(openPR) „Man weiß ja, wofür man es macht“, war die Erklärung der Mönchengladbacherin Julia Kupke dafür, dass sie neben der Ausbildung zur Bankkauffrau auch noch ein Studium begonnen hat, das ihr zusätzliche arbeitsreiche Abendstunden und Wochenenden bescherte. Auch für Andreas Genenger ist nach der Ausbildung zum Industriemechaniker bei Bosch in Viersen noch nicht Schluss mit dem Lernen: Er hat sofort Abendkurse belegt, um Techniker zu werden. Und auch Martin Gerhards, gelernter Anlagenmechaniker bei Air Liquide in Krefeld, will sich nach eigenen Worten „nicht auf den Lorbeeren ausruhen“, die er sich als bundesweit bester Absolvent seines Ausbildungszweiges erworben hat: Sein Ziel ist es, eines Tages auch noch die Meisterprüfung zu bestehen.
Die drei jungen Menschen standen im Mittelpunkt der Bestenehrung, mit denen die IHK Mittlerer Niederrhein in der Viersener Festhalle überdurchschnittliche Ausbildungs-Leistungen würdigte. Neben den Top-Azubis – 166 von insgesamt 4.800 hatten die Prüfung mit „Eins“ geschafft – standen auch die erfolgreichsten Ausbildungsbetriebe im Rampenlicht: So gab es IHK-Sonderpreise für die RheinLand Versicherung in Neuss (bester Auszubildender in einem gewerblich-technischen Beruf), Aldi in Mönchengladbach (bester Azubi im kaufmännischen Bereich) und den Mönchengladbacher Zweiradshop Thomas Schlüter (bester Erstausbildungsbetrieb). „Eine gute Ausbildung ist nur möglich, wenn die jungen Leute engagiert sind und gut ins Team passen“, war die einhellige Überzeugung der Ausbilder. Für das „Ein-Mann-Unternehmen“ Thomas Schlüter steht nach der gelungenen Azubi-Premiere fest, dass er „auf jeden Fall“ wieder einen Lehrling einstellt.
Ein Bekenntnis zu lebenslangem Lernen legten schließlich noch die vier Fortbildungs-Absolventen ab, die stellvertretend für alle 204 auf der Bühne Versammelten zu Wort kamen. Günter Kirschnik, mit 52 Jahren Ältester auf der Prüflingsliste, war „froh, dass ich es hinter mir habe“ und hat jetzt als Industriemeister Metall in seinem Unternehmen eine Aufstiegschance. Claus Voß, ebenfalls frisch geprüfter Industriemeister Metall, hat als nächstes Weiterbildungsziel den Technischen Betriebswirt im Visier. Sabine Jahn hat mit der Fortbildung zur Bilanzbuchhalterin bereits erfolgreich eine berufliche Neuorientierung geschafft, und die 24-jährige Silke Veltges, die sich gleich nach der Lehre in die Fortbildung gestürzt hatte, denkt als Handelsfachwirtin noch lange nicht daran, mit dem Lernen aufzuhören: „Ich möchte gerne im Management arbeiten“, gestand sie im Interview mit Moderatorin Beate Kowollik, und fügte hinzu: „Dafür muss man schon was tun.“
IHK-Präsident Wilhelm Werhahn gratulierte gemeinsam mit Vizepräsident Bernd Ahlers und dem Vorsitzenden des IHK-Berufsbildungsausschusses Heinz Schmidt den Ausbildungs-Assen auf der Bühne. Werhahn nahm den akuten Fachkräftemangel in der Industrie zum Anlass für die Feststellung: „Wer hier heute nach erfolgreicher Ausbildung dabei ist und sich später auch fortbildet, der muss sich um sein berufliches Fortkommen keine Sorgen machen.“










