(openPR) Wenn morgen (2.11.07) ihre neue Single "Haus überm Meer" erscheint, sind es noch rund 100 Tage. Während sie dann, am 19. Februar 2008, im Berliner Friedrichstadtpalast auf der Bühne steht, jährt sich dieser besondere Februartag für sie zum 35. Mal. Der 19. Februar 1972 war ein Samstag. Und wie an so vielen Samstagabenden der 70er Jahre flimmerte über die bundesdeutschen Bildschirme eine beinah mythische Institution der deutschen Fernsehunterhaltung: die ZDF-Hitparade. Ein junges, rotblondes und bis dahin weitgehend unbekanntes Mädchen aus Essen war nach Berlin gekommen, um in jener stilprägenden Sendung aufzutreten. Nur mit einer Gitarre saß sie da, unscheinbar und zwischen schunkelnden Fröhlichmachern der Nation ziemlich aus dem Rahmen fallend – genauso wie ihr Lied, das den tragischen Tod eines jungen Drogen-Junkies beschrieb. Der Name des Mädchens mit der Gitarre: Juliane Werding. Der Titel ihres Liedes: „Am Tag, als Conny Kramer starb“.
Vier Wochen nach dem Auftritt in der „Hitparade“ war das Pop-Requiem die Nummer 1 der Charts – und „Juliane Werding“ ein Name, den man bis heute kennt. Über 20 Alben, 60 Singles und 250 Songs sollten folgen, von denen zahllose nicht nur die Charts stürmten, sondern auch als Evergreens in die Musikgeschichte eingingen: „Stimmen im Wind“, „Nacht voll Schatten“, „Sehnsucht ist unheilbar“ oder der „erste deutsche Girliesong“ (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG) „Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst“. Kaum zu glauben, dass die Sängerin, Autorin, Schauspielerin und Heilpraktikerin mit den immer noch langen blonden Haaren nun bereits vier musikalische Jahrzehnte geprägt hat.
Damit zählt sie zu den erfolgreichsten deutschen Musikerinnen; Goldene Schallplatten, Stimmgabeln, RTL-Löwen und Bravo-Ottos zeugen von einer unvergleichlichen Karriere. Sie zählt aber auch zu den Leisen der Branche: Keine Skandale, keine PR-Gags, keine Home-Stories. Stattdessen hat sie sich in die Einsamkeit ihres idyllischen Landhauses in Oberbayern zurückgezogen und widmet sich ihren Texten, der Musik oder ihren Büchern, schrieb selber gerade wieder eines. „Huren, Heuchler, Heilige“ nennt sich die Sammlung fiktiver Interviews mit biblischen Personen, die erstmals auch als Hörbuch erscheint. Was die Katholikin gemeinsam mit ihrem Mann, dem evangelischen Theologen Uwe Birnstein, da geschrieben hat, stürzt all jene in Verzweiflung, die sie seit Jahren in eine Esoterik-Schublade stecken wollen. Ihr theologisches Interesse und ihr Glaubensbekenntnis auf der einen Seite und auf der anderen ihre Leidenschaft für alternative Heilmethoden und für Berichte von metaphysischen Ereignissen, wie sie sie in ihren Songs „Das Würfelspiel“, „Tarot“ oder „Avalon“ beschreibt, machen eine eindeutige Kategorisierung „der Werding“ schwer. So schwer wie die Einordnung ihrer musikalischen Stilrichtung. Was ist es denn nun, was sie macht? Schlager? Deutsch-Pop? Liedermacher? Chanson? An und für sich ein ziemliches Wagnis im schubladisierten Musikmarkt: „Musik zwischen Genregrenzen?“ Schwierig! „Texte über den Tod?“ Gewagt! „Ein Star, der das Licht der Öffentlichkeit scheut?“ Aussichtslos! An ihr geht das vorbei. Andere kamen und gingen, sie blieb ... die Ruhe im Sturm.
Und so bringt sie am 11. Januar 2008 ihr 22. Album auf den Markt, das wie alle seine Vorgänger wieder die Charts erobern wird. „Ruhe vor dem Sturm“ lautet der Titel der CD, auf der Juliane Werding wieder die gesamte Bandbreite ihrer Themen ausschöpft. Sie singt von versunkenen Städten, Begegnungen im Jenseits, von Geistwesen, Werwölfen und der Ruhe vor dem Sturm. Sie prangert an, setzt sich kritisch mit der Menschheit als „Krone der Schöpfung“ auseinander, rebelliert mit ihrer Gottesfurcht und sucht zugleich Gottes Nähe. Doch sie thematisiert auch Alltägliches: „Janine“ überwindet die Wunden ihrer Missbrauchsvergangenheit, „Ich vermiss dich“ beschreibt autobiographisch den Auszug der inzwischen erwachsenen Tochter aus dem Elternhaus.
Während das Vorgängeralbum mit Live-Band eingespielt wurde, lassen Produzent Harald Steinhauer und Sound-Engineer Frankie Chinasky diesmal atmosphärische, teils gar bombastische Elektronik-Klänge dominieren. Martialische Endzeitstimmung wie im Auftaktsong „Schwarz“ wechselt mit federleichten, entspannten Ethno-Klängen in „Wie im Dezember“, die Hit-Single „Haus überm Meer“ ist ganz „die Werding“, wie man sie aus „Nebelmond“ oder „Jenseits der Nacht“ kennt. Eines wird dabei wie immer deutlich: Der rote Faden, der sich inhaltlich wie kompositorisch durch die neuen Songs zieht, verbindet die Titel zu einem Gesamtwerk, das sich von üblichen CD-Liedersammlungen abhebt. Mit diesen und vielen weiteren Liedern im Gepäck wird Juliane Werding im Februar und März wieder die Konzerthallen bereisen. Begleitet von ihrer hervorragend besetzten, international erfahrenen Band.
Und von ihrer Gitarre. Wie damals in Berlin, in der Hitparade am 19.2.1972.
weitere Informationen: www.juliane-werding.de
Christoph Gassmann
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1970 nahm Juliane Werding ein Demoband auf und schickte es der Fernsehsendung Talentschuppen des Südwestfunk. Daraufhin wurde sie zu einer Vorentscheidung eingeladen, die sie gewinnen konnte. Ein Jahr später folgte der erste Auftritt im Talentschuppen mit dem Lied Mein erster Weg von Udo Jürgens. Bereits vor der Sendung erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag.
Der musikalische Durchbruch gelang ihr im Frühjahr 1972 mit der Veröffentlichung von Am Tag als Conny Kramer starb, der deutschen Version des The Band-Hits The Night They Drove Old Dixie Down (1969). Der Titel erreichte den ersten Platz der deutschen Charts und konnte sich 14 Wochen lang in den Top-Ten halten. Er verkaufte sich über eine Million Mal; das darauffolgende Album In tiefer Trauer 100.000 Mal. Am Ende des Jahres wurde Werding mit der Goldenen Europa der Europawelle Saar und dem goldenen Bravo Otto als beliebteste Sängerin des Jahres ausgezeichnet.
1973 absolvierte Werding die Mittlere Reife und ging danach zwei Jahre auf die Handelsschule.
Unter der Regie ihres neuen Produzenten Gunter Gabriel entstand 1975 die Single Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst. In den Charts erreichte die Platte Platz 4. Es folgte das gleichnamige dritte Album, das mit dem Bravo Otto und dem Silbernen Löwe von RTL ausgezeichnet wurde.
1979 wirkte sie zum ersten Mal als Schauspielerin in dem Film Palermo oder Wolfsburg mit, der unter der Regie von Werner Schroeter gedreht wurde.
Nach der Ausbildung als PR-Frau 1982 arbeitete Werding in einer großen Münchener PR-Agentur. Mit Nacht voll Schatten, der Cover-Version von Mike Oldfields Moonlight Shadow, gelang ihr 1983 ein großer Hit.
Mit Geh' nicht in die Stadt (heut Nacht) und Sonne auf der Haut, Nik Kershaws Wouldn't it be good, gelingen ihr nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Benelux-Staaten 1984 weitere Volltreffer. Zusammen mit dem Münchner Produzenten und Komponisten Harald Steinhauer und Texter Dr. Michael Kunze erschien im November das achte Album Ohne Angst.
1985 kündigte Werding ihren PR-Job und begann eine Ausbildung als Heilpraktikerin. Für das Album Ohne Angst wurde ihr im selben Jahr die Goldene Stimmgabel verliehen. Auf die Single Stimmen im Wind, die später zum Song des Jahres gekürt wurde, folgte 1986 das neunte Album Sehnsucht ist unheilbar. Das Album war über ein Jahr in den Charts und wurde für 750.000 Einheiten mit Platin und Triple-Gold ausgezeichnet. Auch die Singles Das Würfelspiel und Sehnsucht ist unheilbar gingen in die Top 30.
Im Sommer 1987 wurde ihr Sohn Gabriel geboren, zwei Jahre später Tochter Charis Maria. Im gleichen Jahr beendete Werding ihre Ausbildung als Heilpraktikerin mit dem Examen und eröffnete eine Praxis in München. Weiterhin wurde sie in Berlin vom ZDF als Künstlerin des Jahres mit der Berolina ausgezeichnet und erhielt abermals die Goldene Stimmgabel.
Udo Arndt und Ex-Spliff-Keyboarder Reinhold Heil produzierten 1990 das zwölfte Album Zeit für Engel, das ebenfalls Gold-Status erreichte. Werding veröffentlichte in diesem Jahr mit ihrem Kollegen Werner Stumpf ihr erstes Buch Mit ganzer Kraft gesund. Das 13. Album Zeit nach Avalon zu geh´n produzierte Armand Volker (Münchener Freiheit) 1991 für Werding. Wie bereits in den 80er Jahren steuerte Harald Steinhauer etwa die Hälfte der Titel bei, die andere Hälfte schrieb sie selbst mit Andreas Bärtels. Werding erhielt abermals die Goldene Stimmgabel als erfolgreichste Künstlerin.
Zusammen mit Andreas Bärtels und Mats Björklund tritt Werding 1992 erstmals selbst als Produzentin in Erscheinung. Das 14. Album Sie weiß, was sie will und die gleichnamige Single hielten sich drei Monate in den Top 100 der Charts. Ein Jahr später erhielt sie daraufhin die Goldene Stimmgabel. Du schaffst es, einer Cover-Version des Roy Orbison-Hits You got it, sowie das gleichnamige 15. Album wurden 1994 veröffentlicht. Die zweite Single Engel wie Du sang Werding zusammen mit Viktor Lazlo und Maggie Reilly. Dieses Trio absolvierte im Herbst eine überaus erfolgreiche Deutschlandtournee durch 20 Städte. Nach Veröffentlichung der dritten Single aus Du schaffst es etablierte sich Werding 1995 als Live-Künstlerin auf gefeierten Solotourneen. Zum fünften Mal in ihrer Karriere erhielt Werding die Goldene Stimmgabel.












