(openPR) NRW-Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg und die Plattform für Ernährung und Bewegung e.V. (peb) stellten am Sitz der Europäischen Union den breiten gesellschaftlichen Ansatz und die Erfolge der deutschen Plattform vor.
Zur Arbeitsweise der Plattform für Ernährung und Bewegung erläuterte deren Vorsitzender Prof. Dr. Erik Harms auf dem gemeinsamen Parlamentarischen Abend: „Das Weißbuch der EU zu Ernährung, Übergewicht und Adipositas empfiehlt den `Multi-Stakeholder-Ansatz`, d.h. die EU empfiehlt, die Anstrengungen auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen. Wir füllen diesen Ansatz mit unserer Arbeit bereits mit Leben und wollten das auch auf der Brüsseler Bühne darstellen.“
„Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen ist kein regionales oder gar nationales Problem, sondern ein Phänomen, dem wir uns EU-weit stellen müssen. Die deutsche Plattform Ernährung und Bewegung ist eine vorbildliche Initiative, die den im Weißbuch der EU-Kommission formulierten Anforderungen in vielfältiger Hinsicht bereits gerecht wird,“ erklärte Robert Madelin, Direktor der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz (GD SANCO).
Die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. ist ein Zusammenschluss von Politik, Wirtschaft, Sport, Eltern und Ärzten. Mit rund 100 Partnern bildet peb das europaweit größte Netzwerk zur Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Alle Mitglieder setzen sich aktiv für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen ein. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen und der Freistaat Bayern sind ebenfalls Mitglied. Vorsitzender der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. ist der Kinderarzt Prof. Dr. Erik Harms aus Münster/Westfalen.
„Für das öffentliche Gesundheitswesen sind Übergewicht und Fettleibigkeit ein wachsendes Problem – ebenso wie für jeden Betroffenen. Die komplexen Ursachen hierfür lassen sich nicht eindimensional bekämpfen. Mit der in der peb realisierten Zusammenarbeit von Politik, Kommunen, Lebensmittelwirtschaft, Sport, Wissenschaft, Gesundheitswesen und anderen gesellschaftlichen Gruppen wurde ein erfolgreicher Weg eingeschlagen, für den sich auch das Land Nordrhein-Westfalen engagiert,“ so Eckhard Uhlenberg, Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen über die peb.
Ziel der Plattform Ernährung und Bewegung ist es, nach den besten Strategien und Ansätzen für die Gesundheitsprävention durch ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung zu suchen, diese in gemeinsam getragenen Pilotprojekten zu evaluieren und anschließend durch Vernetzung den relevanten Stakeholdern zur breiteren Anwendung zu empfehlen. Der breite Ansatz ermöglicht es, dass alle relevanten gesellschaftlichen Kräfte ihren individuellen Beitrag zur Gesundheitsprävention leisten. Gleichzeitig wird die gesamte Bandbreite von Ernährung und Bewegung umfassend abgedeckt. Ein wesentlicher Grundsatz ist die Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die wissenschaftliche Evaluation der Ergebnisse der Arbeit. In den ersten Jahren ihres Bestehens hat sich die Plattform neben der Durchführung verschiedener Fachveranstaltungen vor allem auf den Bereich Kleinkinder konzentriert. Beispiele dafür sind ein Programm für Kindergärten sowie die Aufklärungs- und Motivationsserie „Peb und Pebber“. Mit der Netzwerkkonferenz „Bewegungs(t)räume“ im November 2007 wurden Lösungen aus der Praxis für die Praxis aufgezeigt, welche Voraussetzungen für mehr Bewegung bereits in der Städteplanung geschaffen werden können. In diesem Jahr wird sich peb neben den erwähnten Themenfeldern auf die Ansprache junger Eltern und die stärkere Umsetzung wesentlicher Erkenntnisse der Gesundheitsprävention in den Regionen und auf lokaler Ebene konzentrieren.
„Unsere Arbeit erfüllt mit ihren Aktivitäten und ihren Projekten die durch die EU-Kommission formulierten Anforderungen an die Präventionsarbeit in den Mitgliedsländern. Im Sinne des `Weißbuchs Ernährung, Übergewicht, Adipositas` gilt das insbesondere hinsichtlich der Stärkung der Eigenverantwortung für eine gesunde Lebensführung sowie der besseren Verzahnung der verantwortlichen Politikfelder und der Aktionsebenen. Darüber hinaus werden auch die zivilgesellschaftlichen Akteure und die Lebensmittelwirtschaft eingebunden,“ erklärte Prof. Dr. Erik Harms.
Weitere Stellungnahmen
„Übergewichtsprävention und die Förderung eines gesunden Lebensstils lassen sich mit isolierten Maßnahmen und Projekten nicht erfolgreich verwirklichen. Daher haben sich in der deutschen Plattform Ernährung und Bewegung kompetente Partner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbrauchern zusammengeschlossen und bringen ihre Ressourcen ein. Das Bundesernährungsministerium sieht in peb ein wichtiges Instrument zur Verwirklichung der Ziele des Nationalen Aktionsplans Ernährung und Bewegung der Bundesregierung,“ erklärte Dr. Christian Grugel, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Das bestätigte auch Dr. med. Peter Liese (EVP), Mitglied des Europäischen Parlaments und Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit: „Für das Europäische Parlament ist der Kampf gegen Fettleibigkeit, insbesondere bei Kindern, ein sehr wichtiges Anliegen. Wir wissen, dass hier eine Zeitbombe tickt und dass dringend gehandelt werden muss, um millionenfache schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden. Ich glaube allerdings, dass man sich nicht auf Einzelmaßnahmen, wie etwa ein Werbeverbot für bestimmte Nahrungsmittel, verlassen sollte. Wir brauchen ein umfassendes Konzept und keinen Alibi-Aktionismus.“










