(openPR) Berliner Bühnenkünstler-Initiative will Brücken schlagen zwischen autistischen Kindern, ihren Angehörigen und professioneller Therapie
Berlin. Im Kernzeitraum vom 14. - 21. Juni findet in Berlin und international das "Auja- Improv meets Autism" – Impro-Benefiz-Festival statt. Über 50 Improvisationstheater-Gruppen weltweit engagieren sich dabei für Kinder aus dem Autismusspektrum. Dabei spenden die Veranstalter ihre Einnahmen, Impro-Spieler ihre Gagen und Impro-Lehrer ihre Honorare. Von der Creme de la Creme der Impro-Szene bis hin zur kleinen Laiengruppe ziehen dabei alle an einem Strang. Den offiziellen Start mit einem 12-stündigen Impro-Marathon im Berliner Bühnenrausch macht dabei "the WäM!", das Impro-Theater von Christiane und Deniz Döhler, der Eltern von Luka, einem 3-jährigen Kind mit der Diagnose Autismus. Von Berliner Größen wie den „Gorillas“, „ Improtheater Paternoster“ und „Theatersport Berlin“, nationalem Urgestein wie „Drama Light“ aus Mannheim, „Clamotta“ aus Köln und „Isar148“, München und „Steife Brise“ aus Hamburg bis hin zu Gruppen aus Kanada, Frankreich, Norwegen und den USA haben viele Gruppen ihre Unterstützung zugesagt. Impro-Interessierte können dabei aus über 25 Shows und über 20 Workshops wählen. Alle Gelder und Spenden, die durch das Festival generiert werden, kommen der Unterstützung von Eltern autistischer Kinder zum Aufbau individueller Programme auf Basis des Son-Rise?Programms zugute.
Lukas Geschichte und das Son-Rise? Programm
Noch bis vor kurzem nahm Luka nichts in den Mund und man konnte ihn nicht im Gesicht berühren. Er lehnte es ab, mit einem Löffelchen gefüttert zu werden. Schließlich verweigerte er Beikost total, und mit knapp einem Jahr wog Luka weniger als 7 Kilogramm. Er spielte nicht wie andere Kinder, sondern ließ in stereotyper Art und Weise Objekte wie z.B. eine Schüssel stundenlang kreiseln. In der Gegenwart von gleichaltrigen Kindern schien er verloren, bewegte sich entweder gar nicht vom Fleck oder weinte, wenn es ihm zu laut wurde. Als die beiden Impro-Spieler und Theaterpädagogen Christiane und Deniz Döhler die Diagnose Autismus für ihren damals 22 Monate alten Sohn Luka erhielten, brach für sie zunächst eine Welt zusammen.
Aber: Die beiden hörten von einem in Deutschland noch recht unbekannten Autismus-Programm aus den USA, dem Son-Rise? Programm. Dieses wurde in den 70er-Jahren von Eltern für ihr damals autistisches Kind entwickelt. 3 Jahre lang arbeiteten sie intensiv mit ihrem Sohn, im Laufe dieser Zeit verlor er seine autistischen Merkmale komplett. Dieses Kind, das im Rahmen seiner Diagnose mit einem IQ von unter 30 eingestuft wurde und dessen Eltern man anriet, „diesen hoffnungslosen Fall am besten in eine Institution einzuliefern“, besuchte im Erwachsenenalter eine Eliteuniversität und leitet heute das Autism Treatment Center of America.
Improvisation und Autismus
"Improv meets Autism"
Um Luka ausreichend unterstützen zu können, musste Familie Döhler ihr ganzes Leben neu ausrichten. Da das Programm sehr kosten- und zeitintensiv ist und eine quasi 24-Stunden-Betreuung verlangt, taten sie das, was sie vom Beruf her am besten konnten: improvisieren. Sie baten befreundete Impro-Spieler um Mithilfe beim Erstellen des Programms, denn bisher gibt es in Deutschland noch kein Zentrum für Son-Rise?. Schnell zeigte sich, dass die Impro-Spieler die nötigen Voraussetzungen mitbrachten, um ihr Kind spielerisch zu betreuen. Die Kernidee: Dem Kind das Gefühl zu geben, ganz normal zu sein. Dieses bedeutet mitunter auch alles mitzutun, was das Kind macht. Wenn Luka eine Stunde lang „Gaga“ mit dem Kopf nickte, heißt dieses für den Betreuer das Gleiche zu tun. Es gibt wenige Menschen, die so etwas von sich aus gerne machen: Impro-Spieler tun es.
Das Programm zeigte zwar erste große Erfolge: Luka schaffte es Augenkontakt aufzubauen und fing an seine Bedürfnisse zu kommunizieren, dennoch wurde schnell klar, dass selbst mit 10 Unterstützern die Arbeit kaum zu leisten war. Denn neben der Arbeit mit Luka mussten auch die Unterstützer betreut werden – Zeit zum Geldverdienen blieb für die Eltern von Luka kaum. Doch der Beistand nahm zu. Freunde und Mitstreiter der beiden gründeten den Verein Artists meet Autism e.V. und fingen an, die schon begonnene Verbindung zwischen Improvisationstheater und der Hilfe für Autisten auszubauen. Die Eventmanagerin Mandy John, selber Impro-Spielerin und Betreuerin von Luka, kam schließlich auf die Idee das Impro-Benefiz-Festival zu veranstalten und begann sogleich mit der Umsetzung.
Spendenkonto:
Artists meet Autism e.V.
Konto: 1072200
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 10020500
www.improbenefizfestival.de











