(openPR) Sehr geehrte Pressevertreterinnen und Pressevertreter,
ab Dienstag stehen in Berlin mehrere stadtbekannte Neonazis vor Gericht, denen ein brutaler Übergriff auf nichtrechte Jugendliche im Anschluß an eine Antimoscheedemo im Juli 2007 im Berliner Stadtteil Pankow vorgeworfen wird. Bereits im Oktober 2007 war es in dieser Sache zu einer Gerichtsverhandlung gekommen, in deren Verlauf die Angreifer - unter anderem Führungskader der Pankower NPD - zu Haftstrafen zwischen fünf und 16 Monaten verurteilt worden waren.
Das Gericht zeigte sich damals von den Ausführungen der Angegriffenen überzeugt, die Anwälte der Neonazis legten Berufung ein. Über den Angriff selbst hatten wir Sie bereits ausführlich in einer Pressemeldung am 8. Oktober 2007 unterrichtet (siehe http://www.openpr.de/news/162637/Berlin-Pankower-NPD-Kreisvorsitzender-an-Ueberfall-beteiligt-Prozesstermine-stehen-an.html). Zu der öffentlichen Verhandlung am Dienstag sind als Beschuldigte diesmal fünf jugendliche und heranwachsende Neofaschisten geladen. Zwei der attackierten Jugendlichen werden vor Gericht als Nebenkläger auftreten.
Gegenstand der Verhandlung ist folgendes Geschehen: 15 Neonazis hatten sich nach einer Demonstration der Bürgerinitiative „ipahb“ am Abend des 11. Juli 2007 am Pankower Garbáty-Platz versammelt. Als sie mehrere Schülerinnen und Schüler erblickten, die sie für linksalternativ orientiert hielten, griffen sie die 14- bis 19jährigen Jugendlichen an. Sie riefen „Antifa, wir kriegen euch“ sowie „jetzt klatschtst gleich richtig“ und schlugen einem 18jährigen ins Gesicht. Zivilbeamte der Polizei waren allerdings vor Ort und stellten die teilweise vermummten und mit Quarzhandschuhen ausgestatteten Rechtsextremen am Tatort und noch bevor sie ihre Opfer schwer verletzen konnten. Anschließend wurden sie festgenommen. Beteiligt waren auch die Pankower NPD-Kader Daniel Steinbrecher und Diego Uwe Pfeiffer. An den Demonstrationen der Heinersdorfer Bürgerinitiative hatten sich stets auch Rechtsextremisten beteiligt, Interventionen der Veranstalter gab es kaum.
Die Angeklagten sind in der gewaltbereiten rechten Jugendszene Berlins keine Unbekannten. Dies betrifft beispielsweise den Lichtenberger Neonazi David G., der nicht nur als „Anti-Antifa“-Fotograf tätig ist, sondern nach Auffassung von Lichtenberger Antifaschisten an anderen Gewalttaten beteiligt war (siehe media.de.indymedia.org/media/2008/02//206921.pdf). Auch der ebenfalls angeklagte Domenic von der P. betätigt sich in der rechtsextremen Szene Berlins.
Die Termine für den bisher auf zwei Verhandlungstage angesetzten Gerichtsprozeß sind Dienstag, der 3. Juni sowie Dienstag, der 10. Juni jeweils um 9 Uhr am Amtsgericht Tiergarten (Wilsnacker Str. 4 in 10559, Raum D 705).
Für Ihre Fragen stehen wir selbstverständlich gern zur Verfügung. Über eine freundliche Beachtung dieser Mitteilung unseres Vereins würden wir uns im Rahmen Ihrer Berichterstattung sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ron Summer von der VVN-BdA Pankow e.V.
Berlin, den 2. Juni 2008











