(openPR) (Berlin) Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und der Wal- und Delfinschützer Andreas Morlok veranstalten am Freitag, den 09. Mai 2008 ab 11:30 Uhr auf dem Pariser Platz/Brandenburger Tor in Berlin eine Kundgebung mit der Forderung des ausnahmslosen Importverbots für Wale und Delfine nach Deutschland. Einer der Hauptredner ist der Ex-Fernsehtrainer von „Flipper“, Richard O’Barry (WDSF), der sich seit nunmehr 38 Jahren für den Schutz der intelligenten Meeressäuger einsetzt.
Obwohl die Bundesregierung und alle Bundestagsfraktionen sich alljährlich gegen den Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft durch die verbliebenen Walfangnationen Norwegen, Island und speziell Japan aussprechen, werden Delfinimporte in die Bundesrepublik zu Forschungs- und Bildungszwecken immer noch erlaubt. Der Protest richtet sich gegen die unzureichende Anwendung der internationalen Konventionen und der mangelnden Ausführung der gesetzlichen Grundlagen des Tierschutzgesetzes durch das Bundesumweltministerium.
Offenbar fühlen sich von der Forderung der Kundgebung fast alle Bundestagsfraktionen angesprochen. Als Rednerinnen sind zugesagt MdB Undine Kurth, parlamentarische Geschäftsführerin und Tierschutzsprecherin der Grünen, MdB Mechthild Rawert (SPD), Sprecherin für Walschutz, MdB Eva Bulling-Schröter (Die Linke) Umweltpolitische Sprecherin. Ebenso haben sich der Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei und die Vorsitzende der feministischen Partei Die Frauen angesagt. Die FDP verspürte nach ihrer Befürwortung des Delfinimports für Forschungszwecke gegenüber dem WDSF durch MdB Angelika Brunkhorst offenbar keinen Redebedarf mehr – war sie doch von Tierschützern für ihre Aussage zum Rücktritt aufgefordert worden. Bündis90/Die Grünen bringen zeitgleich zu der Kundgebung einen Antrag in den Bundestag ein, der die sofortige Schließung der Delfinarien und ein weitergehendes Verbot der Delfinhaltung zum Thema hat. Die CDU/CSU hat sich als einzige Bundestagspartei zu der Forderung nach einem Delfinimportverbot trotz mehrfacher Zusage gegenüber dem WDSF letztendlich nicht äußern wollen.
„Da hat es nach den Auskünften der Bundestagsbüros der Tierschutzbeauftragten von Dieter Peter Jahr (CDU) und Wilhelm Priesmeier (SPD) bis zur letzen Minute erhebliche Abstimmungsprobleme gegeben. Letztendlich hat man sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen können wurde mit mitgeteilt, obwohl wir bereits am 18. März 2008 angefragt hatten“, so der WDSF-Vorsitzende Jürgen Ortmüller.
Aber auch Wal- und Delfinschützer aus der Bevölkerung und den Tierschutz-Organisationen sollen zu Wort kommen, um der Forderung nach Änderung der gesetzlichen Grundlagen Gehör zu verschaffen.
Von den verbliebenen vier der ursprünglich neun Delfinarien in Deutschland (Nürnberg, Duisburg, Münster und Heidepark Soltau) soll nunmehr in diesem Jahr noch, auch aufgrund von Boykottaufrufen von Tierschützern und des WDSF, die Delfin-Show im Heidepark Soltau bei Hamburg geschlossen werden, so der Sprecher des Betreibers, Johannes Mock von Merlin Entertainment.
Richard O’Barry hat jetzt allerdings Informationen aus der Taiji/Japan erhalten, dass für den Import nach Deutschland 14 Delfine angefragt wurden, die aufgrund von Umweltbelastungen mit Quecksilber weit oberhalb der zusätzlichen Grenzwerte kontaminiert seien. Immerhin haben der Nürnberger Tiergarten aufgrund des beschlossenen Ausbaus der „Delfin-Lagune“ für 24 Millionen Euro und das beabsichtigte Delfinarium auf Rügen einen Bedarf an neuen Delfinen, zumal die Nachzuchtbemühungen in Nürnberg seit acht Jahren aufgrund von sieben nach der Geburt verstorbenen Delfin-Babys völlig fehlgeschlagen sind. Die Kundgebung soll jedoch einen erneuten Import verhindern.--













