(openPR) "Vogelgrippe" ist ein in der Umgangssprache gebräuchlicher Ausdruck für Geflügelpest oder aviäre Influenza und bezeichnet eine Erkrankung von Vögeln durch Vogel-Influenza- bzw. Vogelgrippe-Viren. Bereits 2005 ging eine Schlagzeile über einen an Vogelgrippe erkrankten Papageien in einer britischen Quarantänestation um die Welt und sorgt bis heute für Unsicherheit bei Heimtierhaltern. Was Arten- und Tierschützer in Jahrzehnten nicht schafften, nämlich den grausamen Wildvogelimport in die EU für den Heimtiermarkt endlich zu unterbinden, vollbrachte letztlich die Angst der Behörden vor der aviären Influenza.
Obwohl sich die angebliche Infektion des Papageis in Großbritannien später als simpler Laborfehler herausstellte, denn man verwechselte einfach zwei Blutproben, stoppte die EU alle Einfuhren von Wildvögeln. Unabhängig davon ist der Importstopp ein begrüssenswerter Schritt aus der Sicht von Tierfreunden. Die Frage, inwieweit Papageienhalter in Deutschland durch den Vogelgrippe-Virus gefährdet sind, bleibt jedoch offen.
Papageien weisen der bisherigen Erfahrung nach wahrscheinlich eine nur geringe Anfälligkeit für den H5N1-Virus auf, sind aber nicht immun. Die Vogelgrippe wird durch verschiedene Grippeviren übertragen - derzeit durch das Influenzavirus A (H5N1) - und ist insbesondere für Hühnervögel (z. B. Hühner, Puten, Fasane) gefährlich. Unter entsprechenden Bedingungen können Papageien die Krankheit allerdings durchaus auch bekommen. Tatsächlich zeigten sich Wellensittiche in Versuchen für den H5N1-Virus empfänglich.
Bei engem Kontakt zu erkrankten Tieren kann es in Einzelfällen zu einer Übertragung der Krankheit auf andere Tierarten und auch auf Menschen kommen. Ansteckend sind vor allem die Ausscheidungen erkrankter Vögel sowie mit Viren verunreinigter Staub in den Federn. Eine Übertragung des Vogelgrippevirus von Mensch zu Mensch wird in einem Fall vermutet. Menschen können sich in aller Regel nur sehr schwer mit Vogelgrippeviren anstecken. Da es sich in erster Linie um eine Vogelkrankheit handelt, wird die Krankheit von infizierten Vögeln auf andere Vögel durch deren Ausscheidungen (Kot) oder von bereits verstorbenen Vögeln über Aasfresser übertragen. Soweit bekannt, hatten alle bisher erkrankten Menschen engen Kontakt zu infiziertem bzw. erkranktem Geflügel. In Europa sind in erster Linie Geflügelhalter, Tierärzte und Menschen anderer Berufsgruppen gefährdet, die häufigen und direkten Kontakt zu lebenden oder toten Hühnervögeln haben.
Die eigentliche Gefahr lauert aber im Virus selbst. Experten befürchten, dass sich das Vogelgrippevirus H5N1 eines Tages so verändern könnte, dass es wie ein gewöhnliches menschliches Grippevirus von Mensch zu Mensch übertragen wird. Das Vogelgrippevirus könnte sich auch mit einem Human-Influenzavirus kreuzen, etwa in einem Tier oder theoretisch in einem Menschen, der mit beiden Virustypen infiziert ist. Auf diese Weise könnte ebenfalls ein neues Influenzavirus entstehen, das von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Ein solches Virus könnte dann eine Pandemie auslösen, sich also in kurzer Zeit über die ganze Welt verbreiten und Millionen Menschen infizieren.
Ein Kontakt von Papageien mit Wildvögeln sollte möglichst vermieden werden, denn prinzipiell sind alle Arten von Vögeln mit Vogelgrippe infizierbar. Papageien sollten daher vor Kot von Wildgeflügel geschützt werden, was vor allem durch eine vollständige Überdachung der Aussenvoliere oder kompletter Innenraumhaltung gewährleistet ist. Erkrankte Vögel machen einen apathischen Eindruck und haben Atemnot. Man sieht es ihnen aber nicht an, ob sie Vogelgrippe oder eine andere Krankheit haben. Bei Verdacht sollte umgehend ein Tierarztbesuch folgen und der enge Kontakt gemieden werden. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Instituts für Papageienforschung e.V. kostenlos unter www.papageien-und-sittiche.de abrufbar. Laut Angaben des Vereins wurde dieser Service seit seiner Einrichtung vor vier Jahren von über 45.000 Interessierten genutzt. Weitere kostenlose Online-Servicedienste für Papageienfreunde werden gerade vorbereitet.












