(openPR) Eine aktuelle Studie der RM Consult GmbH zeigt, dass viele bereits geplante Releasewechsel zu R/3 Release 4.7 nicht realisiert werden. R/3 V4.7 spielt bei den Zukunftsplanungen von IT-Leitern hinsichtlich einer ERP-Migration anscheinend keine Rolle mehr. Vielmehr wird gleich SAP ERP implementiert.
Im Sommer bis Herbst 2006 wurden von RM Consult 6.283 IT-Leiter zur Applikationslandschaft ihres Unternehmens und deren Veränderungen befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung flossen in die IT-Markt Studie ein. Hinzu kamen im Frühjahr 2007 zusätzlich 3.244 IT-Leiter von SAP-Bestandskunden, um die Ergebnisse für SAP-Themen zu aktualisieren. Es gibt wohl kaum eine umfassendere Studie über die aktuelle Situation im IT-Markt Deutschland.
IT-Budget Entwicklung
Getragen von den guten Konjunkturaussichten konnten die Unternehmen 2006 wesentlich größere IT-Budgetsteigerung (+4,2%) verzeichnen als in 2005 erwartet wurde. Die Erwartungen für 2007 liegen mit +1,3% für den Gesamtmarkt auf dem höchsten Niveau innerhalb der letzten vier Jahre. Für Anbieter kann ein sehr positives Geschäftsklima erwartet werden, da auch die Projektlage sehr gut ist. Dies gilt sowohl für den Mittelstand als auch für das Großkundensegment. Anwenderunternehmen können überfällige Investitionen anstoßen, sind aber nicht vom Kostendruck befreit. Beim Vergleich der Branchen fällt lediglich die öffentliche Hand mit Budgetkürzungen auf.
Die IT Agenda deutscher Unternehmen
Die IT-Agenda umfasst vier klare Aufträge, die geordnet nach Priorität lauten: Erweiterung, Modernisierung, Optimierung und Konsolidierung der IT-Systeme.
Getrieben wird die IT-Agenda im Wesentlichen von den folgenden Business Treibern:
? Kunden gewinnen: Im Fokus der Unternehmen, die sich allgemein mit steigendem Wettbewerbsdruck auseinandersetzen müssen, steht die Gewinnung und die Bindung von Kunden. Dies muss IT-seitig unterstützt werden bspw. durch CRM-Systeme ...
? Papierloses Unternehmen: Die Industrialisierung des Backoffice ist in vollem Gang. Hier werden starke Einsparungen von den Unternehmen erwartet. Gleiches gilt für die Reorganisation.
? Das Thema Security gewinnt immer mehr Bedeutung, sowohl hinsichtlich der Angriffe auf IT-Systeme von außen, als auch durch Nutzerfehler innerhalb der Unternehmen.
? Networks: Die Vernetzung von Wertschöpfungsketten innerhalb von Unternehmen, aber auch unternehmensübergreifend ist ein wichtiges Thema 2007.
Hohe Investitionsneigung
Insgesamt lassen sich hohe Planungsquoten sowohl bei Non-SAP- als auch bei SAP-Anwendern feststellen, da in etwa 50% der befragten Unternehmen Investitionen in Softwareapplikationen vorgenommen werden. Im Vergleich haben SAP-Anwender eine etwas höhere Investitionsneigung. Branchen mit der höchsten Investitionsneigung in Software-Lösungen sind: Handel, Logistik, Maschinenbau & indust. Fertigung, Automotive, E- & High-Tech, Konsumgüterindustrie.
In allen Branchen sind außerhalb der klassischen ERP-Komponenten FI und HR noch viele Anwender ohne Spezialsoftware wie BI, SCM, CRM usw.. Aber der Nutzen von Standardsoftware in diesen Applikationsbereichen setzt sich immer weiter durch, wie an den Planungsquoten zu erkennen ist.
Die Top-Investitionsthemen sowohl bei Non-SAP- als auch bei SAP-Anwendern sind: CRM, DMS, Portale mit Planungsquoten von 15%-20% der Unternehmen.
Über 30% der Unternehmen nutzen Dienstleistungen der IT-Service Provider
Insgesamt sind bis auf ca. ein Fünftel aller befragten Unternehmen noch selbst am Betrieb ihrer Unternehmenssoftwarelandschaft beteiligt. Mehr als ein Drittel zieht temporär oder dauerhaft einen externen Dienstleister hinzu. Dabei sind SAP-Kunden diejenigen, die sich insbesondere im Bereich Outsourcing, aber auch in weiteren Bereichen (z.B. Beratung, Schulung) noch verstärkt externe Unterstützung suchen.
Die wichtigsten Dienstleister für den Betrieb von IT-Systemen sind SAP, Siemens IT Solutions und Services (ehemals SBS), T-Systems, IBM und HP. Allerdings ist dieser Markt sehr fragmentiert (82% andere Dienstleister). Der Markt für Implementierungsdienstleister verhält sich ähnlich. Bei der Auswahl von IT-Dienstleistern legen die Unternehmen dabei verschiedenste Kriterien an, insbesondere sind aber Können und Zuverlässigkeit wichtige Auswahlaspekte.
SAP hat die Wende zugunsten von SAP ERP geschafft
Viele Releasewechsel zu 4.7 wurden und werden nicht wie geplant realisiert. Dafür wurden zusätzlich SAP ERP Systeme implementiert. Auch in Zukunft wird kräftig modernisiert: Weitere 18% der SAP-Bestandskunden werden bis Ende 2008 ein SAP ERP System produktiv haben. R/3 4.7 spielt bei den Migrationsplanungen der IT-Leiter anscheinend keine Rolle mehr. SAP ERP hat sich als Zielplattform bei Migrationsentscheidungen durchgesetzt.
Die Branchen Dienstleistungen, Finanzen & Versicherungen, Logistik sowie Ver- und Entsorger haben überdurchschnittliche Planungsquoten - Zeitraum bis Ende 2008.
Die Ablösung der Altsysteme mit Release 4.6.C und älter wird länger dauern, denn noch haben 35% der Unternehmen ein solches Release alleine produktiv laufen. Voraussichtlich erst 2010 werden nur noch vereinzelte Alt-Release-Systeme zu beobachten sein.
Der produktive Einsatz von SAP NetWeaver hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Setzten 2005 noch 6% der SAP-Bestandskunden Komponenten des NetWeavers ein, so sind dies in 2007 mittlerweile 31%. Für 2008 ist zu erwarten, dass die Zahl weiter zunimmt. Nach Aussagen der IT-Leiter werden mindestens 35% Ende 2008 erreicht. (Enterprise)-SOA ist in Deutschland noch in der Erprobungsphase - andere europäische Länder sind in der Entwicklung wesentlich weiter.
Gewinner und Verlierer bei den Hardware-Herstellern
Die Anteile der Server-Hersteller an der installed base haben sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert. HP verliert 3%-Punkte und erreicht 41%, IBM 35%, FSC 15%, SUN 11% und Dell 8%. Langfristig betrachtet haben vor allem HP und FSC Anteile verloren. Während FSC den Abwärtstrend auffangen konnte, verliert HP kontinuierlich weiter an Anteilen der installed base.
Die IT-Leiter wurden ebenfalls nach dem Server-Betriebssysteme(n) gefragt. Drei wesentliche Betriebssysteme konnten identifiziert werden. Unix (55%), Windows (50%) und IBM OS (6%). Langfristig hat Unix kontinuierlich Anteile an Windows verloren. Die großen Installationen mit vielen SAP-User laufen allerdings idR. auf Unix-Systemen (68% aller SAP-User). Hierbei tritt vor allem Linux (9% Anteil) mittlerweile als einziges Unix-Derivat mit nennenswerten Wachstumsraten auf.
Der Markt für Datenbanken für SAP-Systeme wird klar von Orcale beherrscht. Oracle kommt auf 74%, IBM 11% und MS-SQLServer sowie MaxDB kommen auf jeweils 9%. Hier traten in den letzen Jahren kaum Veränderungen hinsichtlich der Anteile auf.
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RM Consult ist ein unabhängiges Marktforschungsinstitut. Wir erstellen Berichte zur Marktentwicklung des ERP-Marktes in Europa. Wir befragen mit unserem Team regelmäßig die Anwender von SAP, Microsoft oder Oracle-Anwendungen. Wir analysieren ebenso die Produkte von Anbietern und Dienstleistern im Umfeld der großen ERP-Systeme. Aktuellste Ergebnisse stehen allen Interessierten kostenlos auf unserer Homepage www.raad.de zur Verfügung.










