(openPR) Das neue Buch des Münchener Künstlers Stephan Doesinger LEARNING FROM SIM CITY beschreibt eine neue Sensibilität - eine Veränderung des Codes der Wahrnehmung, hervorgerufen durch Computerspiele und die tägliche Anwendung digitaler Medien.
Das Buch beschreibt auf poetische und assoziative Weise die ästhetischen und kulturellen Konsequenzen eines Prozesses, in dem Computerspiele nicht mehr nur die Welt nachahmen, sondern eine Umkehrung stattgefunden hat.
Diesem Paradigmenwechsel trägt auch der Untertitel des Buches Rechnung: „Die Welt ist ein Computerspiel und dein Herz pocht wie ein Popcorn."
Stephan Doesingers Blick auf die Welt beschreibt der Londoner Architektur Experte Shumon Basar so:
"Learning from Sim City is neither a geek's wet dream about the virtualisation of space, nor is it a techno-phobe's lamentation of the loss of physical matter. Doesinger casts an eye - that of a 21st century critic-tourist - onto the great screen-saver that is our reality, and illuminates the inevitability of an illuminated future that oscillates between the supposedly real and the allegedly virtual."
--Shumon Basar,
Architectural editor for Tank Magazine, writer for Blueprint Magazine
and curator at The Architectural Association, London
Inhalt: Zwischen den Fronten des globalen Kulturkampfes zwischen Fanatismus und „Funatismus", verläuft eine schmale Demarkationslinie. Es ist eine seltsame Linie. Sie ist in ständiger Bewegung und Veränderung: Mal wird sie breiter, mal schmaler, mal weicher, mal härter, mal unscharf, mal klar, mal wird sie farbig mal unsichtbar. Geschossen wird von überall - und die Abgründe auf beiden Seiten sind schrecklich tief.
Entlang dieser Linie verläuft die Reise des Münchner Künstlers Stephan Doesinger, der zuletzt den 1st Annual Architecture & Design Competition in Second Life veranstaltet hat.
Seine Reise führt uns an zahlreiche, reale und imaginäre Orte und zu interessanten Begegnungen:
In Los Angeles fährt er mitten in der Nacht entlang einer Erdbebenlinie zu jener Straßenkreuzung Florence und Normandie an der die Riots 1992 ausbrachen. In München bricht er durch den doppelten Boden eines Computerspiels. Dabei entdeckt er den Königsplatz, der unter der Nazi-Diktatur als Acropolis Germaniae zu trauriger Berühmtheit kam und auf dem die Bücher seiner Lieblingsautoren von Freud, Zweig, Werfel, Mann, Kafka, Tucholsky und vielen mehr verbrannt wurden. Dort entsteht eine Bibliothek der verbrannten Bücher, die selbstverständlich nie gebaut werden wird. In Las Vegas belauscht er Tarkovsky und Schönberg in einem Diner just zu dem Zeitpunkt als die untergehende Sonne und das erstarkende, elektrische Licht ein Equilibrium bilden. In China sorgen Städte, die auf Basis der U-Bahn Pläne von London, Paris und Wien errichtet wurden, für Verwirrung. In Saloniki stellt er ein Fußballteam aus streunenden Hunden zusammen. In New York trifft er auf einen Mann der nach einem erfolgreichen Gen-Experiment, in dem es darum ging, den Schaf auszulöschen, nicht mehr vergessen kann...
Zahlreiche Arbeiten aus den letzten Jahren tauchen als Teil eines Prozesses auf, in denen selbst das Bild eines masturbierenden Mädchens zu einer räumlichen Karte wird. Begriffe wie „Innen und Außen" werden durch die Prozesse „Anziehung und Abstoßung" ersetzt.
Lässt man sich von Walter Benjamins Schildkröte an der Leine durch diesen Raum führen, erfährt man auch die Bedeutung des Begriffs „Fortschritt" - unabhängig davon, ob man das Kunst, Film, Architektur oder einfach nur das Leben nennt.
Buchangaben:
Hrg. Stephan Doesinger, Softcover, 152 Seiten, 4c+, deutsch / englisch, 200 x 265, €19,90,- , Revolver Books, Archiv für aktuelle Kunst, Frankfurt
Stephan Doesinger
Kaiserstr. 44
D-80801 München
+49-179-2141861
www.doesinger.com
Verlag:
REVOLVER Archiv für aktuelle Kunst
Bethmannstraße 13
D - 60311 Frankfurt am Main











