DIE STIFTUNG KINDERJAHRE
Ziel der Stiftung ist die Chancengleichheit aller Kinder aus unterschiedlichstem sozialem Milieu, die nicht ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Wir fragen uns, warum die Chancen und Perspektiven von Kindern und Jugendlichen so ungleich verteilt sind. Und die Chancenungerechtigkeit wird immer größer. Woran liegt das? Wir sehen eine Entwicklung, die zur Sorge Anlass gibt. Sie ruft aber auch auf, etwas zu unternehmen! Welche Werte sollen wir der nachwachsenden Generation heute vermitteln?
• Wo sind die Vorbilder, denen unsere Jugendlichen und Kinder nacheifern sollen?
• Welche Auswirkungen haben Traditionsbrüche auf das Wertegefühl, das der Familie zugrunde liegt?
Bilderbuchfamilien sind sicher nicht das Ziel und auch nicht realisierbar. Es wäre aber wichtig, dass die Generationen wieder in Kontakt zu einander gebracht werden. So haben wir uns auch nach den Gründen gefragt, die unseren jungen Menschen teilweise die Aussichten auf einen angemessenen Schulabschluss verwehren und damit allzu oft die Chancen auf einen Ausbildungsplatz, der ihren Fähigkeiten entspricht. Wo liegt das Problem? Die demographische Entwicklung in Deutschland, d.h. die Tatsache, dass immer weniger Kinder geboren werden, wird uns noch sehr viele Sorgen bereiten. Aber warum entscheidet sich unsere Gesellschaft derzeit zu einem großen Teil für ein Leben ohne Kinder? Die Politik versucht dies durch neue wirtschaftliche Anreize zu ändern. Mit unserer Stiftung haben wir nach einem Ansatz gesucht bestimmte Prozesse anzustoßen.
ZIELSETZUNG
Sehr viele Kinder in der Bundesrepublik leben an der Armutsgrenze. Das heißt oft: Sie werden nicht regelmäßig versorgt und betreut und sie werden nicht oder zu wenig gefördert in schulischen Belangen oder bei Fragen, die ihre Entwicklung betreffen. Wir möchten keine weitere Einrichtung anbieten, die als Auffangstation für gescheiterte Jugendliche Hilfe leistet oder in Not geratene Familien unterstützt. Was dort bereits geleistet wird ist gut und wichtig. Wir möchten die Basis stärken, wo Grundlagen für Entwicklung und gelingendes Miteinander geschaffen werden. Wir sind unbedingt der Meinung, dass alle Kinder gut und regelmäßig versorgt werden müssen. Alle Kinder müssen die gleichen Chancen für einen Start ins Leben erhalten, in dem sie sich selber versorgen können. Uns allen ist bewusst, wie wichtig der Verlauf der Kindheit für das spätere Leben ist. Wir wissen: Kinderjahre sind Entwicklungsjahre! Zu den Zielen unserer Stiftung gehört es daher: Informationsveranstaltungen, Vorträge, Veröffentlichungen und Elternseminare anzubieten, die auf unterschiedliche Weise erzieherische Kompetenzen stärken können und Anregungen für ein kinderfreundliches Familienleben bieten sollen. Mit anderen Worten Familien in besseren Kontakt zueinander zu bringen. Werbung für die Einführung einheitlicher Schulkleidung zu machen und Unterstützung bei der Realisierung zu geben. Den Schülern soll damit die Identifikation mit ihrer Schulgemeinschaft erleichtert werden und die Ausgrenzung einzelner, die bei dem Wettbewerb der Modetrends und Marken nicht mithalten können, verhindern.
PROJEKTE
1. Vortragsveranstaltungen
Ein ganz konkretes Angebot, das wir hier machen, ist eine Vortragsreihe „Erziehung im Gespräch“ mit dem bekannten Autor und Erziehungsberater Jan-Uwe Rogge.
Wenn Kinder sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln sollen, wenn man Kindern Chancengleichheit gewähren will, dann kommt es darauf an, die Erziehungskompetenz von Eltern, aber auch von Erzieherinnen und Lehrern zu stärken.
Die Auftaktveranstaltung im Jahr 2005 richtete sich vornehmlich an pädagogisches Fachpersonal. Das Thema des Vortrages lautete: Was Kinder heute brauchen – Wie man Eltern und Kinder im Kindergarten und Schulalter stärken kann. Es ging also darum zu vermitteln, welche Möglichkeiten Kindergärten und Schulen haben, um die erzieherischen Kompetenzen von Eltern zu stärken.
Wir wenden uns mit diesem Thema auch an Frauenärzte, Hebammen und Kinderärzte um unseren Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ praktisch umzusetzen. Wir müssen diese Personenkreise für die Durchsetzung unserer Ziele gewinnen als Multiplikatoren zu den Eltern und Familien.
Die Vorträge, mit denen wir uns an Eltern direkt wenden, werden von Eltern besucht, die schon aufmerksam geworden sind und mehr wollen. Bei diesen Veranstaltungen wird ihnen ein Forum geboten, in dem sie ihre Erfahrung austauschen können und in dem sie Anregungen für ihren verantwortungsbewussten Alltag bekommen. Die Themen waren bisher: „Ohne Chaos geht es nicht“ und „Ängste machen Kinder stark“.
Das Grundproblem ist nach unserer Überzeugung der mangelnde Kontakt zwischen den Generationen. Erreicht werden muss eine verbesserte Kommunikation innerhalb der Familien. Es muss wieder miteinander gesprochen werden, gemeinsam am Tisch gegessen werden. 1/3 aller Schullaufbahnen sind verzögert; Nachhilfeunterricht ist völlig normal. Darauf wollen wir aufmerksam machen und neue Wege suchen.
Wir können von den Kindern ebenso lernen, wie sie von uns. Aber wir müssen sie wahrnehmen, unterstützen und Vorbilder anbieten - noch besser, selbst Vorbilder sein.
2. Einheitliche Schulkleidung
Bei dem Angebot von Schulkleidung geht es nicht um Schuluniformen, sondern um eine kleine Kollektion von gleichwertigen Kleidungsstücken, die von den Schülern frei gewählt und kombiniert werden können. Den Schülern soll damit die Identifikation mit ihrer Schulgemeinschaft erleichtert werden und die Ausgrenzung einzelner, die bei dem Wettbewerb der Modetrends und Marken nicht mithalten können, verhindern.
In erfolgreichen Bildungsnationen sind die Schulen dafür verantwortlich, die verschiedenen Fähigkeiten und Interessen der Schüler kreativ zu nutzen. Die soziale Herkunft entscheidet gerade in Deutschland immer stärker über den Schulerfolg. Doch wir brauchen die Talente eines jeden jungen Menschen, gerade aufgrund der demographischen Entwicklung in der BRD. Unsere Überzeugung ist, dass Schulkleidung zur Chancengleichheit im Klassenzimmer beiträgt.
Ausbildung setzt heute auf Individualität. Ausbildungschancen müssen von Eltern wie Schülern in allen sozialen Schichten gleichermaßen in Anspruch genommen werden können und ggf. an sie herangetragen werden. Für die Umsetzung dieses Zieles hat die Stiftung Kinderjahre eine Fibel herausgebracht mit dem Titel „Schulkleidung ist nicht Schuluniform“. Uns ist es in erster Linie wichtig, die Schüler und Eltern zur Auseinandersetzung mit diesem Thema anzuregen und sie von den Vorteilen zu überzeugen. Nach unserer Überzeugung stärkt Schulkleidung das Zusammengehörigkeitsgefühl. Ein besseres Arbeitsklima und die Verbesserung der Leistungen wären die Folgen.
3. Kleinere Projekte
Stiftung Kinderjahre betreut auch Projekte, die schnell sichtbare Ergebnisse zeigen. So konnte durch die Übernahme von Patenschaften 20 Kindern an einer Grundschule in Altona-Altstadt der Geigenunterricht für 1 Jahr gesichert werden. Gerade in diesem Wohngebiet, in dem es so wichtig ist, dass Kinder nachmittags Betreuung haben, sind Eltern teilweise nicht in der Lage auch nur kleinste Beträge für Musikunterricht o.ä. aufzubringen, wodurch auch hier wieder Chancenungerechtigkeit entsteht.
Musik und musikalische Früherziehung ist uns ein wichtiges Anliegen und wir sammeln derzeit Mittel für ein Projekt mit dem Namen „Kinderwunderland“. Damit soll Kindern vom Krabbelkinderalter angefangen ermöglicht werden, mit Musik in Berührung zu kommen. Diese ist ganz wichtig für die Ausbildung der Kommunikationsfähigkeit. Die Kinder werden durch den Musikunterricht toleranter und friedfertiger.
DER HINTERGRUND
Die Stiftungsgründer sind seit jeher ehrenamtlich engagiert. Im Jahr 2004 führten gemeinsame Überlegungen dann zur Gründung einer Stiftung: Der Stiftung Kinderjahre. Aus dem Privatvermögen der Stifterfamilie Lay wurde das Stiftungskapital zur Verfügung gestellt. Die Arbeit der Stiftungsgründer wird unterstützt durch drei ehrenamtliche Mitglieder des Vorstandes und ein Kuratorium, das zurzeit aus fünf Personen besteht und ebenfalls ehrenamtlich arbeitet.
Die Stifter möchten Unterstützung und Anerkennung erlangen, um die begonnen Projekte aufrecht zu erhalten bzw., sie zu einem erfolgreichen Ziel zu führen. Es ist eine Stärke von Stiftungen, dass sie die Erfahrungen Einzelner für die Gemeinschaft nutzbar machen können, indem sie nach richtungweisenden Lösungen suchen. Als eine der vielen kleinen noch unbekannten Stiftungen, deren Arbeit vielen nützt oder nützen wird, sind die Stifter besonders dankbar für jedes Interesse an ihrer Arbeit.
Stiftung Kinderjahre will Projekte und Initiativen voranbringen, die zur Chancengleichheit von Kindern beitragen.
Das Schöne an Stiftungen ist ja, dass Neues ausprobiert werden kann.
Die Konzepte müssen nicht sofort umsetzbar sein, sie müssen aber auf fruchtbaren Boden fallen, damit sie über einen langen Zeitraum hinweg wirken können.
Die Gründer der Stiftung Kinderjahre möchten Vorbilder sein, wollen etwas bewegen, wollen Verantwortung übernehmen durch Eigeninitiative, wollen Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Gemeinsinn leben, aber auch neugierig sein und etwas verbessern.
Chancengleichheit für Kinder!
Es zählen nicht immer nur die großen Projekte – jeder kann ein Vorbild sein.