz der Firmengeschichte erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr (2,056 Mrd. Euro) wuchs er portfoliobereinigt um 6 Prozent. Die Carl Zeiss Gruppe hat somit in den vergangenen fünf Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate) von 12 Prozent erreicht. Der Auftragseingang lag mit 2,205 Mrd. Euro mit 1 Prozent knapp über dem Wert von 2000/2001. Das Betriebsergebnis stieg portfoliobereinigt um 1,2 Mio. Euro auf 176 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern ist ebenfalls gewachsen und liegt bei 147 Mio. Euro (Vorjahr 139 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss wird voraussichtlich knapp unter dem Rekordergebnis des Vorjahres (110 Mio. Euro) liegen. Der Cash-Flow vor Ertragsteuern stieg auf 280 Mio. Euro (Vorjahr 226 Mio. Euro), was 12 Prozent vom Umsatz entspricht.Carl Zeiss beschäftigte zum 01. Oktober 2002 weltweit 14.702 Mitarbeiter, davon 4.157 im Ausland. Dr. Dieter Kurz, Sprecher des Vorstandes bei Carl Zeiss, zeigte sich mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden: 6Trotz weltweiter wirtschaftlicher Abkühlung hat sich unser Unternehmen dank seiner Innovationsstärke und Marktführerschaft erneut erfolgreich behauptet. Wir wissen aber, dass die kommenden Monate deutlich schwieriger werden. Die anhaltenden negativen Trends der Weltwirtschaft werden auch Auswirkungen auf unsere Geschäfte haben.
Investitionen erhöht
Nochmals gesteigert wurden die Investitionen in der Carl Zeiss Gruppe, die einen Wert von 138 Mio. Euro erreichten (Vorjahr 122 Mio. Euro). Hinzu kommen weitere Aufwendungen von rund 50 Mio. Euro für den Bau des weltweit modernsten Werks für Lithographieoptik zur Mikrochipherstellung, das im Dezember vergangenen Jahres offiziell eingeweiht wurde.
Forschung und Entwicklung weiter gestärkt
Erhöht wurden auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Sie stiegen um 27 Prozent auf 186 Mio. Euro (Vorjahr 146 Mio. Euro) und erreichten damit 8,2 Prozent vom Umsatz. Für ein High-Tech-Konzern wie Carl Zeiss ist die Innovationskraft ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Im Geschäftsjahr 2001/2002 erzielte das Unternehmen 43 Prozent seines Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind.
Strukturen optimiert
Carl Zeiss hat die Entwicklung seiner Organisationsstruktur und die Ausrichtung auf die Märkte im abgelaufenen Geschäftsjahr konsequent weiterentwickelt. Die unternehmerische Verantwortung der Unternehmensbereiche wurde gestärkt. Alle Unternehmensbereiche werden über klare Zielvorgaben (Messgröße EVA) geführt und leisten ihren erforderlichen Beitrag zum Wertzuwachs des Unternehmens. Seit dem 1.4.2002 unterstützt ein schlankes Corporate Center den Vorstand bei der Umsetzung strategischer Aufgaben, zwei neu geschaffene Servicecenter haben ihre Tätigkeit aufgenommen und erbringen Produktions- und Serviceleistungen für den Konzern.
Neue Rechtsformen bei Töchtern schaffen unternehmerische Freiräume
Im Berichtsjahr haben zwei Einheiten ihr Geschäft unter neuer Firmierung aufgenommen:- Zum 01. Oktober 2001 ging die Carl Zeiss SMT AG (Semiconductor Manufacturing Technologies) an den Start. Sie ist eine 100-prozentige Tochter von Carl Zeiss und betreibt das Geschäft des Unternehmensbereichs Halbleitertechnik.- Seit Juli 2002 ist die Carl Zeiss Meditec AG an der Börse notiert, Ende November 2002 stellte sie den Antrag zur Aufnahme in das neue Qualitätssegment der Deutschen Börse, den 7Prime Standard ,. Carl Zeiss verfügt damit über das erste börsennotierte Tochterunternehmen. Entstanden ist die Carl Zeiss Meditec AG durch eine Verschmelzung der Carl Zeiss Ophthalmic Systems AG, in der das Augenheilkunde-Geschäft der Carl Zeiss Gruppe gebündelt war, auf die bereits börsennotierte Asclepion-Meditec AG. Das neue Unternehmen verfügt über ein breiteres innovatives Produktportfolio. Der Carl Zeiss Meditec, deren Anteile mehrheitlich von der Carl Zeiss Gruppe gehalten werden, eröffnet sich mit der Börsennotierung ein wichtiger Weg der Finanzierung in den wachsenden Märkten der Augenheilkunde.
Ausgewogenes Portfolio
Die Carl Zeiss Gruppe ist mit sechs Unternehmensbereichen in den strategischen Wachstumsfeldern Semiconductor und Optoelectronic Technologies, Life Sciences und Health Care, Eye Care sowie Industrial Solutions positioniert, die ganz überwiegend in ihren Märkten die Nummer eins oder zwei besetzen. Die Unternehmensbereiche im Einzelnen:
Unternehmensbereich Halbleitertechnik
Trotz schwieriger Marktbedingungen aufgrund des stärksten und längsten Abschwungs in der Geschichte der Halbleiterindustrie ist es dem Unternehmensbereich Halbleitertechnik gelungen, mit 554 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr das hohe Umsatzniveau des Vorjahres zu halten. Der Ertrag war zufriedenstellend, lag jedoch unter dem Vorjahreswert.
Die Halbleitertechnik hat im Berichtsjahr am Standort Oberkochen die weltweit modernste Fabrik für Lithografieoptik bezogen. Ende September 2002 wurde das erste in dieser Fabrik gefertigte Objektiv an den Hauptkunden der Bereichs, die Firma ASML, ausgeliefert.
Ungeachtet des derzeit schwierigen Marktumfeldes und der ungewissen kurzfristigen Entwicklung sind die Chancen des Unternehmensbereichs Halbleitertechnik mittelfristig weiterhin gut. Technologisch sind alle Geschäftsfelder mit ihren innovativen Produkten in führender Position. Mit dem Bau des neuen Werks sind die Grundlagen für Expansion und technologisch anspruchvollste Neuentwicklungen, wie die nächste Lithografiegeneration (157 nm) oder Spiegelsysteme für EUV-Lithografie, gelegt. Gleichwohl erfordert die derzeitige Marktentwicklung Anpassungen. Kostensenkungsprogramme sind eingeleitet und werden das Geschäft auf die veränderten Rahmenbedingungen abstimmen, ohne die mittel- und langfristig erfolgreiche Ausrichtung zu gefährden.
Unternehmensbereich Medizintechnik
Ein stabiles Geschäft mit guten Erträgen verzeichnete der Unternehmensbereich medizinische Instrumente im Geschäftsjahr 2001/2002. In einem Klima nachlassender Investitionstätigkeit im Gesundheitswesen der wichtigsten Abnehmerländer konnten wir unsere Marktposition gut behaupten. Im Geschäftsjahr 2001/2002 erreichte der Unternehmensbereich Medizintechnik einem Umsatz von 478 Mio. Euro. Das entspricht einer Steigerung um rund 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis war mit einer deutlich zweistelligen Umsatzrendite erneut sehr erfreulich. Dabei kam dem stark exportorientierten Bereich die in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres noch anhaltende Dollar-Stärke zugute. Im zweiten Halbjahr schwächte der stärkere werdende Euro das Ergebnis ab. Diese Situation wird im kommenden Jahr voraussichtlich anhalten.
Die starke Marktposition der ophthalmologischen Geräte von Carl Zeiss hat sich mit der Ergänzung durch das Angebot von Lasern und Diagnosesysteme für Fehlsichtigkeiten weiter verbessert. Die Carl Zeiss Meditec AG nimmt eine führende Position im Weltmarkt für Geräte der Augenheilkunde ein. Sie bietet ein Komplettprogramm für die vier Krankheitsbilder Fehlsichtigkeit, grauer Star, grüner Star und Netzhaut an. Der Markt für ophthalmologische Geräte ist im zurückliegenden Geschäftsjahr weiter gewachsen. Die Entwicklung im nordamerikanischen Markt war verhalten, stabil zeigt sich das Geschäft in Europa und Asien.
Die Investitionszyklen für medizinische Geräte im Krankenhaus sind relativ lang und folgen der konjunkturellen Entwicklung mit einiger Verzögerung. In den Märkten Europas und Amerikas bewirkte die weltweite Konjunkturschwäche im Berichtsjahr einen Nachfragerückgang insbesondere bei chirurgischen Mikroskopen, die sich voraussichtlich auch im nächsten Geschäftsjahr fortsetzen wird. Zusätzlich belastet der wachsende Kostendruck im Gesundheitswesen die Margen.
Unternehmensbereich Markenoptik
Der Unternehmensbereich Markenoptik umfasst die Geschäftsbereiche Augenoptik, Sports Optics und Systemtechnologien für die Brillenglasfertigung. In diesem Bereich erzielten wir einen Umsatz von 373 Mio. Euro. Das entspricht ) vergleichbar gerechnet - einem Anstieg von 5 Prozent. Alle drei Geschäfte waren hieran beteiligt. Besonders erfreulich hat sich der Umsatz auf dem noch jungen Feld der Systemtechnik entwickelt. Mit den Systemen für die automatisierte Brillenglasproduktion unterstützt die Systemtechnik Großanbieter wie Optiker-Ketten oder Kaufhauskonzerne in den USA bei der Einrichtung dezentraler Fertigungsstätten.
Der Geschäftsbereich Sports Optics hat den Umsatz um 13 Prozent gesteigert und das Ergebnis nochmals verbessert. Die neuen Taschenferngläser 6Victory Compact & und 6Classic Compact & haben dazu einen erheblichen Beitrag geleistet. In den USA konnten wir mit der Zielfernrohr-Reihe 6Conquest & den Marktanteil weiter ausbauen. Für die kommenden Monate zeichnet sich allerdings ein verhalteneres Wachstum ab.
Durch das im Jahr 2000 begonnene Prozess- und Ergebnisverbesserungsprojekt 6Progress & in unserem Werk in Aalen und Mateszalka (Ungarn) konnten wir Kosten senken, Effizienz und Produktivität ausbauen und die Lieferfähigkeit verbessern. Neue Produkte und Dienstleistungsangebote sowie verstärkte Marketingaktivitäten trugen zu einem erfreulich verbesserten Betriebsergebnis bei. Diese Entwicklung soll in der dritten Phase des Projekts 6Progress & stabilisiert und langfristig abgesichert werden.
Auf der Ertragsseite des Unternehmensbereichs konnte ein befriedigendes Ertragsniveau erzielt werden. Künftig erwarten wir trotz stagnierenden Marktes eine weitere Verbesserung der Ertragskraft im gesamten Unternehmensbereich.
Unternehmensbereich Mikroskopie
Nach dem erfolgreichen Geschäftsverlauf des Vorjahres wuchs der Umsatz des Unternehmensbereichs Mikroskopie erneut um 21 Prozent auf 328 Mio. Euro. Zum zweiten Mal in Folge erzielte der Bereich damit die höchste Wachstumsrate im Konzern und trägt mit gutem Ertrag zum Gesamtergebnis bei. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch ein konstant hohes Niveau der Wissenschaftsförderung in den wichtigsten Märkten. Insbesondere in den USA wird weiter intensiv in die Forschung investiert.
Der Markt für Mikroskope und Mikroskopsysteme hat allerdings ein hohes Niveau erreicht und wird 2003 nur noch langsam weiter wachsen. Technologische Schwerpunkte sind die Fluoreszenz-Mikroskopie und die fortschreitende Automatisierung der Zellanalyse. Unsere Innovationsgeschwindigkeit wird hier zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Das Flagschiff unseres Produktprogramms, das Laser Scan Mikroskop 510 Meta, unterstreicht diese Strategie: Sowohl der R&D Award als auch der Innovationspreis des Freitstaates Thüringen wurden für dieses System verliehen.
Beste Chancen haben Anbieter von integrierten Systemen die in der Lage sind, auch Technologien von Partnerunternehmen aufzunehmen. Am Beispiel der Laser-Mikrodissektion konnte Carl Zeiss diese Fähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen. Leistungsfähige Gesamtsysteme werden den klassischen Anbietern von Einzelkomponenten Marktanteile abnehmen. Der Unternehmensbereich Mikroskopie von Carl Zeiss fühlt sich daher für den kommenden Wettbewerb gut positioniert.
Unternehmensbereich Industrielle Messtechnik
Der Unternehmensbereich Industrielle Messtechnik erzielte einen Umsatz von 285 Mio. Euro. Das Geschäft verzeichnete damit einen Rückgang um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In einem schwierigen Marktumfeld behauptete sich der Bereich besser als seine Wettbewerber. Er konnte seine Marktführerschaft weiter ausbauen und erreichte einen Weltmarktanteil von rund 28 Prozent. Der Ertrag lag allerdings unter dem guten Niveau des Vorjahres. Die weitere Marktentwicklung sehen wir kritisch. Die Verbesserung der Ertragskraft bleibt unser vorrangiges Ziel.
Die Entwicklung zum 6Full Service Supplier & hat gerade im Marktumfeld des Jahres 2002 unsere Position gestärkt. Besonders erfolgreich waren wir bei der Akquisition und Abwicklung von Großaufträgen der Automobilindustrie, die einen immer größeren Anteil des Umsatzes ausmachen. Diese anspruchsvollen Auftraggeber verlangen heute ein Leistungsspektrum, das bis zum Erstellen schlüsselfertiger Anlagen mit Messgeräten, fertigen Messabläufen, integrierten Schulungen und Wartungsplänen an jedem Ort der Welt reicht.
Unternehmensbereich Optisch-elektronische Systeme
Der Unternehmensbereich Optisch-elektronische Systeme (OES) blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Der Umsatz weist mit 196 Mio. Euro einen Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf. Noch günstiger entwickelte sich der Auftragseingang, der mit 250 Mio. Euro eine Steigerung um 30 Prozent erreichte. Dies betrifft zu einem erheblichen Teil Aufträge aus dem Bereich Optronik. Es handelt sich dabei um langfristige Bestellungen der Wehrtechnik für Projekte mit Laufzeiten bis zu vier Jahren. Auch das Betriebsergebnis des Unternehmensbereichs ist deutlich positiv und verbesserte sich erneut gegenüber Vorjahr.
Der Geschäftsbereich Photoobjektive konnte seine Position stärken und brachte im vergangenen Jahr gemeinsam mit Partnern nahezu 3 Millionen Objektive auf den Markt. Dabei profitiert er von dem Wandel von analoger zu digitaler Aufnahmetechnik. So konnte Carl Zeiss zusammen mit Sony im Bereich der digitalen Camcorder und hochwertiger digitaler Kameras Marktanteile gewinnen. Die Marktführerschaft bei Objektiven für professionelle Filmkameras wurde durch Einführung der neuen Produktgeneration Digi Prime ausgebaut
Stiftungsreform schreitet voran
Bei der Weiterentwicklung des Stiftungsstatuts sind die Stiftungsorgane ein gutes Stück vorangekommen. Das Ziel der Umwandlung der beiden Stiftungsunternehmen Schott Glas und Carl Zeiss in selbständigen Aktiengesellschaften besteht unverändert weiter. Beide Aktiengesellschaften werden auch nach der Umwandlung zu 100 Prozent im Besitz der Stiftung bleiben. Die Eigenständigkeit von Carl Zeiss in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft ist Grundvoraussetzung für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens. Das modernisierte Statut wird diesen Anforderungen Rechnung tragen, für mehr Mitbestimmung im Unternehmen sorgen und allen inländischen Mitarbeitern die gleichen sozialen Rechte geben.
Ausblick
Das laufende Geschäftsjahr stellt die Carl Zeiss Gruppe vor neue und schwierige Herausforderungen. Der Auftragseingang ist in einigen Geschäftsbereichen seit Sommer 2002 rückläufig. Die Auftragsbestände sind daher merklich abgebaut. Insbesondere in den Märkten der Halbleiter- und Automobilindustrie ist keine durchgreifende Besserung in Sicht. Zudem zeigt der Markt der klassischen Lichtmikroskopie eine rückläufige Tendenz. Dazu Dr. Dieter Kurz: 6Carl Zeiss kann sich der andauernden negativen Entwicklung der Weltwirtschaft nicht mehr entziehen. Auch sehen wir für die nächsten sechs bis neue Monate keine durchgreifende Besserung der Konjunktur.Wir gehen daher beim Umsatz für 2002/2003 von einer 6Geradeausfahrt & aus. Das Unternehmen wird konsequent umfangreiche Maßnahmen zur Kostenreduzierung in allen Bereichen durchführen und seine Investitionen dem veränderten Geschäftsverlauf anpassen. Der diesjährige Tarifabschluss und mögliche neue Bürden aus der angekündigten Unternehmenssteuerreform belasten unser Ergebnis zusätzlich.
((Ende der Presseinformation))
Ansprechpartner:
Marc Cyrus Vogel, Leiter Corporate CommunicationsTel. ++49(0)7364/20-3242, Fax ++49(0)7364/20-3122Email:
Carl Zeiss ist eine weltweit führende internationale Unternehmensgruppe der optischen und opto-elektronischen Industrie. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Oberkochen, Baden-Württemberg.







