(openPR) Das Projekt Gesunde Arbeit Region Dresden ist eines von fünf eigenständigen Teilprojekten im Rahmen des bundesweiten Modellprojekts „Gesunde Arbeit“ (2007-2010). Das Modellprojekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) initiiert, begleitet und finanziell gefördert. Die überregionale Projektleitung und wissenschaftliche Begleitung liegt beim Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation (IQPR) an der Sporthochschule Köln. Träger des Projekts Gesunde Arbeit Region Dresden ist die Gesellschaft für Gesunde Arbeit Dresden mbH mit Sitz im Zentrum von Dresden. Das Projektteam bilden erfahrene, kompetente Fachkräfte verschiedener Disziplinen.
Ziel des Projekts Gesunde Arbeit Region Dresden ist die Erprobung und der Aufbau einer leistungsstarken Beratungs- und Koordinierungsstelle für betriebliche Gesundheit (BKS). Um leistungsfähig zu sein, muss diese Stelle u.a. auf ein umfassendes, d.h. für alle Belange der betrieblichen Gesundheit geeignetes und viele Kooperationspartner umfassendes Netzwerk zurückgreifen können. Derzeit befinden sich sowohl die Beratungs- und Koordinierungsstelle als auch das Netzwerk für betriebliche Gesundheit im Aufbau.
Das Angebot der Beratungs- und Koordinierungsstelle richtet sich an Arbeitgeber, insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) in der Region Dresden; welche über 95 Prozent der sächsischen Wirtschaft ausmachen. Das Angebot kann während der Projektlaufzeit kostenfrei in Anspruch genommen werden. Die ersten 26 Unternehmen sind bereits kontaktiert worden und haben überwiegend positiv reagiert.
Die Beratungs- und Koordinierungsstelle für betriebliche Gesundheit soll Arbeitgeber bei der Sicherung und zügigen Wiederherstellung der Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit ihrer Arbeitnehmer unterstützen bzw. entlasten. Denn einerseits sind gesunde, leistungsfähige Mitarbeiter in der heutigen Zeit wesentlicher Erfolgsfaktor. Andererseits ist die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Teilhabe Schwerbehinderter politisch gewünscht (siehe z.B. demografische Entwicklung im Freistaat Sachsen, zunehmend älter werdende Beschäftigte, Rente bis 67).
Es wird Unterstützung bei Fragen und Problemen zum/r Arbeits- und Gesundheitsschutz, Prävention und betrieblichen Gesundheitsförderung sowie Rehabilitation, Integration und Teilhabe angeboten, wobei das regionalspezifische Angebot von der Bedarfslage hiesiger kleiner und mittelgroßer Unternehmen abhängig ist und im Projektverlauf konkretisiert wird. Die Unterstützung kann z.B. fallübergreifend sein und darin bestehen, auf „aktives Altern“ – eines der sächsischen Gesundheitsziele – im Betrieb hinzuwirken. Das wird immer wichtiger, weil der Altersdurchschnitt in sächsischen Betrieben bereits heute 40 bis 45 Jahre beträgt und ein höherer Altersdurchschnitt mit höherer Krankheitsanfälligkeit und längeren Ausfallzeiten korreliert.
Zum Beispiel ist der Krankenstand in sächsischen Betrieben der Branchen Metall, Fahrzeugbau und Textil-/ Glasgewerbe auffällig hoch. Besteht Fachkraftmangel, dann wirkt sich der (längere) Ausfall eines erfahrenen, älteren Mitarbeiters besonders gravierend aus. Die Beratungs- und Koordinierungsstelle bietet „Leistungen aus einer Hand“ an und nutzt das Prinzip der „Moderation zwischen vorhandenen Strukturen“. Diesem Prinzip wird Erfolg zugesprochen, weil die Vertreter „vorhandener Strukturen“ (Arbeitsagentur, Gewerkschaft, Landesärztekammer, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Sozialleistungsträger, Unternehmerverbände usw.) ins Netzwerk eingebunden sind und im Hinblick auf eine win-win- Situation für alle Beteiligten die Moderation erleichtern. Eine solche Unterstützung existierte bislang nicht.
Sie kommt insbesondere kleinen und mittelgroßen Unternehmen zugute, denn sie verfügen im Regelfall nicht über ausreichende Ressourcen (v.a. Zeit), um einerseits das komplexe Gebiet der betrieblichen Gesundheit mit seinen Akteuren, Möglichkeiten und Herausforderungen zu überschauen (Bedarf an einem „Trichter“) und andererseits bestimmte betriebliche Gesundheitsprobleme frühzeitig, schnell und/oder kompetent lösen zu können (Bedarf an einem „Lotsen“). Mit der Beratungs- und Koordinierungsstelle als „Trichter“ und „Lotse“ steht ihnen nun ein verlässlicher, kompetenter und unbürokratischer Partner für „betriebliche Gesundheit“ zur Verfügung, der ebenso wie andere externe Dienstleister hilft, dass sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit ausbauen können.
Ein Partner ist auch die Klinik Bavaria in Kreischa, die über langjährige Erfahrungen in der berufsorientierten und medizinischen Rehabilitation verfügt. Die Presse- Auftaktveranstaltung und konstituierende Sitzung des regionalen Beirats fand am 14.Mai 2008 in Dresden statt.
Gesellschaft für Gesunde Arbeit Dresden mbH
Dr. Heinz-Werner Raske, Geschäftsleitung
Prager Str. 3, D-01069 Dresden
Tel. mobil: +49 (0)160 4725030
Tel. Büro: +49 (0)35206 558-74
Fax Büro: +49 (0)35206 558-50
E-Mail:

Internet:
www.gesunde-arbeit.de
Über das Unternehmen
Beschäftigungsfähigkeit ist ein zentraler Begriff in der EU-Arbeitsmarktpolitik. Vor dem Hintergrund hoher Arbeitslosigkeit hat die Europäische Kommission 1997 auf ihrem Beschäftigungsgipfel in Luxemburg beschäftigungspolitische Leitlinien als Zielvorgabe für die nationale Politik der Mitgliedsstaaten formuliert (Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung der Europäischen Union). Eine von vier Säulen (Aktionsschwerpunkte) der Beschäftigungspolitik ist „die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit. „Beschäftigungsfähigkeit ist die Fähigkeit, dauerhaft aktiv am wirtschaftlichen und sozialen Leben teilnehmen zu können".
Beschäftigungsfähigkeit ist keine absolute Eigenschaft einer Person, sondern bezeichnet das Verhältnis personenbezogener Fähigkeiten und Fertigkeiten zu den Anforderungen und Möglichkeiten von Unternehmen und Arbeitsmärkten. Dabei umfasst die Beschäftigungsfähigkeit die Dimensionen Kompetenz, Verantwortung, Lernfähigkeit, Integration, Selbstmanagement und Gesundheit. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Projekts "Gesunde Arbeit" steht letztere im Focus.
Es wird einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit mit Blick auf das Praxisfeld Betrieb leisten. Die Aktivitäten des Projektes in der Laufzeit vom 01.10.2007 bis zum 31.09.2009 werden aus Mitteln der Ausgleichsabgabe und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (inqa) finanziert.
Leitbild hierbei ist die gemeinsame Verantwortung von Unternehmen und Beschäftigten. Unternehmen möchten sich hauptsächlich auf Ziele konzentrieren, die ihr Kerngeschäft ausmachen und ihren Unternehmenserfolg sichern. Für betriebliche Aufgaben, die Prävention und Beschäftigungsfähigkeit umfassen, wünschen sich Unternehmen einen verlässlichen, kompetenten und unbürokratischen Partner, der sie als Lotse in der komplexen Welt der betrieblichen Gesundheitsversorgung begleitet. Hier eingeschlossen sind Themenbereiche, wie "Betriebliche Gesundheitsförderung", Arbeits- und Gesundheitsschutz", "betriebliches Eingliederungsmanagement", "medizinische und berufliche Rehabilitation", "alternde Belegschaft", "Personalrekrutierung und Personalentwicklung".
Das Motto des Projekts Gesunde Arbeit beruht auf den Grundsätzen Kooperation statt Konkurrenz sowie Alles aus einer Hand. Das Projekt lebt durch gegenseitiges Vertrauen und im Besonderen durch die Nutzung der bereits bestehenden Beratungsstrukturen der unterschiedlichen Sozialversicherungsträger.
Es soll prinzipiell nichts Neues erfunden werden. Es werden vielmehr bestehende Beratungsstrukturen zur Zielerreichung vernetzt und miteinander abgestimmt. Ein Unternehmen soll als Kunde der Netzwerkstelle davon profitieren, dass zum einen die Anzahl der externen Ansprechpartner minimiert wird und zum anderen die möglichen und notwendigen Beratungsdienstleistungen kundenspezifisch erbracht werden.
Die primären Nutzer der Netzwerkstellen sind die Arbeitgeber kleiner und mittelgroßer Unternehmen. Fernziel des Projekts ist ein bundesweites, aber für Regionen entwickeltes und mit den Unternehmen abgestimmtes Dienstleistungsportfolio mit einer win-win-Situation für alle beteiligten Akteure. Der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Biographien steht im Mittelpunkt der Betrachtung und Aktivitäten.
Zur Identifizierung von geeigneten Modellen, die auch überregional bzw. bundesweit Anwendung finden können, werden Erkenntnisse in fünf Modellregionen gewonnen, in denen die Netzwerkstellen "Gesunde Arbeit" installiert werden. Die regionalen Netzwerkstellen werden von unterschiedlichen Anbietern betrieben, sie kommen aus dem Bereich der medizinischen und beruflichen Rehabilitation, kommunaler oder privater Anbieter betrieblicher Gesundheitsberatung.
Der Aufbau, die Aktivitäten und Ergebnisse der einzelnen Regionalprojekte werden wissenschaftlich begleitet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse mit dem Auftraggeber BMAS diskutiert. Das Projektmanagement wird von der iqpr GmbH Köln/München wahrgenommen. Das iqpr koordiniert gemeinsam mit dem Projekt begleitenden Beirat unter Federführung des BMAS das Gesamtprojekt.
Eine Minimalkonfiguration an Strukturen, Prozessen, Kompetenzen und Instrumenten gewährleistet die Vergleichbarkeit der Modelle und wird kontinuierlich um neue Erkenntnisse und Produkte erweitert. Fachgremien sowie Experten und Expertinnen werden zur Entwicklung von standardisierten Produkten beitragen und Aspekte zukünftiger Umsetzungsroutinen beleuchten. Dazu gehören u. a. Aspekte aus den Themengebieten Wirtschaft, Recht, Datenschutz, Assessment sowie Instrumente und Verfahren, die mit dem Thema Beschäftigungsfähigkeit verbunden sind.
Im Sinne der Nutzung vorhandener Potentiale werden in diesem Projekt bewährte Netzwerke, funktionierende Modelle und Datenbanken in die Gesamtkonzeption einbezogen (INQA, GIGA, KomNet, EIBE...). Gesetzlich verankerte Institutionen wie z. B. die gemeinsamen Servicestellen, die Integrationsfachdienste oder verantwortliche Stellen des Arbeitsschutzes werden aktiv in den Planungsprozess einbezogen. Eine Recherche vorhandener Modelle wird in der Konzeptionsphase durchgeführt.
Es wird erwartet, dass nach zwei Jahren Projektlaufzeit unterschiedlich gut funktionierende Netzwerkstellen in den fünf Modellregionen etabliert worden sind. Die Beratungspraxis der Netzwerkstellen und die wissenschaftliche Begleitung werden klären, welche hemmenden und fördernden Faktoren beim Aufbau und für den Routinebetrieb der Netzwerkstellen identifiziert werden können. Die bewusst unterschiedlich gewählten fünf Alternativszenarien werden evaluiert und die Evaluationsergebnisse fließen in einen Projektreport ein, der Empfehlungen enthalten wird, wie ein bundesweites Netzwerk von Netzwerkstellen gestaltet werden kann. Es werden detaillierte Aussagen zur Ausstattung, zum Leistungskatalog, zu benötigten Kompetenzen und zur möglichen Regelfinanzierung getroffen.