(openPR) Ganzseitige Anzeigen hatte die Mannschaft aus Braga vor dem Spiel geschaltet: "Lasst uns Geschichte schreiben". Dies gelang den Portugiesen nicht ganz, doch 11.000 Zuschauer sahen immerhin ein 1:1 (0:0)-Unentschieden gegen den FC Bayern.
Nach drei Minuten kam der Gastgeber erstmals gefährlich vor das von Oliver Kahn gehütete Tor. Joao Pereira bekam eine Flanke von der rechten Seite mustergültig auf den Kopf serviert, doch er schien zu überrascht, um den Ball gefährlich auf das Gehäuse der Bayern zu bringen.
Im Dreiminutentakt ging es dann weiter und auch der Rekordmeister setzte eine erste Duftmarke in Person von Mark van Bommel, doch sein Schuss aus 20 Metern strich knapp am linken Pfosten vorbei. Tempo war in der Anfangphase ein teures Gut und wurde dementsprechend selten eingesetzt.
Harte Zweikämpfe
Wieder drei Minuten später holte Franck Ribery nach Zuspiel von Altintop einen Freistoß heraus, den er aber nur zu einem Mauertest nutze. Seinen Nachschuss setzte Klose knapp über das Tor. Die Bayern bekamen das Spiel ab der zehnten Minute besser in den Griff, nachdem sie die Zweikämpfe und die vorgegebene Härte der Portugiesen angenommen hatten.
Angriffe der Gastgeber, die in der heimischen Liga auf Platz sieben liegen, waren an einer Hand anzuzählen. Nach 15 Minuten durfte Kahn erstmals eine Flanke vom klaren portugiesischen Himmel pflücken. Doch auch die Bayern taten sich schwer - zumeist resultierten die Chancen aus Fernschüssen.
Das erste Tor fiel dann in der 21. Minute und es hätte den Rückstand der Bayern bedeutet. Doch nach einem zweifelhaften Foul an Lucio unterband der Schiedsrichter die Aktion und damit auch das gefallene Tor. Doch der Treffer hätte - wie so oft beschrieen - dem Spiel sicherlich gut getan. Braga schien bemüht doch in den Möglichkeiten beschränkt und die Münchener hatten nicht das richtige Mittel parat, um die durchaus defensiv eingestellten Portugiesen ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Müde erste Halbzeit
Als selbst die Felswand hinter dem Tor schon zu schnarchen begann, fand eine Flanke von Ribery den in der Mitte wartenden Toni - doch sein Kopfball war für Paulo Santos keine unlösbare Aufgabe. Immerhin sprang eine Ecke heraus, die Lucio fast zur Führung verwerten konnte. Danach schaltete der Rekordmeister jedoch einen Gang höher.
Inmitten dieser ersten Drangphase hätten sich die Münchener fast selber bestraft: Nach einer schönen Einzelleistung von Joao Pereira setzte Lucio zu einem Klärungsversuch an, der um ein Haar ins eigene Netz getrudelt wäre. Die Portugiesen hatten nun Geschmack am Spiel in des Gegners Hälfte gefunden. In der 40. Minute dann die beste Chance der ersten Hälfte.
Lucio konnte sich im Luftkampf nicht durchsetzen und der Ball fiel Wender vor die Füße. Aus knapp 11 Metern zog er, halblinks stehend, trocken ab, doch Oliver Kahn stürzte sich in die linke Ecke und lenkte den Ball um den Pfosten. Keine drei Minuten später war es erneut Wender, der den Ex-Nationalkeeper prüfte. Doch seinen Schuss meisterte Kahn ebenso souverän.
Tritt gegen Kahn
Dann, praktisch mit dem Pausenpfiff noch ein Aufreger. Der Name "Titan Kahn" hatte sich scheinbar nicht bis ins idyllische Braga rumgesprochen, denn Roland Linz trat nach einem Luftkampf gegen den Schlussmann nach. Kahn nahm sich den Österreicher gleich sprichwörtlich zur Brust, kassierte dafür auch die Gelbe Karte. Dann ging es in die Kabine zum Teetrinken.
Es schien ein guter Tee gewesen zu sein, den die Bayern serviert bekamen. Denn nach anderthalb Minuten schickte Demichelis Luca Toni auf Reisen, der von links kommend mustergültig auf Klose passte. Der Nationalspieler hatte sogar Zeit den Ball anzunehmen, bevor er ihn zur erlösenden 1:0-Führung in die Maschen schob. Postwendend brachte Trainer Manuel Machado Joao Pinto. Aber die beste Chance besaß Martin Demichelis, der ähnlich Lucios Chance fast ins eigene Tor eingenetzt hätte - doch sein Ball strich knapp am Pfosten vorbei.
Nach der Führung versuchten die Spieler von Braga den Rückstand durch übermäßige Härte zu kompensieren - einige böse Fouls gegen Klose und Toni waren das Resultat. Besagter Toni machte dann endlich auch auf sich aufmerksam, als er in der 60. Minute einen hohen Ball gegen zwei Gegner kontrollieren konnte und mit einem sehenswerten Seitfallzieher fast für das 2:0 gesorgt hätte.
Verpasste Vorentscheidung
Auch Ribery hätte für die Vorentscheidung sorgen können, doch der Österreicher Linz markierte auf der anderen Seite den überraschenden Ausgleich. Demichelis rutschte im Zweikampf aus und Linz kam aus halbrechter Position frei zum Schuss und ließ Kahn in der 66. Minute keine Chance. Sein Ball tropfte vom rechten Innenpfosten ins Netz.
Aber endlich wurde es ein richtiger Pokalfight, der sich jedoch oft am Rande der Legalität bewegte. Die Bayern schlugen nun zurück und bekamen in Person von Lell und van Bommel zwei Gelbe Karten zugewiesen. Doch auch Fußball wurde gespielt. 15 Minuten vor Schluss hätte sich auch Luca Toni fast in die Trefferliste eingetragen, doch sein Kopfball wurde gerade noch von der Linie gekratzt. Gleiches auf der anderen Seite. Nach Ecke von Joao Pinto konnte Lahm, der den Eckball verschuldet hatte, den Ball gerade noch zur Ecke klären.
In der 88. Minute wäre das Spiel dann fast zu Ungunsten der Bayern gekippt, den Spielern von Brage gehörten die letzten Minuten. Jailso hatte die riesen Möglichkeit, als er zwei Bayern im Strafraum vernaschten, aber Linz in der Mitte übersah. Sein Schuss wurde abgeblockt und das Unentschieden war perfekt.
Im Endeffekt ein gerechtes Unentschieden, das den Bayern sicherlich mehr bringen wird, als den Portugiesen. Doch ob der Vorstand zufrieden sein wird, steht auf einem anderen Papier.
Gunnar Beuth
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