(openPR) vom 3. bis 8. Juni 2008 findet auf verschiedenen Raststätten, Parkplätzen, Tankstellen im Süden von Berlin die Uraufführung von „Südliche Autobahn – eine musiktheatralische Reise in den Süden Berlins“ statt.
Ausgangspunkt sind Texte des argentinischen Schriftstellers JULIO CORTÁZAR (1914 Buenos Aires – 1984 Paris) – in denen das Verschwinden der Wirklichkeit beschrieben wird – wobei diese oft in Surreales, Absurdes kippt bzw. etwas Verstörendes bekommt. Bekanntestes Beispiel ist sicher die Kurzgeschichte „Der Teufelsgeifer“, die Basis für Michelangelo Antonionis Film „BLOW UP“, der auf verschiedenen Ebenen in unserem Projekt zitiert wird.
Aus Cortàzars letzter Veröffentlichung von 1984 „Die Autonauten auf der Kosmobahn“, einer tagebuchartigen Chronik über eine Reise zu allen Autobahn-Raststätten zwischen Paris und Marseille nach strengen Spielregeln (täglich wurden zwei Raststätten besucht, auf jeder zweiten wurde übernachtet) – stammt der Grund-Einfall zu unserer theatralischen Reise:
Wir verbringen viel Zeit an Orten, an denen man sich normalerweise nur kurz aufhält. Aus weiteren Erzählungen – z.B. „Südliche Autobahn“ (ein Autobahn-Stau südlich von Paris will sich einfach nicht auflösen ... schließlich geht es doch vorwärts, aber in der Zwischenzeit ist ein halbes Jahr vergangen, und alles was in dieser Zeitspanne im „wirklichen Leben“ passieren kann (Geburt/Tod/neue Beziehungen), geschieht auf der Autobahn) oder „Anweisungen für John Howell“ (John Howell besucht eine Theateraufführung, wird hinter die Bühne gelockt und muss mitspielen in einem unentwirrbarem Geflecht zwischen Bühne und wirklichem Leben).
Das Publikum wird mit einem Bus zur Aufführung SÜDLICHE AUTOBAHN gefahren, der Bus muss öfter als geplant halten, gerät in Stau (bei der Baustelle Michendorf), fährt verschiedene Raststätten an – unerwartete Zwischenfälle verzögern die Fahrt, auf einem futuristisch anmutenden Baugelände neben der Autobahn wird über die „Raststätten der Zukunft“ informiert, man sieht einen Friedhof direkt an der Autobahn, ein Wegstück muss zu Fuß zurückgelegt werden, einige Mitfahrende benehmen sich merkwürdig – schließlich entpuppt sich die ganze Fahrt seit dem ersten Moment als „inszeniert“ – auf der Rückreise werden den Zuschauern in kleinen Gruppen Cortázar-Monologe gehalten, und schließlich wird jeder Zuschauer mit einem Programmbuch mit Cortázarschen Kurzgeschichten entlassen ...
... im Rückblick entpuppt sich der Abend als gemeinsame Lektüre, als ein theatralisches Eintauchen in den Cortázarschen Kosmos.
Eine Koproduktion der Fakultäten 4 (Darstellende Kunst) und 3 (Musik) der Universität der Künste Berlin mit freundlicher Unterstützung von KLANGZEITORT, Institut für Neue Musik Berlin.
In Zusammenarbeit mit dem HEBBEL AM UFER (HAU) Berlin
Leitung: Daniel Ott, Karoline Gruber, Anna Miewes, Therese Schmidt, Elena Mendoza Lopez, Jutta Wangemann, Sebastian Quack, Ursula Maria Berzborn, Andreas Göbel, Tobias Müller-Kopp, Hans-Jörg Bahrs und Kerstin Wiehe (K&K) u.a.
Premiere: 4. Juni 2008, 19.30 Uhr – Abfahrt: HEBBEL AM UFER – HAU 2: Hallesches Ufer 32 / 10963 Berlin – Dauer bis ca. 24 Uhr
Weitere Aufführungen: 3. (Voraufführung), 5. - 8. Juni 2008, 19.30 Uhr
Eintrittspreise: 25*,- Euro / 15*,- Euro (ermäßigt) – Voraufführung 10,- Euro
* incl. Überraschung
Karten (aufgrund der limitierten Platzzahl ist eine Reservierung unbedingt notwendig):
TÄGLICH 12.00 – 19.00 UHR
TELEFON 030 259004 27
Wir empfehlen das Tragen jahreszeitgemäßer Kleidung.
www.kosmobahn.com
www.hebbel-am-ufer.de













