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Tibeter bei Demonstration in Kardze niedergestochen und lebensgefährlich verletzt

14.06.200800:17 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tibeter bei Demonstration in Kardze niedergestochen und lebensgefährlich verletzt
Die Chinesische Armee in Drepung
Die Chinesische Armee in Drepung

(openPR) Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, demonstrierte am 8. Juni um etwa 9 Uhr morgens eine Nonne namens Tsering Tsomo ganz alleine im Bezirk Drago. Sie verteilte Flugblätter, auf denen sie unter anderem forderte, daß Seine Heiligkeit der Dalai Lama nach Tibet zurückkehren und in die ihm zustehenden Funktionen wiedereingesetzt werden sollte. Die Nonne, die dem Kloster Samtenling (alias Watag) in Tehor in der Tibetisch-Autonomen Präfektur (TAP) Kardze (chin. Ganzi) angehört, wurde jedoch bald von Sicherheitskräften festgenommen, die erbarmungslos auf sie einschlugen. Es ist nicht bekannt, ob die Nonne während ihrer Protestaktion auch Parolen rief.



Nachdem die Nachricht von der Verhaftung Tsering Tsomos sie erreicht hatte, veranstalteten alle anderen Nonnen des Klosters Samtenling um etwa 5 Uhr nachmittags eine friedliche Prozession in Richtung der Bezirksverwaltung Drago, um ihre Solidarität mit der festgenommenen Nonne zu bekunden. Sie wurden jedoch von der Polizei an einem Ort namens Go-geythang angehalten, brutal geschlagen und ebenfalls festgenommen. Einige Nonnen sollen sogar schwere Verletzungen durch Angriffe mit spitzen Gegenständen davongetragen haben. Die Verletzten wurden in das nahegelegene Krankenhaus gebracht, während die anderen festgenommen wurden. Sowohl die Situation der Verletzten als auch die der Verhafteten wird als sehr ernst bezeichnet.

Infolge dieses Ereignisses versammelten sich 500 bis 600 ortsansässige Tibeter, um die chinesischen Behörden um die Freilassung der Verhafteten zu bitten. Sie erklärten den Behörden, daß es zu weiteren Protesten kommen könnte, falls sie die Nonnen nicht schleunigst freiließen. Sie harrten bis etwa 9 Uhr am Abend aus, woraufhin einige der Nonnen tatsächlich freigelassen wurden. Weiter wurde uns berichtet, jemand habe am folgenden Morgen gesehen, wie Angehörige die freigelassenen Nonnen auf ihrem Rücken nach Hause trugen, weil sie infolge der erlittenen schweren Verletzungen nicht mehr im Stande waren, zu gehen. Zwei der Nonnen hatten Rippenbrüche davongetragen und viele andere konnten keinen Ton hervorbringen. Die am schwersten Verletzten wurden nach Chengdu ins Krankenhaus gebracht.

Die Nonnen des Klosters Samtenling hatten sich im Mai den "Arbeitsteams" widersetzt, die in das Kloster gekommen waren, um sie der "Patriotischen Erziehung" zu unterziehen. Sie hängten über eine Entfernung von einer halben Meile Gebetsfahnen auf, auf denen "Unabhängigkeit für Tibet" aufgedruckt war.

Einer anderen Quelle zufolge ist einer der drei Mönche – vermutlich Tsewang Drakpa –, die am 6. Juni eine friedliche Demonstration im Bezirk Drago veranstaltet hatten, am 9. Juni seinen Verletzungen erlegen. Die anderen beiden sind Thupten Gyatso und Jangsem. Tsewang Drakpa war in der Haft durch die brutale Gewalt des chinesischen Sicherheitspersonals und der PAP-Soldaten so zugerichtet worden, daß er später in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Der behandelnde Arzt schätzte seine Überlebenschancen als sehr gering ein. Inzwischen wurde bekannt, daß die drei Mönche am 6. Juni völlig weiß gekleidet waren und nicht zusammen, sondern einer nach dem anderen friedlich demonstrierten. Daher wurden sie auch der Reihe nach festgenommen. Die Grausamkeit, mit der die Sicherheitskräfte in aller Öffentlichkeit auf die drei Mönche einschlugen, hat den ortsansässigen Tibetern einen tiefen Schock versetzt.

In einem anderen Fall haben Jugendliche auf Motorrädern auf dem zentralen Markt im Bezirk Drago am 5. Juni die verbotene tibetische Nationalflagge flattern lassen, Slogans für die Unabhängigkeit Tibets gerufen und Anti-China-Flugblätter verteilt. Sie konnten der Festnahme entgehen, indem sie schnell davonfuhren und von der Bildfläche verschwanden. Es liegen keine weiteren Informationen über sie vor.

Zu denjenigen Tibetern, die auf die Proteste in Taktse am 14. und 15. März hin verhaftet wurden, gehören auch die folgenden Mönche des Klosters Dechen Sangak im Kreis Taktse, Bezirk Stadt Lhasa: Choedar, Lhundup, Sonam Tashi, Chungdak, Thardoe und sein Bruder sowie ein Laie namens Dawa Sangpo. Selbst nach drei Monaten ist ihren Angehörigen nichts über ihren Verbleib bekannt, obwohl sie überall in den Gefängnissen in und um Lhasa nach ihnen gesucht haben.

Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden Forderungen anzunehmen:
1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.

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