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Factoring: Liquidität für den Mittelstand

(openPR) Fachbeitrag von Matthias Bommer, Vorstand der Dresdner Factoring AG

Bei den meisten Unternehmern steht die Finanzierung von Forderungen im Vordergrund. Der Factor zahlt innerhalb von ein bis zwei Tagen auf offene Rechnungen einen Vorschuss, der durchschnittlich bei 80 Prozent der Bruttorechnungssumme liegt. Die restlichen 20 Prozent werden nach Zahlung durch den Abnehmer überwiesen. Diese Restsumme bildet vor allem eine Rücklage für den Fall, dass der Debitor die Rechnung kürzt. Durch den laufenden Forderungsankauf passt sich die Finanzierung durch Factoring der Umsatzentwicklung automatisch an. Der Unternehmer profitiert von dieser umsatzkongruenten Finanzierung nicht nur im Fall von steigenden Umsätzen, sondern auch bei saisonal schwankenden Umsätzen wie beispielsweise im Vorweihnachtsgeschäft in vielen Konsumgüterbranchen. Factoring ist damit auch ein probates Mittel für junge und wachsende Unternehmen. Der Unternehmer hat gleichzeitig zahlreiche Vorteile bei der Zusammenarbeit mit seinen Vorlieferanten. So kann er ihnen die zeitnahe Bezahlung ihrer Rechnungen zusagen, Skonti und Boni realisieren und dadurch die Kosten des Einkaufs senken. Im Gegenzug kann er seinen Kunden längere Zahlungsziele einräumen. Dadurch öffnet er neue Wege der Absatzstrategie und erreicht einen Marktvorteil.



Liquiditätssicherung
Dass sich Factoring auch zur Sanierung von Unternehmen eignet, zeigt das folgende Beispiel einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die mit zehn Mitarbeitern elektronische Systeme fertigt. Bereits seit Anfang 2005 hatte sich deren Hauptgesellschafter nicht mehr für das Unternehmen interessiert. Nachlässigkeiten schlichen sich ein, die Entnahmen des Gesellschafters. Umsätze und Erträge sanken. Die Lieferanten waren zu keinerlei Zugeständnissen mehr bereit. Die Hausbank hatte das Engagement ins hauseigene Risikomanagement gegeben.

Der einzig positive Aspekt war der vorhandene Auftragsbestand im Unternehmen. Zunächst erfolgte die Bereinigung der Gesellschafterstruktur. Der Hauptgesellschafter veräußerte zum Ende des dritten Quartals 2006 seinen Anteil.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten
Im nächsten Schritt wurde nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Diese fand der Unternehmensberater schnell im Factoring. Möglich war die Verbindung mit der Dresdner Factoring AG auf zwei Grundlagen:
1. die bestehenden Verträge mit Kunden, die für die kommenden Perioden einen Auftragsvorlauf beinhalteten,
2. das stringente Cash-Management der liquiden Mittel im Rahmen der Sanierung des Unternehmens.
Sehr zeitnah stellten sich bereits die ersten Effekte dieser Finanzierung ein. Innerhalb von zwei, drei Tagen nach erfolgter Fakturierung erhält das Unternehmen 80 % der jeweiligen Rechnungssumme auf das Geschäftskonto. Mithilfe dieses Zuflusses war es in der Lage, Alt-Verbindlichkeiten sukzessive abzubauen und unvermeidliche Sofortzahlungen zu leisten.

Zu einer der wichtigsten Aufgaben wurde die intensive Einbeziehung der Hausbank. Vom Unternehmensberater begleitete Bankgespräche und die permanente Information des zuständigen Mitarbeiters der Bank über die laufenden Maßnahmen im Unternehmen waren die Grundlage für das Wiedergewinnen von Vertrauen. Die ausgehandelten Zahlungsvereinbarungen mit den Lieferanten zur Tilgung von Alt-Verbindlichkeiten gepaart mit den zeitnahen Einnahmen aus den laufenden Aufträgen nahmen dem Unternehmen Stück für Stück die Liquiditätsengpässe.

Die im Unternehmen verfügbare Liquidität konnte unter anderem dazu genutzt werden, im Materialeinkauf Preise neu zu verhandeln und Skonto zu ziehen. Einzig die noch zu hohen Sachkosten wirken hier kontraproduktiv. Die Einbindung von Factoring brachte dringend benötigte liquide Mittel ins Unternehmen. Diese wurden einerseits zur Schuldentilgung und andererseits zur Verringerung von Einkaufspreisen genutzt.

Debitorenbuchhaltung, Mahnwesen
Neben der Bevorschussung der Forderungen beinhaltet Factoring auch die Übernahme des kompletten Forderungsmanagements. Der Factor verbucht alle Ausgangsrechnungen der Lieferanten für den Unternehmer und stellt diesem eine taggenaue Debitorenbuchhaltung zur Verfügung. Daneben betreibt der Factor ein mit dem Unternehmer abgestimmtes Mahnwesen, in dem festgelegt ist, wie und wann gemahnt wird. Ebenso wird die rechtliche Beitreibung der Forderungen durch den Factor übernommen. Die Vorteile liegen insbesondere in der administrativen Entlastung des Unternehmers, der sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.

Ausfallschutz (Delkredere)
Der Factor bietet darüber hinaus die Übernahme des Ausfallrisikos der Forderungen im Falle einer Insolvenz des Debitors an. Der Factor räumt für die einzelnen Abnehmer Limite ein, bis zu deren Höhe die Forderungen abgesichert sind. Wird ein Kunde insolvent, so trägt der Factor dieses Risiko. Die bereits geleistete Bevorschussung verbleibt beim Unternehmer und ist nicht zurückzuzahlen. Ohne Risikoabsicherung kann dem Unternehmer nicht nur Liquidität entzogen, sondern auch die Rentabilität negativ beeinflusst werden.

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